Film & Fernsehen

Kinder des Lichts

Gattinnen-Mörder Largwell trifft die ebenfalls flüchtige Joan; das ungleiche Paar gerät in ein Sperrgebiet des Militärs, das dort ganz besondere Kinder hütet, was auf keinen Fall öffentlich bekanntwerden darf … – Der Kalte Krieg schürte die Angst vor einem atomaren III. Weltkrieg. Dieser Apokalypse soll hier ein Schnippchen geschlagen werden, wobei die Moral im Trump-Stil zur Nebensache wird. Vergleichsweise betulich erzählt Autor Lawrence eine Geschichte, die wesentlich intensiver verfilmt wurde: typisch ‚langsamer‘, reichlich angestaubter britischer SF-Katastrophen-Roman.

Mind Control

Nach Jahren im Koma erwacht „Mercedes-Mörder“ Hartsfield und entdeckt, dass er die Hirne seiner Mitmenschen manipulieren kann, was ihm die Gelegenheit verschafft, wieder als Killer tätig zu werden sowie Rache an denen zu nehmen, die ihn einst aufhalten konnten … – Der letzte Band der Bill-Hodges-Trilogie greift auf die Ereignisse des Auftaktromans zurück. Während der Krimi-Anteil so gut wie verschwindet, kehrt Stephen King zum Übernatürlichen zurück und legt ein routiniert geschriebenes Garn vor, das sich autorentypisch sehr gut lesen lässt, obwohl es keineswegs originell ist.

Das erste Buch des Blutes

Band 1 der „Bücher des Blutes“, mit denen Clive Barker in den frühen 1980er Jahren seinen Durchbruch als Verfasser phantastischer Geschichten und Romane erlebte: sechs Storys, einst bahnbrechend, noch heute bemerkenswert in ihrer Mischung aus virtuoser, atmosphärisch dichter Handlung und drastischem Nebeneinander von Sex & Splatter, aber unverdient darunter leidend, dass allzu viele Nachahmer den ‚Barker-Stil‘ aufgegriffen haben.

Fata Morgana

Auf einem zur Besserungsanstalt umgebauten Landgut trachtet offenbar jemand der reichen Hausherrin nach dem Leben. Die besorgte Schwester schleust eine alte Freundin – die kriminalistisch erfahrene Miss Marple – in die Villa ein. Dennoch kommt es zum Mord; zwar nicht an besagter Hausherrin, aber Miss Marple spürt, dass Ermittlungseile notwendig ist … – Der fünfte Roman mit Miss Marple (= Christies 43. Kriminalroman) bietet Mystery und Rätsel in (allzu) routinierter Vollendung, liefert aber genretypische Kost und die übliche = finale Überraschung.

Eine Messe für all die Toten

In einer englischen Kleinstadt nahe Oxford sind diverse Bürger mit ihren Leben unzufrieden. Ihre Wege kreuzen sich regelmäßig in der Kirche, wo plötzlich der Tod durch Gift, Messer oder Würgehalsband beunruhigend oft zu Gast ist: Dies ist ein idealer Fall für den urlaubsgelangweilten Chief Inspector Morse, der jedoch zum Wettlauf mit dem Tod ausartet … – Der vierte Band der wunderbaren (und endlich neu aufgelegten) Serie um Morse und den geplagten Sergeant Lewis bietet nicht nur einen komplexen Plot, sondern auch einen für den Rätselkrimi erstaunlich modernen Blick auf das im Genre gern aber falsch gepflegte und allzu harmlos dargestellte Kleinstadt- und Alltagsböse.

Geheimkommando Zenica

Auf dem Balkan sind im Weltkriegsjahr 1943 7000 jugoslawische Partisanen in einer nazideutschen Todesfalle gefangen. Sechs britische Spezialagenten werden auf ein ebenso geheimes Kommandounternehmen geschickt, um das entscheidende Scherflein zu einem gewagten Rettungsplan beizutragen … – Um seine realgrausamen Aspekte bereinigt, wird der Krieg zum Abenteuer, das tatkräftigen Männern die Gelegenheit gibt, heldenhaft ins Weltgeschehen einzugreifen. In diesem Kontext bietet Autor MacLean anspruchsarme, aber gelungene Unterhaltung.

Midnight, Texas – Geisterstunde

Wahrsager Manfred und Auftragsmörderin Olivia tun sich zusammen, um den Mord an einer zwar alten, vor allem jedoch reichen Frau zu klären, bevor die Polizei den tatverdächtigen, aber unschuldigen Manfred festnimmt; die tatsächlichen Übeltäter verfolgen dies mit zunehmender Sorge … – Teil 2 der „Midnight-Texas“-Serie bietet eher Krimi-Kost als Mystery, weiß aber mit sachten Seltsamkeiten zu gefallen und bietet insgesamt anspruchslose Unterhaltung.

Höllenschlund

Ein urzeitlicher Riesenhai geht auf Menschenfang, während ein besessener Wissenschaftler sich an seine Flossen heftet, um ihn auszuschalten … – Schier unfassbar in seiner Mischung aus schlecht inszenierter Action und einschlägigen Uralt-Klischees, schlägt dieser Schmalspur-Thriller durch seine holzschnitthafte Figurenzeichnungen dem Fass (bzw. den Lesern) endgültig die Krone (oder die Flosse) ins Gesicht.

Die Einkreisung

In New York City, schon 1896 mehr Moloch als Metropole, tötet eine Serienmörder grausam Kinder; da seine Opfer arm sind, will die Obrigkeit seine Taten vertuschen, was ein ehrlicher Polizeichef nicht duldet und deshalb einen Psychologen, einen Journalisten und eine Frau damit beauftragt, den Täter zu entlarven … – Zeitgenössisches Unwissen und Vorurteile im Konflikt mit moderner Kriminalistik sorgen im Bund mit einem gut erdachten und entwickelten Plot für spannende Unterhaltung: ein beinahe schon klassischer Historien-Thriller, der anlässlich seiner (TV-) Verfilmung neu aufgelegt wurde.

Lex Barker. Die Biographie

Leben und filmisches Werk des Lex Barker, der als US-Schauspieler in Europa und hier in Deutschland den Gipfelpunkt einer ungewöhnlichen, aber doch exemplarischen Karriere erklomm: als ‚Star der zweiten Reihe‘, der sich Ruhm und Reichtum hart erarbeiten musste, doch rasch in Vergessenheit geriet, als sein ‚Typ‘ nicht mehr gefragt war … – Aufwändig recherchierte, immens faktenreich rekonstruierte und opulent bebilderte Biografie mit Vorbild-Charakter; viele Fragen, die zu stellen einem nie eingefallen wäre, sind beantwortet. Merkwürdig muten indessen die zahlreichen Zitate aus Knallbunt-Gazetten à la „Bravo“ an, die gar nicht zu den vielen seriösen Quellen passen, aus denen ebenfalls geschöpft wurde.