Belletristik

Das Buch, in dem die Welt verschwand

1780 gerät der Arzt Nicolai Röschlaub in eine mysteriöse Verschwörung. Diverse Geheimbünde kämpfen miteinander und gegen die kaiserliche Regierung. Es ist auch ein Ringen zwischen Reaktion und Aufklärung. Dabei werden keine Gefangenen gemacht. Um sein Leben zu retten, will Röschlaub die Hintermänner entlarven, doch je tiefer er gräbt, desto mehr löst sich das Komplott in ein Gewirr unverständlicher Einzelintrigen auf … – Ein Roman aus Deutschland, der Anspruch mit hohem Unterhaltungswert kombiniert. Sehr elegant spinnt Autor Wolfram Fleischhauer vordergründig ein Garn aus Historie, Krimi und Mystery, das geschickt und überraschend, aber sehr philosophisch aufgelöst wird, wobei der Autor die Kraft zu verdeutlichen versucht, die einer Idee innewohnen kann.

Najaden – Das Siegel des Meeres

Der Roman “Najaden – Das Siegel des Meeres” spielt in einer Welt, die im Orient zu verorten ist und Anlehnung an manche mythologische Gegebenheit nimmt. […] Mir persönlich gefiel der Schreibstil gut, der recht detailreich ist. Auch die Nebenverzweigungen, Sprünge und Perspektivwechsel im Plot waren gut angelegt. Da die Geschichte mit einem Cliffhanger endet, bin ich schon recht gespannt auf die Fortsetzung.

Das Experiment

Der Russe Andrej Woronin kommt 1951 in eine Stadt, die von Menschen aus unterschiedlichen Zeitebenen bewohnt wird. Sie nehmen am „Experiment“ teil, dessen Zweck sich den Beteiligten nie wirklich erschließt … – Science-Fiction-verbrämte und kritische Allegorie auf den realen = irrwitzigen Sozialismus der Sowjetunion. Aufgrund totalitärer Gesetzesvorgaben mussten die Autoren mit Chiffren arbeiten, die der heutige Leser nur noch ansatzweise entschlüsseln kann: als literarisches Zeugnis einer unheilvollen Vergangenheit hochinteressant, als Romanunterhaltung eher zäh.

Asche und Gold

Ein Historiker stößt bei seiner Suche nach den Wurzeln des Bösen auf eine uralte und weltweite Verschwörung, hinter der womöglich der Teufel persönlich steckt, und folgerichtig in lebensgefährliche Abenteuer … – Im Gewand eines Unterhaltungs-Thrillers steckt eine ‚metaphysische‘ Betrachtung des Bösen als elementare Kraft. Diese Schere klafft allerdings zu weit, um das von der Autorin gewünschte Ergebnis zu erzielen: trotzdem ein ungewöhnlicher und lesenswerter Roman.

Nichts ist verziehen

Ein Klassentreffen führt nach vielen Jahren alte Feinde und alte Freunde wieder zusammen. Die Stimmung ist ungewöhnlich, irgendwie angespannt. Dazu trägt auch bei, dass das Klassentreffen an dem Ort stattfindet, an dem man bereits zu Schulzeiten einmal groß gefeiert hat: eine Hütte im Wald, die einem ehemaligen Lehrer gehört. Schnell sind alle leicht angetrunken und dann kommt das böse Erwachen: Ein Toter. Und dabei soll es nicht bleiben.

Das Glück an Regentagen

Nachdem Mae ein schlimmes Erlebnis mit ihrem Verlobten verkraften muss und dieser nach einem Betrug an der Firma mit dem Geld untertaucht, kehrt Mae in ihre Heimat an den St. Lorenz Strom zurück. Hier ist sie nach dem Tod ihrer Eltern bei den Großeltern Lilliy und George aufgewachsen.
Doch auch hier scheint alles anders zu sein. Ihre Großmutter wirkt leicht dement, ihr Großvater ist nicht zuhause. Auch ihre Beziehung scheint gelitten zu haben …

Red Grass River

In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts tobt in den Sümpfen Floridas eine erbitterte Familienfehde zwischen Schwarzbrennern und Gesetzeshütern, die sich zu regelrechten Kriegen mit rivalisierenden Gangsterbanden ausweitet und für außerordentliche Opferzahlen sorgt … – Großartige Mischung aus Historien-Roman und Thriller. Handlung, Figuren, Landschaftsdarstellung (und Übersetzung): alles vom Feinsten. Hinzu kommt eine erstaunliche atmosphärische Dichte, was „Red Grass River“ insgesamt zu einer der sicherlich besten Neuerscheinungen des Jahres aufwertet.

Die Frauen vom Löwenhof – Agnetas Erbe

Agneta hat sich von ihrer Familie auf Gut Löwenhof losgelöst und studiert Kunst und Malerei in Stockholm. Sie führt ein in dieser Zeit modernes selbständiges Leben, hat ihren Freund Michael an ihrer Seite und setzt sich für die Frauenrechte ein. Eines Tages erreicht sie ein Telegramm ihrer Mutter, dass ihr Vater bei einem Unglück ums Leben gekommen ist. Überstürzt reist sie nach Hause und kurze Zeit später verstirbt ebenso ihr Bruder an den Verletzungen vom Feuer, das einen großen Stall niedergebrannt hat. Plötzlich ist sie nun in der Erbfolge die neue Gutsherrin vom Löwenhof. Doch ist es das wert, diese Bürde aufzunehmen?

Alicia verschwindet

Alicia verschwindet und Robert sucht nach ihr. Als er nicht mehr weiter weiß zieht er seinen Bekannten, Dr. Heathcliff, ins Vertrauen. Die beiden kennen sich vom Golfplatz, aber eigentlich nicht so gut, dass sie bislang ausführliche Gespräche miteinander geführt haben. Robert Arlington-Stockwell, Sohn aus gutem Hause, hat aber einen guten Grund sich gerade jetzt ausführlich mit Dr. Heathcliff zu unterhalten. Die Unterhaltung der Männer präsentiert uns der Autor aus der Erzählperspektive des Herrn Heathcliff, was die Erzählung schon einmal ganz besonders macht.