Fantasy

Anansi Boys

„Fat Charlie“ Nancy, (allzu) menschlicher Sohn des Spinnengottes Anansi, lernt seinen Bruder Spider kennen; eine Bekanntschaft, die sein geruhsames Leben über den Haufen wirft und ihm die Bekanntschaft mit Gaunern, Geistern und einer gefährlichen Vogelgöttin beschert … – Diese Fortsetzung von „American Gods“ ist noch vergnüglicher und kurzweiliger als das Vorgängerbuch: eine prall mit skurrilen Ideen gefüllte Wundertüte!

Saturn im Morgenlicht

Zum ersten Mal werden deutschen Lesern (elf) Storys aus dem „Magazine of Fantasy and Science Fiction” vorgestellt; klassische SF-Themen (Kontakt mit Außerirdischen, Zeitreisen, zukünftige Supertechnik) mischen sich mit Erzählungen, die das Seltsame, Unerwartete in eine ‚normale‘ Gegenwart einbrechen lassen. Auch sonst ist das ‚überraschende‘ Ende, das der Handlung womöglich erst im letzten Satz eine gänzlich neue Wendung gibt, den meisten Autoren wichtig, wobei Jahrzehnte nach dem Ersterscheinen viele Storys altmodisch verstaubt wirken – und sind: SF als nostalgischer Rückblick.

Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Waisenkind Lewis wird von seinem Onkel Jonathan aufgenommen, der sich als Magier entpuppt, in dessen Haus eine Zauberuhr versteckt ist, die den Weltuntergang einzuläuten droht. Als Lewis versehentlich eine Hexe weckt, wird diese Drohung akut … – Dieser moderne Klassiker der Jugendliteratur verbreitet Mystery-Spannung, ohne in Kinder-Kitsch-Klischees zu versinken, und bereitet auch erwachsenen Lesern Freude; lange vom Buchmarkt verschwunden, sorgt die Verfilmung für eine Neuausgabe: erfreulich!

Najaden – Das Siegel des Meeres

Der Roman “Najaden – Das Siegel des Meeres” spielt in einer Welt, die im Orient zu verorten ist und Anlehnung an manche mythologische Gegebenheit nimmt. […] Mir persönlich gefiel der Schreibstil gut, der recht detailreich ist. Auch die Nebenverzweigungen, Sprünge und Perspektivwechsel im Plot waren gut angelegt. Da die Geschichte mit einem Cliffhanger endet, bin ich schon recht gespannt auf die Fortsetzung.

Das erste Buch des Blutes

Band 1 der „Bücher des Blutes“, mit denen Clive Barker in den frühen 1980er Jahren seinen Durchbruch als Verfasser phantastischer Geschichten und Romane erlebte: sechs Storys, einst bahnbrechend, noch heute bemerkenswert in ihrer Mischung aus virtuoser, atmosphärisch dichter Handlung und drastischem Nebeneinander von Sex & Splatter, aber unverdient darunter leidend, dass allzu viele Nachahmer den ‚Barker-Stil‘ aufgegriffen haben.

Quendel

Die Quendel sind ein nettes Völkchen. Geruhsam verbringen sie ihr Leben in kleinen Dörfern und netten Häusern, meist mit eigenem Land. Auch Bullrich Schattenbart gehört zu ihnen, auch wenn er etwas eigenbrötlerisch daherkommt. Er erstellt Karten und das ist eine wahre Kunst. Nun aber will er die Teile des Hügellandes aufzeichnen, die bislang nicht erfasst wurden und dazu gehört der Finster, ein dunkler Wald inmitten des Hügellandes um den sich so einige Geschichten der Quendel ranken.

Die Legenden der besonderen Kinder

Nach einem Vorwort (und im weiteren Verlauf mit einigen Kommentaren des ‚Herausgebers‘ Millard Nullings) erwarten den Leser 10 Storys zwischen 6 und 25 Seiten Länge, mit denen der Autor in sein Universum der Besonderen Kinder zurückkehrt … – Trotz des hohen Preises für relativ wenige Seiten ist dies ein wunderprächtiges Bändchen für alle Fans wahrhaft phantasievoller Literatur: Märchen mit toller Atmosphäre und prächtigen Ideen.

Das dunkle Herz

Wie ihr vor zehn Jahren verschwundener Bruder findet sich auch die junge Anna in einer seltsamen Wüstenstadt wieder, die ihre ebenfalls entführten Mitbürger nicht verlassen können. Während sich unterschiedliche Gruppe bekämpfen, versucht Anna herauszufinden, wieso sie entführt wurde, wer dahinter steckt, und ob ihr Bruder ebenfalls hier gelandet ist … – Ein geschickter Erzähler, dessen Stärke nicht nur in der Entwicklung toller und glaubhafter Charaktere liegt, sondern auch in der Ausarbeitung einer spannenden und dabei wunderbar exotischen Atmosphäre, präsentiert eine spannende, intelligente und überaus reizvolle Geschichte.

Kull – Verbannt aus Atlantis

Nur drei Storys veröffentlichte Robert E. Howard (1906-1936) zu seinen Lebzeiten. Dennoch schuf er eine konturenstarke Figur, die er mit einer umfangreichen ‚Biografie‘ ausstattete und in jene mythische Urzeit versetzte, in der auch Conan, der Barbar, ‚lebte‘: Dieser (reich illustrierte) Band sammelt sämtliche Kurzgeschichten, Entwürfe und Fragmente, die aus Howards Feder stammen. Sie werden kundig kommentiert, sind vorzüglich übersetzt und belegen einmal mehr, wie nachhaltig Howard das Fantasy-Genre geprägt hat.

Midnight, Texas

Einen Hellseher verschlägt es in die US-Provinz und dort in ein Städtchen, das u. a. von Hexen und Vampiren bevölkert wird. Lebende und untote Bürger leben in Eintracht, bis Neonazis sie auf der Suche nach einem Waffenschatz zu terrorisieren und zu morden beginnen … – Das setzt erwartungsgemäß eine Spirale auch magisch beflügelter Gewalt in Gang, bis die Strolche auf der Strecke bleiben: Lesefutter der durchschnittlichen Art, das nur in manchen Details Überraschungen bietet sowie vor allem durch Figurenzeichnungen und Atmosphäre fesseln kann.