Historisch

Seminar für Mord

Der „Golden-Guillotine-Club“ hat Inspektor Maybridge als Krimi-Experten eingeladen. Als Höhepunkt des Wochenendes wird der Vorsitzende umgebracht und der Gast vom Mörder als Ermittler herausgefordert … – Der zweite Maybridge-Krimi bietet zeitloses britisches Krimi-Handwerk vom Feinsten. Obwohl 1985 entstanden, ist dies ein „Whodunit“ reinsten Wassers, der überraschend modern, spannend und witzig den Vergleich mit den Klassikern dieses Genres keineswegs scheuen muss.

Vampirdetektiv Jack Fleming

Nachdem er einem Gangsterboss in Chicago ein wenig zu sehr auf die Schliche kam, wurde Journalist Jack Fleming grausam umgebracht – und erwacht als Vampir! Nachdem er sich an seinen neuen Zustand gewöhnt und auch Verbündete gefunden hat, nimmt er die Jagd nach den eigenen Mördern mit übernatürlichen Methoden wieder auf … – Ein Toter klärt den Mord an sich selbst auf: eine vorzügliche Basis für einen unterhaltsamen Roman, der mit sachtem Zeitkolorit – die Handlung spielt 1936 – die Genres Krimi und Phantastik mischt. Start einer mehrbändigen Reihe, die indes hierzulande nie erfolgreich wurde.

Innswich Horror

Auf den Spuren des Schriftstellers H. P. Lovecraft gerät Hobby-Forscher Morley in die neuenglische Kleinstadt Olmstead, die sich als reales Vorbild des Schreckensortes Innsmouth erweist und von furchterregenden Wesen aus dem Meer beherrscht wird. Das soll nicht an die Öffentlichkeit, weshalb dem allzu neugierigen Morley besagte Wesen bald hart auf den Fersen sind … – Lees Hommage an sein Idol Lovecraft lehnt sich inhaltlich eng an dessen Novelle aus dem Jahr 1936 an, erweitert das Geschehen durch grotesk-sexuelle Drastik und Splatter-Gewalt und ist vordergründig dort, wo Lovecraft Grusel-Stimmung bot: trotzdem unterhaltsam und angenehm kurz.

Der Tote gibt Indizien

Sir Owen Kent wird anonym bedroht. Hobby-Detektiv Horatio Green will helfen und checkt in das Sanatorium des Auftraggebers ein. Dort kann er Sir Owens Ermordung nicht verhindern, was seinen Ermittlungs-Ehrgeiz anstachelt … – Der fünfte (und letzte) Green-Krimi bietet noch einmal auf, was der Verfasser zum klassischen Whodunit beizutragen hat. Die Handlung schreitet gemächlich voran, die Ermittlungen werden der Leserschaft fair präsentiert, und stets bleibt Raum für schräge Typen, sanfte Ironie und bizarre Indizien, die in einem großen Finale ins nie tragische aber spannende Mord-Mysterium eingepasst werden.

Skull Moon

In einem Wild-West-Nest kommen 1878 zwielichtige Bürger bizarr zu Tode. Ein US-Marshall untersucht den Fall und muss feststellen, dass eine uralte, böse Kreatur geweckt wurde, um ein bitteres Unrecht zu rächen … – Bis es zum großen, besonders gewalttätigen Finale kommt, bleibt dem Verfasser genug Raum, um detailreich die Zergliederung diverser Pechvögel zu schildern. Interessant ist die gänzlich pathosfreie Darstellung eines wahrlich wilden = nur oberflächlich ‚zivilisierten‘ Westens: ein interessanter Zwitter aus Western- und Horrorroman.

Kull – Verbannt aus Atlantis

Nur drei Storys veröffentlichte Robert E. Howard (1906-1936) zu seinen Lebzeiten. Dennoch schuf er eine konturenstarke Figur, die er mit einer umfangreichen ‚Biografie‘ ausstattete und in jene mythische Urzeit versetzte, in der auch Conan, der Barbar, ‚lebte‘: Dieser (reich illustrierte) Band sammelt sämtliche Kurzgeschichten, Entwürfe und Fragmente, die aus Howards Feder stammen. Sie werden kundig kommentiert, sind vorzüglich übersetzt und belegen einmal mehr, wie nachhaltig Howard das Fantasy-Genre geprägt hat.

Die himmlische Tafel

Drei Brüder versuchen sich 1917 im US-Hinterland als Räuber. Nicht ihr kriminelles Geschick, sondern die Unfähigkeit ihrer Verfolger sichert ihnen die Freiheit, während die Presse sie zu Bestien hochstilisiert. Die blutige Spur der Brüder wird ständig breiter, bis ihre Laufbahn einen kläglichen Höhepunkt erlebt … – Autor Pollock erzählt einerseits deprimierend dicht vom alltäglichen Elend in der tiefsten Provinz, um seine Geschichte andererseits durch knochentrockenen, rabenschwarzen Humor nicht nur zu würzen, sondern auch ihre Absurditäten herauszustellen: ein bemerkenswerter Roman!

Hollywood, Nachtstücke

Fünf Kurzgeschichten und eine Novelle bilden Bausteine einer halb imaginären Chronik der Stadt Los Angeles in den anderthalb Jahrzehnten nach dem II. Weltkrieg. Sie wurden von einem Autor verfasst, der von dieser Stadt gleichermaßen fasziniert wie abgestoßen ist, was die durchweg spannenden aber düsteren Storys manchmal sogar ein wenig zu deutlich prägt. Lokalkolorit und ein gut recherchiertes historisches (aber nie sklavisch beachtetes) Umfeld komplettieren das schwermütige „Noir“-Vergnügen.

Die Oleanderfrauen

Die Autorin Teresa Simon entführt uns in ihrem Buch „Die Oleanderfrauen“ nach Hamburg. Dort taucht der Leser in unterschiedlichen Zeitebenen in die Welt des Kaffees ein.
Jule führt in Hamburg ein kleines Café mit dem Namen Strandperlchen. Damit hat sie sich einen Lebenstraum erfüllt. Leider steht eine Mieterhöhung ins Haus und Jule weiß nicht, wie sie diese dauerhaft finanzieren soll. Da wird ihr wohl auch ihre zweite Einnahmequelle nicht weiterhelfen.

Die Vergessenen

Manolis Lefteris ist heute Inhaber eines Autohauses. Ihm geht es gut, obwohl das in seinem Leben zunächst anders aussah. Erst die Begegnung mit Bernd Köster hat ihm sein heutiges Leben ermöglicht. Doch immer noch lasten die Vergangenheit und besonders die einstige Beichte seines Vaters auf ihm. Er ist auf der Suche nach Gerechtigkeit, nach wahrer Gerechtigkeit und genau deshalb erledigt er ganz spezielle Aufträge für Bernd Köster nebenher. Sein neuester Auftrag besteht darin Unterlagen aus den Händen eines gewissen Christian Wiesinger zu entwenden.