Belletristik

Frances Sherwood – Die Schneiderin von Prag oder Das Buch des Glanzes

Die jüdische Gemeinde in Prag wird 1601 von der katholischen Kirche und Kaiser Rudolf II. bedroht. In ihrer Not erschaffen sich die Juden aus Lehm einen Golem, der sie beschützen soll. Der künstliche Mensch entwickelt Geist und Gefühle, die von einer jungen Frau erwidert werden … – Historischer Roman, der die Golem-Sage um den Rabbi Löw variiert. Die Verfasserin erzählt mit Schwung und angenehmer ironischer Distanz diese Geschichte, ohne sich in der bloßen Rekonstruktion der frühneuzeitlichen Welt zu verlieren. Der historischen Handlung eingeflochten wird eine Liebesgeschichte, die allerdings diese Tugenden vernachlässigt und in Herz-Schmerz-Klischees abrutscht, was den ansonsten positiven Eindruck verwässert.

Die Farben des Lebens

Kim hat nach dem Tod der geliebten Großmutter keine Verwandten mehr. Nur ihr Verlobter Clovis ist stets an ihrer Seite. Dennoch wird Kim mit dem unerwarteten Tod der Katze (Spitzname der Großmutter) nicht fertig. In gewisser Weise stellt sich ihr die Frage nach dem Sinn des Lebens und das speziell bezogen auf das Älterwerden und das Alter an sich. So entschließt sich Kim dem Leben auf der kleinen bretonischen Insel Groix für einige Zeit zu entfliehen. An der Cote D’Azur wird sie Gilonne betreuen, eine ältere, vermögende Dame.

Samy

Olga wächst vor der Wende in Bratislava auf. Der Kommunismus ist ihr bis dahin in Fleisch und Blut übergegangen. Nach Beendigung ihres Studiums lernt sie bei einer Reise nach Westberlin einen indischen Psychiater aus Wien kennen und lieben. Die Leidenschaft der Liebenden bleibt nicht ohne Folgen und so bringt Olga einige Zeit später in ihre Heimat den Jungen Samy zur Welt. Ihre Eltern sind über die dunkle Hautfarbe des Jungen entsetzt. Der Kontakt zu ihnen bricht ab.

Drei Schwestern am Meer

Rina kehrt zurück auf die Insel Rügen. Dort ist sie aufgewachsen, gemeinsam mit ihren beiden Schwestern Pia und Jana. Und nun will Rina ihre Großmutter für zwei Wochen besuchen und der Großstadt Berlin dabei entkommen. Kaum auf der Insel angekommen überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst lehnt Rina den Heiratsantrag ihres langjährigen Freundes Daniel ab und kurz darauf bricht Oma in ihrem kleinen Häuschen zusammen und muss ins Krankenhaus.

Absolute Gewinner

Luca hat ein Problem mit seiner Stimme. Er findet sie viel zu schrill und quakig und wird damit viel zu oft für ein Mädchen gehalten. Das stört ihn gewaltig und so redet er nicht mehr als unbedingt nötig, meist gar nicht. Mit großer Leidenschaft aber spielt er Basketball. Und so kommt es, dass er plötzlich zu einem Team gehören soll. Der Hausmeister seiner Schule erwählt ihn Teil seines Teams zu werden um an einem Turnier, dem „Night Move“ teilzunehmen.

Aisha

Axel Steen ermittelt wieder. Nachdem er selbst in einem Sumpf aus Alkohol und Drogen versackt war, ist der Ermittler Axel Steen nun wieder so weit hergestellt, dass er in einem neuen Fall ermitteln kann.
Im Kopenhagener Stadtteil Amager wird die Leiche eines ehemaligen PET (dänischer Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst) Mitarbeiters aufgefunden. Der Tote, Sten Høeck, wurde auf brutale Weise ermordet…

Das Leben ist manchmal woanders

Marlene besucht gemeinsam mit ihrem Sohn Gregor ihre Schwester Judith und deren Mann Achim. Judith ist froh ihre Schwester einmal wiederzusehen, auch wenn die Lebensumstände der Schwestern sehr unterschiedlich sind und Marlenes Sohn Gregor schon irgendwie anders ist als andere Kinder.
Gregor ist ein munterer Kerl. Er ist alles andere als kontaktscheu und geht auf andere Menschen immer offen zu. Er schätzt Menschen ein und entlockt ihnen regelmäßig auch ein Lächeln oder zumindest ein überraschtes Gesicht.

Eisige Flut

Bereits einige Wochen ist Anja Derling verschwunden, als sie eines Morgens vor ihrem Elternhaus tot aufgefunden wird. Als Eisstatue steht sie vor dem Haus, die Hand zur Klingel ausgestreckt. Hauptkommissar John Benthien und seine Kollegen stehen vor einem Rätsel. Warum wurde das Opfer so zur Schau gestellt? Schon bald gibt es eine weitere Leiche und auch, wenn eine Verbindung zwischen den Opfern nicht auf Anhieb ersichtlich ist, so scheint es sich doch um eine Mordserie zu handeln, denn bei den Toten wird jeweils im Bauchnabel eine Beigabe gefunden.

Mann am Boden

John Turner lebt mit seiner Frau Tanya und der gemeinsamen Tochter Lucy in Tucson Arizona. Er hat sich dort ein neues Leben aufgebaut nachdem er vor vielen Jahren die alte Heimat Südafrika Hals über Kopf verlassen hat. Doch der Schein trügt, denn weder er selbst noch seine Frau haben mit der Vergangenheit wirklich abgeschlossen. Die damaligen Ereignisse belasten die Ehe. Als nun John eine Affäre mit seiner engsten Mitarbeiterin eingeht, überschlagen sich die Ereignisse.

Die himmlische Tafel

Drei Brüder versuchen sich 1917 im US-Hinterland als Räuber. Nicht ihr kriminelles Geschick, sondern die Unfähigkeit ihrer Verfolger sichert ihnen die Freiheit, während die Presse sie zu Bestien hochstilisiert. Die blutige Spur der Brüder wird ständig breiter, bis ihre Laufbahn einen kläglichen Höhepunkt erlebt … – Autor Pollock erzählt einerseits deprimierend dicht vom alltäglichen Elend in der tiefsten Provinz, um seine Geschichte andererseits durch knochentrockenen, rabenschwarzen Humor nicht nur zu würzen, sondern auch ihre Absurditäten herauszustellen: ein bemerkenswerter Roman!