Damaged

Piper Marou hat sich bislang als treffsichere Autorin von Horrorgeschichten einen merkenswerten Namen gemacht. Die kleine Kurzgeschichtensammlung „Damaged“ bestätigt die Autorin als pointierte Handwerkerin, die es versteht, in nur wenigen Sätzen die Gedankenwelten und die Untiefen ihrer Figuren auszuloten und in die Köpfe ihrer Leser zu beamen, ohne dass auf der Handlungsebene viel geschehen muss. In den Köpfen der Leser angekommen, kann sie dann das Skalpell ansetzen. Tatsächlich erweisen sind die Texte, die rein über Atmosphäre und Äußerlichkeiten wirken sollen, als die schwächeren. „Welcome to Hell“ beispielsweise lässt total kalt, und auch die zombiegebeutelte Sarah aus „Leonie“ bleibt trotz ihrer erlittenen Schicksalsschläge eher auf Abstand zum Leser.