Horror

Tödlicher Schnee

Über einer US-amerikanischen Kleinstadt fällt ‚Schnee‘ der unheimlichen Art; er ist hungrig und saugt seinen Opfern die Körperflüssigkeiten aus. Ein Reporter, seine Freundin, zwei Wissenschaftler und der skeptische Sheriff versuchen dem Vampir-Schnee den Garaus zu machen … – Was sich liest wie das Drehbuch zu einem typischen SF-B-Movie der 1950er Jahre, hat es nie auf die Leinwand geschafft; schon damals fehlte wohl das erforderliche Quäntchen Originalität. Nichtsdestotrotz ist dieser vergessene Roman erstaunlich unterhaltsam und sorgt für wohlige Trash-Stimmung.

Das Heim

Eine neue Patientin bringt das Grauen mit in das Seniorenheim „Nebelfenn“. Dort breitet es sich aus, während der Sohn der Verursacherin und eine Pflegerin versuchen, Herkunft und Motiv der mysteriösen Macht zu erkennen, um sie austreiben zu können … – Viel zu gut gelingt dem Verfasser die Schilderung echter Missstände, wie sie in der modernen ‚Altenpflege‘ beinahe alltäglich sind. Der ‚echte‘ Horror hat vor diesem deprimierenden Hintergrund keine echte Chance zu erschrecken, sodass Autor Strandberg sich quasi selbst ein Bein stellt: immerhin gut bzw. eindringlich geschrieben.

Midnight, Texas – Nachtschicht

In Midnight, der etwas anderen, weil von übernatürlichen Bürgern bewohnten texanischen Kleinstadt, sorgt eine Selbstmord-Epidemie für Opfer. Eine junge Hexe wird unfreiwillig in Ereignisse entwickelt, die womöglich den Untergang der Welt zur Folge haben … – Der dritte Band der „Midnight“-Serie ersetzt die bewährte Mischung aus Atmosphäre und skurriler Handlung durch Horror-Action; ein Versuch, der nur bedingt glückt, aber dennoch in eine spannende Story eingebunden ist.

Brüchige Siege

Im Kriegsjahr 1943 wird ein blutjunges US-Landei Baseball-Profi. Danny Boyle kämpft gegen Vorurteile, persönliche Probleme sowie spielerische Rückschläge und wird dabei allmählich erwachsen, wobei ihm ein besonderer Teamkamerad und Freund hilft: Frankensteins Monster … – Ungewöhnlicher „Coming-of-Age“-Roman, dessen Autor selbst für Laien spannend von einer besonderen Episode der Baseball-Geschichte erzählt und dem das Kunststück gelingt, das genannte ‚Monster‘ völlig überzeugend darin unterzubringen: seiten- und inhaltsstarkes Lesefutter!

Mind Control

Nach Jahren im Koma erwacht „Mercedes-Mörder“ Hartsfield und entdeckt, dass er die Hirne seiner Mitmenschen manipulieren kann, was ihm die Gelegenheit verschafft, wieder als Killer tätig zu werden sowie Rache an denen zu nehmen, die ihn einst aufhalten konnten … – Der letzte Band der Bill-Hodges-Trilogie greift auf die Ereignisse des Auftaktromans zurück. Während der Krimi-Anteil so gut wie verschwindet, kehrt Stephen King zum Übernatürlichen zurück und legt ein routiniert geschriebenes Garn vor, das sich autorentypisch sehr gut lesen lässt, obwohl es keineswegs originell ist.

Cain – Golem des Satans

Ein gezüchteter Super-Soldat macht sich selbstständig und wird von seiner ‚Mutter‘ und einem Priester verfolgt, die seinem nicht nur mörderischen, sondern womöglich höllischen Treiben Einhalt gebieten wollen … – „Christian Science Fiction“ der üblichen Art, d. h. genretypisch bierernst, unfreiwillig komisch, mit holzschnitthaften Figuren und peinlichem Halleluja-Pathos: Lektüre als Form der Selbstkasteiung.

The Hunger – Die letzte Reise

1846 schleppt sich ein Siedlertreck schlecht vorbereitet nach Westen. Die Gruppe ist untereinander zerstritten, falsche Entscheidungen werden getroffen, bis man im unwegsamen Gebirge strandet. Der Winter kommt, die Nahrung wird knapp, und aus dem tiefen Wald greift eine böse Macht nach ihren hilflosen Opfern … – Eine tragische Episode der US-Geschichte wird mit phantastischen Elementen aufgeladen und ‚erklärt‘. Die Schilderung des harten Treckalltags überzeugt, während Story und Figurenzeichnung etwas zu deutlich auf eine zukünftige TV-Serie ausgerichtet sind: solides, aber wenig originelles (Psycho-) Gruselgarn.

Das erste Buch des Blutes

Band 1 der „Bücher des Blutes“, mit denen Clive Barker in den frühen 1980er Jahren seinen Durchbruch als Verfasser phantastischer Geschichten und Romane erlebte: sechs Storys, einst bahnbrechend, noch heute bemerkenswert in ihrer Mischung aus virtuoser, atmosphärisch dichter Handlung und drastischem Nebeneinander von Sex & Splatter, aber unverdient darunter leidend, dass allzu viele Nachahmer den ‚Barker-Stil‘ aufgegriffen haben.

Die Bewegung

Der junge Bewohner eines ‚besessenen‘ Hauses wird einerseits von spukhaften Erscheinungen verfolgt, während er andererseits in eine Art Traumwelt abdriftet, die ihn psychisch stark zu seinem Nachteil verändert bzw. manipuliert … – Spannender, durch diverse Gewaltszenen manchmal verstörender Roman, der Realität und Phantastik überzeugend miteinander verknüpft und gekonnt eine düstere Atmosphäre erzeugt.