Belletristik

Das Experiment

Der Russe Andrej Woronin kommt 1951 in eine Stadt, die von Menschen aus unterschiedlichen Zeitebenen bewohnt wird. Sie nehmen am „Experiment“ teil, dessen Zweck sich den Beteiligten nie wirklich erschließt … – Science-Fiction-verbrämte und kritische Allegorie auf den realen = irrwitzigen Sozialismus der Sowjetunion. Aufgrund totalitärer Gesetzesvorgaben mussten die Autoren mit Chiffren arbeiten, die der heutige Leser nur noch ansatzweise entschlüsseln kann: als literarisches Zeugnis einer unheilvollen Vergangenheit hochinteressant, als Romanunterhaltung eher zäh.

Asche und Gold

Ein Historiker stößt bei seiner Suche nach den Wurzeln des Bösen auf eine uralte und weltweite Verschwörung, hinter der womöglich der Teufel persönlich steckt, und folgerichtig in lebensgefährliche Abenteuer … – Im Gewand eines Unterhaltungs-Thrillers steckt eine ‚metaphysische‘ Betrachtung des Bösen als elementare Kraft. Diese Schere klafft allerdings zu weit, um das von der Autorin gewünschte Ergebnis zu erzielen: trotzdem ein ungewöhnlicher und lesenswerter Roman.

Nichts ist verziehen

Ein Klassentreffen führt nach vielen Jahren alte Feinde und alte Freunde wieder zusammen. Die Stimmung ist ungewöhnlich, irgendwie angespannt. Dazu trägt auch bei, dass das Klassentreffen an dem Ort stattfindet, an dem man bereits zu Schulzeiten einmal groß gefeiert hat: eine Hütte im Wald, die einem ehemaligen Lehrer gehört. Schnell sind alle leicht angetrunken und dann kommt das böse Erwachen: Ein Toter. Und dabei soll es nicht bleiben.

Das Glück an Regentagen

Nachdem Mae ein schlimmes Erlebnis mit ihrem Verlobten verkraften muss und dieser nach einem Betrug an der Firma mit dem Geld untertaucht, kehrt Mae in ihre Heimat an den St. Lorenz Strom zurück. Hier ist sie nach dem Tod ihrer Eltern bei den Großeltern Lilliy und George aufgewachsen.
Doch auch hier scheint alles anders zu sein. Ihre Großmutter wirkt leicht dement, ihr Großvater ist nicht zuhause. Auch ihre Beziehung scheint gelitten zu haben …

Red Grass River

In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts tobt in den Sümpfen Floridas eine erbitterte Familienfehde zwischen Schwarzbrennern und Gesetzeshütern, die sich zu regelrechten Kriegen mit rivalisierenden Gangsterbanden ausweitet und für außerordentliche Opferzahlen sorgt … – Großartige Mischung aus Historien-Roman und Thriller. Handlung, Figuren, Landschaftsdarstellung (und Übersetzung): alles vom Feinsten. Hinzu kommt eine erstaunliche atmosphärische Dichte, was „Red Grass River“ insgesamt zu einer der sicherlich besten Neuerscheinungen des Jahres aufwertet.

Die Frauen vom Löwenhof – Agnetas Erbe

Agneta hat sich von ihrer Familie auf Gut Löwenhof losgelöst und studiert Kunst und Malerei in Stockholm. Sie führt ein in dieser Zeit modernes selbständiges Leben, hat ihren Freund Michael an ihrer Seite und setzt sich für die Frauenrechte ein. Eines Tages erreicht sie ein Telegramm ihrer Mutter, dass ihr Vater bei einem Unglück ums Leben gekommen ist. Überstürzt reist sie nach Hause und kurze Zeit später verstirbt ebenso ihr Bruder an den Verletzungen vom Feuer, das einen großen Stall niedergebrannt hat. Plötzlich ist sie nun in der Erbfolge die neue Gutsherrin vom Löwenhof. Doch ist es das wert, diese Bürde aufzunehmen?

Alicia verschwindet

Alicia verschwindet und Robert sucht nach ihr. Als er nicht mehr weiter weiß zieht er seinen Bekannten, Dr. Heathcliff, ins Vertrauen. Die beiden kennen sich vom Golfplatz, aber eigentlich nicht so gut, dass sie bislang ausführliche Gespräche miteinander geführt haben. Robert Arlington-Stockwell, Sohn aus gutem Hause, hat aber einen guten Grund sich gerade jetzt ausführlich mit Dr. Heathcliff zu unterhalten. Die Unterhaltung der Männer präsentiert uns der Autor aus der Erzählperspektive des Herrn Heathcliff, was die Erzählung schon einmal ganz besonders macht.

Das Finkenmädchen

Birdy ist in einer gefängnisähnlichen Einrichtung untergebracht, nachdem sie ihrer Mutter gegenüber gewalttätig geworden ist. Sie selbst ist ebenfalls Mutter und ihre Tochter darf regelmäßig zu Besuch kommen. Birdy ist geistig nicht so fit wie andere Menschen, aber sie wirkt sympathisch. Allerdings schwelt in ihr eine Wut gegen Rose. Rose soll ihren eigenen Mann, einen prominenten Fernsehstar, getötet haben. Dafür kommt Rose nun ebenfalls in Haft und zwar in die gleiche Einrichtung, in der auch Birdy lebt.

Strandmord

Auf der Insel Rügen wird am Strand zwischen Glowe und Juliusruh eine Frauenleiche entdeckt. Sie ist nackt, gefesselt, die Lippen wurden mit scharfen Drähten verschlossen, die Augen mit der gleichen Methode offen gehalten. Die ermittelnde Kommissarin Romy Beccare erinnert sich an einen Fall vor einigen Jahren in München an deren Aufklärung sie maßgeblich als Lockvogel beteiligt war. Der Täter von damals wurde gefasst, ist jedoch wieder auf freiem Fuß.

Ein halbes Jahr zum Glück

Markie steht vor einem Scherbenhaufen. Ihre Ehe mit Kyle ist gescheitert. Es gibt einen Haufen Schulden und das Leben in Reichtum mit Privatschule für den Sohn Jesse ist vorbei. Zunächst sucht Markie Hilfe bei ihren Eltern, die jedoch nicht besonders begeistert sind und sich in alle Facetten von Markies Leben einmischen. So ist Markie gezwungen ihr neues Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie mietet in einer wesentlich schlechteren Wohngegend ein Haus und zieht dort mit ihrem Sohn alleine hin.