Abenteuer

Mortal Engines – Der grüne Sturm

16 Jahre nach den Ereignissen der beiden Vorgängerbände verschlägt es die Tochter der beiden Hauptfiguren ins ferne England, wo sie in den Kampf zwischen einer ‚alternativen‘ Lebensgesellschaft von Jugendlichen und einer (allzu) etablierten Stadtgemeinschaft gerät, die von einem alten Feind der Eltern angeführt wird … – Erneut ideen- und actionreich geht die „Mortal-Engines“-Serie in die dritte Runde. Durch den Zeitsprung wird frischer Wind in die Handlung geblasen, die deshalb unterhaltungsstark ihr Finale erreicht: gelungener Abschluss einer original längst ausgeweiteten Serie.

Der Atlas der besonderen Kinder

Begleitet von einigen der „Besonderen Kinder“ begibt sich Jacob Portman auf eine Odyssee durch die USA, um nach magischen Relikten seines Großvaters zu fahnden, was selten ohne gefährliche Zwischenfälle gelingt … – Nachdem die Geschichte eigentlich erzählt ist, ‚zwingt‘ der Erfolg den Verfasser zur Fortsetzung seines Werkes. Weiterhin gut geschrieben und im Detail einfallsreich, lässt sich der ‚Relaunch‘ zäh an und endet allzu offen; hinzu kommt die Aufweichung jener Attribute, die den Kindern echte, d. h. im Rahmen der Handlung plausible Besonderheit verlieh: Die Faszination der Serie franst recht deutlich aus.

Die große Mammuthöhle

Tief unter der Erdoberfläche stößt eine kleine Forschergruppe auf ein Unterweltreich, in dem Riesenspinnen, Saurier, fleischfressende Pflanzen und wilde Urmenschen ihr Unwesen treiben. Die Forscher geraten in arge Bedrängnis, verirren sich und müssen sich den Weg zurück in die Oberwelt erkämpfen, was nicht ohne Opfer abgeht … – Der Plot ist wüst (und dreist) aus Genre-Klassikern zusammengeraubt, die Umsetzung gelinde gesagt schlicht, die Figurenzeichnung eine Sammlung abgestandener Klischees: Diese Kuriosität aus dem Bodensatz deutscher Nachkriegs-Phantastik sagt viel Interessanten über die zeitgenössische SF-Szene aus.

Der Atem einer anderen Welt

Neben der irdischen Realität existieren ‚Traumwelten‘, die den Naturgesetzen enthoben sind. Viele Kinder reisen dorthin, manche kehren unfreiwillig in die Wirklichkeit zurück und werden in einem besonderen Internat betreut. Als dort ein Mord geschieht, machen sich einige Insassen als Ermittler in das Traumland des Opfers auf … – „Der Atem …“ sammelt drei Kurzromane, von denen nur der erste überzeugen kann. Teil 2 ist vor allem Wiederholung des Bekannten, Teil 3 verzettelt sich in einer zunehmend die logische Bodenhaftung verlierenden, nur behaupteten Exotik.

Die phantastische Reise

Um einen ins Koma gefallenen Wissenschaftler zu retten, wird ein Ärzteteam auf Mikrobengröße verkleinert und macht sich im Mini-U-Boot durch die Adern auf den gefährlichen Weg ins Gehirn … – Das Buch zum Kinoklassiker erzählt die spannende Handlung nicht einfach nach, sondern ergänzt sie durch Hintergrundinformationen, liefert ausführliche Charakterisierungen der Figuren und unternimmt sogar den (rührend gescheiterten) Versuch, die krude Story wenigstens ansatzweise plausibel wirken zu lassen: keine simple Beigabe zum Film, sondern ein eigenständiger, sehr lesbarer Science-Fiction-Roman.

Mortal Engines – Jagd durchs Eis

An Bord des Luftschiffs „Jenny Haniver“ werden Hester und Tom von bekannten und unbekannten Gegnern gejagt. Sie werden auf den nordamerikanischen Kontinent verschlagen, wo sie in neue Konflikte verwickelt werden … – Sehr actionlastig sorgt Autor Reeve im zweiten Band der „Mortal-Engines“-Serie für durchaus gelungene Unterhaltung, die mit dem inhaltlich besser strukturierten Erstling nicht ganz mithalten kann.

Das Ding aus einer anderen Welt

Ein außerirdischer Gestaltwandler infiltriert eine isolierte Antarktis-Station. Er kann die Gestalt seiner Opfer fast perfekt annehmen, sodass niemand weiß, ob sein Gegenüber noch Mensch oder schon ein „Ding“ ist … – Daraus entwickelt sich die übliche Story aus verhängnisvoll falschen Verdachtsmomenten und Verfolgungsjagden, die hier jedoch angemessen simpel, spannend und temporeich erzählt wird: ein lesenswürdiges Buch zu einem klassischen B-Movie.

Riptide – Mörderische Flut

Auf einer kleinen Insel lockt ein vergrabener Piratenschatz, den allerdings raffinierte Todesfallen schützen. Per Hightech versucht ein Team von Spezialisten das alte Raubgut trotzdem zu bergen, wobei jeder Irrtum buchstäblich mörderische Konsequenzen nach sich zieht … – Auf dem Fundament einer realen Schatzinsel spinnt das Autorenduo ein eher generisches als spannendes Garn, das ebenso leichen- wie klischeereich einem spektakulären Finale entgegenstrebt: Lesefutter, dessen Energie das Leserhirn immerhin sporadisch anregen kann.

Planet der Stürme

Auf seiner langen, bisher vergeblichen Suche nach der verschollenen Erde strandet Earl Dumarest auf Gath. Dort steht der jährliche ‚Sturm‘ bevor, der nicht nur die Luft bewegt, sondern auch Menschenhirne mit lebensgefährlichen Folgen beeinflusst. Der Versuch einer rechtzeitigen Abreise scheitert, stattdessen wird Dumarest in eine politische Intrige verstrickt und legt sich mit dem mysteriösen Cyclan an … – Der erste von mehr als 30 Serienbänden bietet ein flaches, leidlich unterhaltsames Science-Abenteuer und erstaunt bzw. deprimiert durch ein düsteres, keineswegs fortschrittliches Zukunftsbild: SF von gestern, simpel, aber passagenweise durchaus effektvoll.

Die Troja-Mission

Das Karibische Meer wird von Wirbelstürmen und Giftschlamm heimgesucht. Ermittlungen deuten darauf hin, dass ein Geheimbund aus uralten Zeiten nach der Weltherrschaft greift … – Troja ist eigentlich in England untergegangen, Odysseus kam immerhin bis Amerika, und die keltischen Druiden haben den Römern eine Nase gedreht: Dies sind nur einige der spektakulären Details, aus denen Clive Cussler das 17. Dirk-Pitt-Garn spinnt. Einmal mehr bietet dieses fröhlichen Abenteuer-Unfug mit Hightech-Thriller-Elementen, der sich flott liest und gelesen werden muss, damit die holprige Handlung gähnende Logikschluchten überwindet.