Genres

Midnight, Texas – Geisterstunde

Wahrsager Manfred und Auftragsmörderin Olivia tun sich zusammen, um den Mord an einer zwar alten, vor allem jedoch reichen Frau zu klären, bevor die Polizei den tatverdächtigen, aber unschuldigen Manfred festnimmt; die tatsächlichen Übeltäter verfolgen dies mit zunehmender Sorge … – Teil 2 der „Midnight-Texas“-Serie bietet eher Krimi-Kost als Mystery, weiß aber mit sachten Seltsamkeiten zu gefallen und bietet insgesamt anspruchslose Unterhaltung.

Die Expedition der „Space Beagle“

Drei alte und eine neue Story verschmolz A. E. van Vogt zu einem Science-Fiction-Klassiker der altmodischen Art: Ideenreich aber logikfern und auch deshalb meist spannend (und manchmal peinlich) schildert der Autor eine Forschungsreise im Weltall, deren Teilnehmer mit bizarren, seltsamen, in der Regel aggressiven Außerirdischen zusammentreffen – eine faszinierende Begegnung mit der Vergangenheit der Zukunft.

Ich bin viele

Der gefrierkonservierte Physiker Johannson wird im 22. Jahrhundert ‚geweckt‘, in eine Künstliche Intelligenz verwandelt und in den Dienst einer fundamentalistischen US-Regierung gepresst; an Bord einer Raumsonde bereits Johannson das Universum, wobei er sich und seine Sonde ständig ‚kopiert‘. Später kehrt er auf eine Erde zurück, deren Menschheit kurz vor der Selbstzerstörung steht, was Johannson verhindern will … – Der erste Band der „Bobiversum“-Serie steckt das Terrain ab, auf dem sich eine Handlung abspielt, die (oberflächlich) zivilisationskritisch und primär abenteuerlich von einer Zukunft erzählt, in der irgendwie alles möglich ist: moderne Space Opera und Lesefutter.

Der 47. Samurai

Ex-Scharfschütze Bob Lee Swagger möchte in Japan ein Schwert aus dem Zweiten Weltkrieg abliefern. Als die Unterwelt erfährt, dass es sich um ein altes und sagenhaftes Samurai-Schwert handelt, bringt sie es gewaltsam an sich, was Swaggers Gerechtigkeitssinn weckt; bald tobt ein blutiger Krieg, in dessen Verlauf die Opferzahl rasant in die Höhe schnellt … – Der vierte Band der Serie führt Bob Lee Swagger nach Japan, wo er ein wenig zu seitenstark in die Samurai-Mythologie abtaucht, wodurch ausführlich geschilderte Mord- und Metzel-Szenen aber nicht zu kurz kommen: erneut sehr unterhaltsam für eine hartgesottene Leserschaft.

Draculas Rivalen

Sammlung von zehn Kurzgeschichten, in denen unterhaltsam und manchmal einfallsreich bewiesen wird, dass der Vampir-Kosmos Platz genug für Blutsauger bietet, deren Name nicht Dracula lautet; klassischer Grusel trifft auf den eher trashigen Horror der „Pulp“-Ära, hinzu kommen einige moderne Storys: keine Meisterwerke, aber sämtliche Storys sind „Edward“- und „Betsy“-frei und schon deshalb die Lektüre wert!

Höllenschlund

Ein urzeitlicher Riesenhai geht auf Menschenfang, während ein besessener Wissenschaftler sich an seine Flossen heftet, um ihn auszuschalten … – Schier unfassbar in seiner Mischung aus schlecht inszenierter Action und einschlägigen Uralt-Klischees, schlägt dieser Schmalspur-Thriller durch seine holzschnitthafte Figurenzeichnungen dem Fass (bzw. den Lesern) endgültig die Krone (oder die Flosse) ins Gesicht.

Der offene Sarg

Als ein Mord nicht nur angekündigt, sondern auch unter seinen Augen begangen wird, fühlt sich Detektiv Hercule Poirot herausgefordert; der Täter ist allerdings kaltblütig und schlau genug, sich auf dieses Spiel einzulassen, weshalb Poirots kleine grauen Zellen mehr Zeit als üblich benötigen, um das Rätsel zu lösen … – Zum zweiten Mal verfasst Sophie Hannah einen ‚neuen‘ Poirot-Roman „nach Agatha Christie“. Sie schlägt sich besser als beim ersten Mal, konfrontiert ihre Leser aber trotzdem mit einen in die Länge gezogenen Mittelteil und einem nur teilweise plausibel aufgelösten Mord-Mysterium: mehr von der Werbung herbeigetrommelter Bestseller, der das Vorbild selten erreicht.

Das Glück an Regentagen

Nachdem Mae ein schlimmes Erlebnis mit ihrem Verlobten verkraften muss und dieser nach einem Betrug an der Firma mit dem Geld untertaucht, kehrt Mae in ihre Heimat an den St. Lorenz Strom zurück. Hier ist sie nach dem Tod ihrer Eltern bei den Großeltern Lilliy und George aufgewachsen.
Doch auch hier scheint alles anders zu sein. Ihre Großmutter wirkt leicht dement, ihr Großvater ist nicht zuhause. Auch ihre Beziehung scheint gelitten zu haben …

Die Einkreisung

In New York City, schon 1896 mehr Moloch als Metropole, tötet eine Serienmörder grausam Kinder; da seine Opfer arm sind, will die Obrigkeit seine Taten vertuschen, was ein ehrlicher Polizeichef nicht duldet und deshalb einen Psychologen, einen Journalisten und eine Frau damit beauftragt, den Täter zu entlarven … – Zeitgenössisches Unwissen und Vorurteile im Konflikt mit moderner Kriminalistik sorgen im Bund mit einem gut erdachten und entwickelten Plot für spannende Unterhaltung: ein beinahe schon klassischer Historien-Thriller, der anlässlich seiner (TV-) Verfilmung neu aufgelegt wurde.

Die Anatomie des Teufels

In Barcelona geht 1888 ein Serienmörder um. der seine Opfer rätselhaft verstümmelt. Die Polizei ist nicht nur unfähig, sondern auch korrupt, weshalb sich ein junger Gelehrter, ein abgebrühter Journalist und ein Medizinstudent zusammentun, um den Täter zu stellen, der jedoch gut in Barcelonas Oberschicht vernetzt ist … – Aus bewährten Versatzstücken stellt Autor Llobregat geschickt einen Thriller zusammen, der Historie, Krimi und Horror effektvoll und spannend mischt: gutes Lesefutter, das selten überrascht, aber durchgängig unterhält.