Film & Fernsehen

Traumfabrik Hollywood. Wie Stars gemacht und Mythen geboren wurden

Werbung und Film scheinen seit jeher siamesische Zwillinge im Geiste der Übertreibung bzw. der Lüge zu sein. Autor Sennett belegt, wie diese Verbindung Anfang des 20. Jahrhunderts entstand, um in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg ein pseudo-reales Eigenleben zu entwickeln … – Das hochinteressante Thema wird weniger tiefschürfend als breit dargestellt. Trotzdem ein fesselndes Sachbuch, das zudem reich und kundig bebildert ist.

Blade Runner

Kopfgeldjäger Deckard sucht und eliminiert Androiden, die sich widerrechtlich auf einer Erde verstecken, die der Mensch zugrunde gerichtet hat. Dabei entdeckt er eine ‚parallele‘ Welt, die womöglich die eigentliche Realität darstellt … – Spätestens seit und wegen der grandiosen Verfilmung (1982) gilt dieser Roman als Meisterwerk, obwohl Autor Dick sein typisches Thema – die Frage nach der ‚Realität der Realität‘ – durchspielt: Genau das gelingt ihm mit einer Meisterschaft, die auch heute fesselt, obwohl Dicks Blick in die ‚Zukunft‘ schon vor vielen Jahren entstand.

Eisstation Zebra

Am Nordpol ist ein russischer Spionagesatellit abgestürzt, den neugierige Meteorologen geborgen haben. Sowohl die Sowjets als auch die US-Amerikaner wollen den Film aus dem Satelliten, der den Standort diverser westlicher Raketenstützpunkte verrät. Ein „Maulwurf“ sabotiert erst die Station und später das U-Boot der Retter, um diese so lange aufzuhalten, bis ein sowjetisches Geheimdienstteam eintrifft … – Abenteuergarn aus der Hochzeit des Kalten Kriegs, sauber geplottet, schnörkellos erzählt, sehr spannend dank der eindrucksvollen Polar-Kulisse, in der sich einfach gezeichnete, aber einprägsame Charaktere ein schwer durchschaubares Katz-und-Maus-Spiel liefern: zweifellos zu Recht ein Klassiker seines Genres.

Das Zeichen der Vier

Der jungen Mary Morstan werden Perlen zugesandt. Dies sei der kleine Teil eines Vermögens, um den ihr vor Jahren verschollener Vater geprellt worden sei, informiert sie der anonym bleibende Wohltäter, der nun für Genugtuung sorgen möchte. Mary wendet sich Hilfe suchend an den Beratenden Detektiv Sherlock Holmes, der den interessanten Fall übernimmt und sich rasch in eine turbulent-mörderische Schatzsuche verwickelt sieht … – Zweiter Auftritt von Sherlock Holmes, im Vergleich zum Debüt mit deutlich erkennbaren Fortschritten im Handlungsbogen, der straff in ein spannendes Finale mündet, dem freilich ein allzu ausführliches Erklärbär-Kapitel aufgepfropft wird.

Der Hund der Baskervilles

Für ein vor Jahrhunderten begangenes Unrecht wird das Geschlecht der Baskervilles von einem mörderischen Geisterhund gejagt. Nun soll der berühmte Detektiv Sherlock Holmes den Spuk bannen. Mit seinem treuen Gefährten Dr. Watson macht er sich auf in das Moor von Devonshire, wo des Nachts freilich nicht nur der Hund umgeht … – Berühmtester und mit Abstand bester der vier Holmes-Romane, gelungen in der Handlung, spannend, atmosphärisch unerhört dicht: jede Zeile mit Recht ein Klassiker des Kriminalromans.

Wer hat denn den gedreht?

Bevor sie starben und ihr einmaliges Insiderwissen mit ins Grab nahmen, befragte der junge Journalist und spätere Regisseur Peter Bogdanovich Filmschaffende, die in der „Goldenen Ära“ Hollywoods gearbeitet und Meisterwerke auf die Leinwand gebracht hatten. Viele Jahre später stellte Bogdanovich diese Interviews in einem grandiosen Sammelband vor, der eine große Zeit des klassischen Kinos kundig und ebenso informativ wie anekdotenreich aufleben lässt: ein Meisterwerk!

Horror Cinema. Die besten Gruselfilme aller Zeiten

In zehn Kapiteln, die sich an prominenten Sujets orientieren, werden das Genre Horrorfilm und in einem zweiten Teil 50 historisch relevante Horrorfilme vorgestellt. Während das Bildmaterial auch in seiner Wiedergabequalität über die gesamte Distanz überzeugen kann, bleiben zumindest die Autoren des ersten Teils an der Oberfläche, referieren oft kaum mehr als Filmtitel und verbreiten Allgemeinplätze. Die deutsche Fassung fasst frühere Verlagstitel zwischen zwei Deckeln neu zusammen. Inhaltliche Fehler der Erstausgabe wurden korrigiert, ältere Texte aktualisiert, und der sensationell günstige Kaufpreis versöhnt zusätzlich mit den genannten Mängeln.

Alfred Hitchcock bringt: Verrammelt die Türen

Zwar gab Alfred Hitchcock nur seinen werbewirksamen Namen für diese Sammlung her, die nichtsdestotrotz acht klassische Storys bündelt, in denen es manchmal tatsächlich aber meist nur scheinbar übernatürlich umgeht; in der Regel ist es der Mensch selbst, dem das gestörte Hirn Schreckensbilder vorgaukelt, denen fürchterliche Taten folgen: auch ohne Hitchcock-Faktor angenehm gruselige Lektüre.

Abfahrt Pelham 1 Uhr 23

Skrupellose Gewaltverbrecher entführen eine U-Bahn (!) und fordern ein hohes Lösegeld. Während man sich außen um eine möglichst opferarme Lösung bemüht, steigt innen die Panik, zumal auch die Gangster Nerven zeigen … – Überaus spannender, auf das Verbrechen konzentrierter Thriller, der ohne Abschweifungen, temporeich und konsequent einen tatsächlich dramatischen Höhepunkt erreicht: kein Wunder, dass dieser Roman mehrfach verfilmt wurde!

Das Gespenst

Weltenretter-Rentner James T. Kirk wird reaktiviert, als das böse Spiegel-Universum die Föderation unterwandert und nach der Macht greift. Zusammen mit alten Freunden und neuen Verbündeten – darunter Jean-Luc Picard – wirft sich Kirk abermals ins Gefecht … – Start einer Trilogie, die in epischer Länge die ‚klassischen‘ Star-Trek-Helden mit der „Next Generation“ mischt und trotz der penetranten Zentralfigur ein richtig spannendes Garn spinnt: So gut KANN „Star Trek“ sein!