Historisch

Die Frauen vom Löwenhof – Agnetas Erbe

Agneta hat sich von ihrer Familie auf Gut Löwenhof losgelöst und studiert Kunst und Malerei in Stockholm. Sie führt ein in dieser Zeit modernes selbständiges Leben, hat ihren Freund Michael an ihrer Seite und setzt sich für die Frauenrechte ein. Eines Tages erreicht sie ein Telegramm ihrer Mutter, dass ihr Vater bei einem Unglück ums Leben gekommen ist. Überstürzt reist sie nach Hause und kurze Zeit später verstirbt ebenso ihr Bruder an den Verletzungen vom Feuer, das einen großen Stall niedergebrannt hat. Plötzlich ist sie nun in der Erbfolge die neue Gutsherrin vom Löwenhof. Doch ist es das wert, diese Bürde aufzunehmen?

Der Fluch des Hauses Foskett

Im London des Jahres 1882 soll Privatermittler Grice die finanziell miteinander verbandelten Mitglieder eines Vereins voreinander beschützen. Trotzdem kommen sie rasch nacheinander sowie grässlich zu Tode, was seinem Ruf arg abträglich ist … – Auch im zweiten Band der „Gower-Street-Detective“-Serie versucht Autor Kasasian nicht zu verbergen, dass es sich hier um einen weiteren Historienkrimi im Sherlock-Holmes-Stil handelt; Dr. Watson ist hier eine (selbstbewusste) Frau, das viktorianische London ein Pfuhl alltäglicher Ungerechtigkeit, und Splatter-Effekte sind keineswegs verpönt: ordentliches Lesefutter.

Spiel mit dem Feuer

In einem abgelegenen Dorf versuchen zwei Männer verzweifelt, die zum Lynchmord an einem mordverdächtigen aber womöglich unschuldigen Fremden entschlossenen Bürger von ihrem Tun abzubringen, indem sie den wahren Täter entlarven … – Unter dem Eindruck der McCarthy-Hexenjagden der 1950er Jahre entstanden, ist dieser Roman teils allegorisches Lehrstück, teils klassischer Krimi: spannend, betont emotional und oft bedrückend realistisch.

Die Kanonen von Navarone

Mehr als tausend britische Soldaten sitzen im II. Weltkrieg auf einer griechischen Insel fest. Damit man sie retten kann, müssen fünf Männer eine nazideutsche Kanonenfestung ausschalten; ein Himmelfahrtskommando, das um jeden Preis gelingen muss … – Klassischer Agententhriller um entschlossene Männer, die keineswegs ohne menschliche Schwächen sind und sich einer tödlichen Herausforderung stellen, wobei Pläne sich ändern und Verrat jederzeit möglich ist: einer der besten MacLean-Romane, der 1961 kongenial verfilmt wurde.

Alle sind verdächtig

Mit einer Giftspritze wird Lola Fortescue umgebracht, als sie eine Freundin in England besuchen will. Der ermittelnde Beamte steht vor einer ganzen Gruppe potenzieller Verdächtiger, die selbstverständlich jegliche Mordbeteiligung abstreiten … – Weniger klassischer als schlicht alter Rätsel-Krimi, dessen Autor sich der bekannten Elemente bedient, ohne dadurch mehr als leidlich unterhalten zu können, weil seine Figuren blasse Archetypen bleiben; als Beleg für zeitgenössische Krimi-Kost freilich auch gerade deshalb durchaus unterhaltsam.

Jacks Rache

Jüngling Jack muss als gemeiner Matrose vor dem Mörder seiner Eltern flüchten. Auf hoher See reift er zum Mann, erlebt unzählige Abenteuer und kehrt schließlich heim, um den Strolch zur Rechenschaft zu ziehen und seine wahre Liebe zu befreien … – Was klingt wie eine Sammlung einschlägiger Klischees, ist auch eine, wobei die unbekümmerte Fabulierkunst des Autorenpaares trotzdem für Unterhaltung sorgt: kunterbuntes, nur bedingt die historischen Tatsachen streifendes Seemannsgarn.

Schatten über Bedford Square

Der Mord an einem Straßenverkäufer entpuppt sich als erpresserischer Schachzug in einem Intrigenspiel, dessen Betreiber menschenunwürdige aber lukrative Geschäfte sichern wollen … – Auf ihre Spur setzt sich in seinem 19. Fall Inspektor Pitt, der wie üblich von seiner klugen Gattin Charlotte unterstützt wird: schwulstreicher „Lady Thriller“ vor historisierender Kulisse; Gefühle werden zelebriert, bis der durchaus überzeugende Plot unter einer dicken Seifenschaumschicht erstickt.

Wie Schatten über totem Land

Die Befreiung zweier Schwestern aus der Gewalt eines sadistischen Irren endet 1902 als blutige Orgie grotesker Gewalt, wobei sich die Unterschiede zwischen Verbrechern und Rettern zunehmend verwischen … – Quasi existenzieller Western, der die archaische Landschaft als Bühne eines Geschehens nutzt, das die Allgegenwart des Bösen im Menschen nicht nur darstellt, sondern förmlich zelebriert und dabei (pseudo-) literarisch aufpimpt; der Verfasser ist bemerkenswert einfallsreich, wenn es darum geht, Gewalt in Worte zu fassen: als Historien-Horror unterhaltsam.

Der Wachsblumenstrauß

Der reiche Mr. Abernethie starb nicht nur sehr plötzlich, sondern auch gerade rechtzeitig, denn seine sechs Erben befanden sich in großen Geldnöten; eine Kombination, die erst dem Familienanwalt und dann Hercule Poirot verdächtig scheint … – In seinem 29. Fall ermittelt Hercule Poirot abermals im Kreise kaum trauernder, sondern verdächtiger Familienangehöriger, was die Autorin ungemein spannend und unter Legung ebenso eindeutiger wie falscher Fährten über die kriminelle Bühne bringt: In ihrem 44. Kriminalroman zeigt sich Agatha Christie als ebenso routinierte wie einfallsreiche Meisterin des Genres.

Die gesammelten Geschichten und Des Teufels Wörterbuch

Ursprünglich in vier Bänden sammelte der Haffmans Verlag die Kurzgeschichten, ‚Fabeln‘ und Aphorismen des Schriftstellers Ambrose Bierce (1842-1913/14), der zu den (lange vergessenen) Meistern der US-amerikanischen Literatur gehört und in seinen Werken grausige Realität und gruselige Fiktion sowohl eigenwillig wie eindringlich darzustellen weiß: Diese Sammlung demonstriert Zorn und Talent eines auch gegen sich selbst unbarmherzig kritischen Menschen.