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Tattoo

Die Jagd nach einem Serienkiller, der seine Opfer buchstäblich zu Tode tätowiert, wird kompliziert, als einer der Ermittler niedergeschossen wird. Seine Partnerin glaubt nicht an einen Racheakt des Killers und liegt richtig damit. Unabhängig voneinander versuchen beide das Rätsel zu lösen, während der ‚neue‘ (Fast-) Mörder in gefährliche Panik gerät … – Moderner (britischer) Thriller, der die Jagd nach sogar zwei Tätern mit den heute genretypischen Privatproblemen mischt, sich aber mit letzteren erfreulich zurückhält: nie origineller, aber solider Start in eine neue Serie.

War of Gods – Krieger des Nordens

Hadding, vertriebener Kronprinz von Dänemark, wächst zu einem gewaltigen Krieger heran, erobert sein Erbe zurück und führt manche Schlacht gegen machtgierige Feinde, wobei die Götter ihm zur Seite stehen oder ihm schaden; eine seltsame Beziehung, die Hadding erst nach seinem Tod aufklären kann … – Autor Anderson nutzt eine vorzeitliche dänische Legende und erzählt sie neu, wobei er den altertümlichen Sprachduktus behutsam übernimmt, inhaltliche Lücken füllt und sich erfolgreich bemüht, den grimmigen, die Macht des Schicksals beschwörenden Stil der Vorlage in einen spannenden Roman zu übertragen.

Strahlen aus dem Wasser

Nicht Abenteuer im Weltall oder auf fernen Planeten oder der Kampf gegen glotzäugige Invasoren, sondern die Versorgung einer zukünftigen Menschheit mit Wasser, Nahrung und Post stehen im Mittelpunkt dieser ungewöhnlichen SF-Kurzgeschichten. Zur einfallsreichen, heute reizvoll veralteten Darstellung entsprechender ‚Supertechnik‘ kommen ‚gefährliche‘ Zwischenfälle, die für Spannung sorgen: kuriose Blicke in eine Zukunft, die gegenwärtige Alltagsprobleme durchaus andeutet.

Früher war alles besser

Einer der im „Star-Trek“-Universum beinahe üblichen Zwischenfälle sorgt für eine Begegnung zwischen Seven of Nine (aus der „Voyager“-Serie) und Captain James T. Kirk von der ‚originalen‘ Enterprise. Der Versuch, den ‚Gast’ zurückzuschicken, ist ebenso schwierig wie gefährlich, zumal Verräter und Finsterlinge Seven bzw. ihr Wissen um die Zukunft für sich beanspruchen … – Ein weiteres „Crossover“ kombiniert beliebte Figuren unterschiedlicher „Star-Trek“-Serien, um sie durch ein simpel gestricktes, aber spannendes SF-Abenteuer zu hetzen, das durch den Rückgriff auf Episoden der klassischen TV-Serie aufgepeppt wird: solide Franchise-Kost.

Tod vom 5. Planeten

Eine Weltraum-Expedition bringt keine neuen Erkenntnisse, sondern eine unbekannte Seuche zurück zur Erde. Während Mediziner fieberhaft, aber lange vergeblich nach einem Heilmittel suchen, beginnen sich nicht nur Tod und Angst, sondern auch Panik und Aufruhr in der Bevölkerung zu verbreiten … – Der Katastrophen-Thriller mischt sich mit der Science Fiction; quasi dokumentarisch schildert Autor Harrison eine globale Katastrophe, die durch eine kleine Gruppe tapferer Fachleute (und Soldaten) in letzter Sekunde abgewendet werden kann.

Unten am Fluss – Watership Down

Die Suche nach einer neuen Heimat wird am Beispiel einer Gruppe wilder Kaninchen geschildert. Die Perspektivenabsenkung auf Löffelohrhöhe raubt der detailreichen Geschichte keineswegs den epischen Atem, zumal die Figurenzeichnung ungemein fein ist und dem Verfasser jenseits jeglicher Lächerlichkeit die Schöpfung einer eigenständigen Kaninchen-Kultur gelingt: ein Höhepunkt der Tier-Fantasy!

Das Marsrätsel

Auf der irdischen Marskolonie gehen unsichtbare Eindringlinge um. Wider Erwarten sind es nicht die vor Äonen verschwundenen Marsianer, sondern Flüchtlinge aus einem fremden Sonnensystem, die sich in zwei einander spinnefeindliche Lager gespalten haben … – Science-Fiction-Abenteuer „für die Jugend“, d. h. nicht ‚nur‘ spannend, sondern auch ‚lehrreich‘ zumindest aus zeitgenössischer Sicht; heute gerade noch nostalgisch, weil ein so nie existierender Mars einfallsreich beschrieben wird, was die naiv-simple Handlung und Figurenzeichnung halbwegs ausgleicht.

Eine Leiche zum Advent

Seit jeher werden zur Weihnachtszeit spannende und gruselige Geschichten erzählt bzw. heutzutage lieber gelesen. Herausgeber Otto Penzler präsentiert 49 Storys aus anderthalb Jahrhunderten. Einiges ist hoffnungslos veraltet, vieles sorgt noch heute für Vergnügen, und manches ist zeitlos genial. „Eine Leiche zum Advent“ bietet für jeden Leser Krimi- und Gruselspaß, der keineswegs auf die Weihnachtszeit beschränkt bleiben muss: eine vorzügliche, zudem fest gebundene und dennoch kostengünstige Sammlung.

Das Rätsel der dritten Meile

Das Verschwinden eines würdigen Oxford-Professors und der Versuch einer uralten Rache lösen eine Kettenreaktion bizarrer Morde aus, deren Auflösung der Genialität eines geisteswissenschaftlich gebildeten aber sehr exzentrischen Polizeibeamten bedarf … – Spannend, witzig (oder besser: sarkastisch) und überaus anspruchsvoll: Der sechste Fall für Chief Inspector Morse gehört zu seinen besten. Mit lässiger Meisterschaft verwirrt der Verfasser seine Leser, denen bis zum grotesken aber absolut logischen Finale auf angenehmste Weise Hören & Sehen vergeht: ein „Whodunit“-Krimi der Oberklasse!

Das Geheimnis der Grays

Im Affekt erschlägt einer seiner sechs Nachkommen den geizigen, niederträchtigen Landedelmann Adrian Gray. Der Täter legt geschickt eine falsche Indizienspur zum ebenfalls verhassten Schwager. Das (getäuschte) Schicksal nimmt seinen Lauf, doch gänzlich perfekt ist das Mordkomplott nicht … – Obwohl in den 1930er Jahren und in genretypischen Kulissen spielend, ist dies kein Rätselkrimi. Der Mörder ist bekannt, die Spannung liegt in der geschickt eingefädelten Intrige und deren Aufdeckung. ‚Gut‘ und ‚böse‘ sind keine scharf umrissenen Charaktergrenzen, was diesen Roman noch deutlicher als frühen, gelungenen Psychothriller kennzeichnet: eine echte Entdeckung.