Historisch

Marlowe

1935 soll der Kölner Kriminalpolizist Gereon Rath in einen tödlichen Verkehrsunfall ermitteln; scheinbar reine Routine, doch der allzu pflichtbewusste Beamte gewinnt unfreiwillig einen tiefen – und lebensgefährlichen – Blick in die lokale Unterwelt, die eng mit den nationalsozialistischen Machthabern verbandelt ist … – Band 7 der Gereon-Rath-Serie verknüpft abermals gekonnt historisches Lokalkolorit mit einem spannenden Kriminalfall.

Handelsrouten – Trade Routes 2019 – (Kalender)

Die Geschichte der Handelsrouten ist gleichzeitig eine Geschichte der Entdecker; sie impliziert Abenteuer, exotische Länder, atemberaubende Landschaften und fremde Kulturen. Genau diese Stimmung vermittelt auch der Kalender Handelsrouten – Trade Routes 2019 von Palazzi. Die Auswahl umfasst sowohl faszinierende Landschaftaufnahmen als auch interessante Ansichten anderer Örtlichkeiten, deren Namen fest mit historischen Handelswegen verknüpft sind, wie beispielsweise die usbekische Stadt Samarkand.

Tödlicher Schnee

Über einer US-amerikanischen Kleinstadt fällt ‚Schnee‘ der unheimlichen Art; er ist hungrig und saugt seinen Opfern die Körperflüssigkeiten aus. Ein Reporter, seine Freundin, zwei Wissenschaftler und der skeptische Sheriff versuchen dem Vampir-Schnee den Garaus zu machen … – Was sich liest wie das Drehbuch zu einem typischen SF-B-Movie der 1950er Jahre, hat es nie auf die Leinwand geschafft; schon damals fehlte wohl das erforderliche Quäntchen Originalität. Nichtsdestotrotz ist dieser vergessene Roman erstaunlich unterhaltsam und sorgt für wohlige Trash-Stimmung.

Starship – Verloren im Weltraum

Seit Äonen fliegt ein Generationsraumschiff durchs Weltall. Das Ziel ist längst vergessen, die Besatzung in primitive Stämme zerfallen, deren Mitglieder einander bekämpfen. Um dem dumpfen Stillstand zu beenden, begibt sich eine kleine Gruppe auf die gefährliche Suche nach dem legendären „Kapitän“ … – Das Ringen um die eigene Geschichte bzw. Identität im Rahmen einer Weltraumfahrt wird intensiv, d. h. abenteuerlich und düster zugleich dargestellt. Schon in diesem Frühwerk erweist sich Brian W. Aldiss als Meister der Science Fiction, deren Hightech er durch klug erdachte soziale Extrapolationen ergänzt: Im Mittelpunkt steht der Mensch, für den Zukunft hier keineswegs Fortschritt bedeutet.

Planet der Stürme

Auf seiner langen, bisher vergeblichen Suche nach der verschollenen Erde strandet Earl Dumarest auf Gath. Dort steht der jährliche ‚Sturm‘ bevor, der nicht nur die Luft bewegt, sondern auch Menschenhirne mit lebensgefährlichen Folgen beeinflusst. Der Versuch einer rechtzeitigen Abreise scheitert, stattdessen wird Dumarest in eine politische Intrige verstrickt und legt sich mit dem mysteriösen Cyclan an … – Der erste von mehr als 30 Serienbänden bietet ein flaches, leidlich unterhaltsames Science-Abenteuer und erstaunt bzw. deprimiert durch ein düsteres, keineswegs fortschrittliches Zukunftsbild: SF von gestern, simpel, aber passagenweise durchaus effektvoll.

Yahi – Wald der Toten

In einem Urwald des US-Staates Washington wird die Leiche eines Wanderers gefunden. Tatwaffe scheint ein jahrtausendealter Speer zu sein. Wer könnte ihn mit übermenschlicher Kraft geschleudert haben? Als weitere Opfer auftauchen, bittet das FBI den Anthropologen Professor Oliver um Hilfe … – Der zweite Roman der Gideon-Oliver-Reihe stellt eine Mischung aus Krimi- und Science-Thriller dar, wobei die Wissenschaft auch im Dienst einer Botschaft steht, die sich aus der belasteten Kolonialgeschichte Nordamerikas speist: Mit manchmal zu deutlich erhobenem Zeigefinger erzählt der Autor eine oft eher interessante als spannende Geschichte.

Das Verbrechen

Als man US-Staat Oklahoma Erdöl entdeckt, sprudelt es ausgerechnet auf indianischem Grundbesitz. Die Osage werden reich, doch ab 1920 beginnen sie zu sterben. Das Gesetz interessiert sich wenig dafür, was das junge FBI auf den Plan ruft. Schwierige Ermittlungen decken ein Mordkomplott auf, in das lokale Geschäftsleute, Politiker, Juristen und Ordnungshüter verstrickt sind … – Bis heute warten die Osage vergeblich auf Gerechtigkeit oder wenigstens vollständige Aufklärung. Autor Grann deckt kundig ein düsteres Kapitel der jüngeren US-Historie auf, das er durch eigene Recherchen um bisher unbekannte Fakten bereichern kann.

Mord in Cornwall

In seinem Haus am Strand wird der herzlose Julius Tregarthan umgebracht. Zu den Verdächtigen gehören u. a. seine unterdrückte Nichte und ihr psychisch labiler Bräutigam. Weil die Indizienlage schwach ist, bezieht Inspector Bigswell den krimibegeisterten Pfarrer in die Ermittlungen ein … – Dieser Roman aus der „Goldenen Ära“ des britischen Rätselkrimis ist nicht so geschickt geplottet wie die Klassiker des Genres, kann das aber durch die gut charakterisierten Figuren und den eleganten Schreibstil wettmachen: eine willkommene Wiederentdeckung.

Commissaire Le Floche und das Geheimnis der Weißmäntel

Im Paris des Jahres 1761 untersucht Nicolas Le Floch, Polizist in Ausbildung, das Verschwinden seines Vorgesetzten. Er sticht nicht nur tief in ein Wespennest aus Korruption und Mord, sondern gerät in eine Verschwörung, die sogar den König von Frankreich in eine peinliche Lage bringen könnte – und Le Floch, dem lästigen Schnüffler, einen frühen Tod … – Auftakt einer insgesamt 13-bändigen Serie, die Kriminal- und Spionagefälle vor kundig und farbenfroh geschilderter Historien-Kulisse erzählt. Der Plot ist spannend, was einige allzu hilfreiche Zufälle übertüncht, die Figuren sind lebendig, der Duktus nur sacht ‚altmodisch‘, was die Tauglichkeit als Lesefutter unterstützt: Diese Serie dürfte auch hierzulande erfolgreich laufen.

Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Waisenkind Lewis wird von seinem Onkel Jonathan aufgenommen, der sich als Magier entpuppt, in dessen Haus eine Zauberuhr versteckt ist, die den Weltuntergang einzuläuten droht. Als Lewis versehentlich eine Hexe weckt, wird diese Drohung akut … – Dieser moderne Klassiker der Jugendliteratur verbreitet Mystery-Spannung, ohne in Kinder-Kitsch-Klischees zu versinken, und bereitet auch erwachsenen Lesern Freude; lange vom Buchmarkt verschwunden, sorgt die Verfilmung für eine Neuausgabe: erfreulich!