Mystery

Kinder des Lichts

Gattinnen-Mörder Largwell trifft die ebenfalls flüchtige Joan; das ungleiche Paar gerät in ein Sperrgebiet des Militärs, das dort ganz besondere Kinder hütet, was auf keinen Fall öffentlich bekanntwerden darf … – Der Kalte Krieg schürte die Angst vor einem atomaren III. Weltkrieg. Dieser Apokalypse soll hier ein Schnippchen geschlagen werden, wobei die Moral im Trump-Stil zur Nebensache wird. Vergleichsweise betulich erzählt Autor Lawrence eine Geschichte, die wesentlich intensiver verfilmt wurde: typisch ‚langsamer‘, reichlich angestaubter britischer SF-Katastrophen-Roman.

Brüchige Siege

Im Kriegsjahr 1943 wird ein blutjunges US-Landei Baseball-Profi. Danny Boyle kämpft gegen Vorurteile, persönliche Probleme sowie spielerische Rückschläge und wird dabei allmählich erwachsen, wobei ihm ein besonderer Teamkamerad und Freund hilft: Frankensteins Monster … – Ungewöhnlicher „Coming-of-Age“-Roman, dessen Autor selbst für Laien spannend von einer besonderen Episode der Baseball-Geschichte erzählt und dem das Kunststück gelingt, das genannte ‚Monster‘ völlig überzeugend darin unterzubringen: seiten- und inhaltsstarkes Lesefutter!

Die Troja-Mission

Das Karibische Meer wird von Wirbelstürmen und Giftschlamm heimgesucht. Ermittlungen deuten darauf hin, dass ein Geheimbund aus uralten Zeiten nach der Weltherrschaft greift … – Troja ist eigentlich in England untergegangen, Odysseus kam immerhin bis Amerika, und die keltischen Druiden haben den Römern eine Nase gedreht: Dies sind nur einige der spektakulären Details, aus denen Clive Cussler das 17. Dirk-Pitt-Garn spinnt. Einmal mehr bietet dieses fröhlichen Abenteuer-Unfug mit Hightech-Thriller-Elementen, der sich flott liest und gelesen werden muss, damit die holprige Handlung gähnende Logikschluchten überwindet.

Mind Control

Nach Jahren im Koma erwacht „Mercedes-Mörder“ Hartsfield und entdeckt, dass er die Hirne seiner Mitmenschen manipulieren kann, was ihm die Gelegenheit verschafft, wieder als Killer tätig zu werden sowie Rache an denen zu nehmen, die ihn einst aufhalten konnten … – Der letzte Band der Bill-Hodges-Trilogie greift auf die Ereignisse des Auftaktromans zurück. Während der Krimi-Anteil so gut wie verschwindet, kehrt Stephen King zum Übernatürlichen zurück und legt ein routiniert geschriebenes Garn vor, das sich autorentypisch sehr gut lesen lässt, obwohl es keineswegs originell ist.

The Hunger – Die letzte Reise

1846 schleppt sich ein Siedlertreck schlecht vorbereitet nach Westen. Die Gruppe ist untereinander zerstritten, falsche Entscheidungen werden getroffen, bis man im unwegsamen Gebirge strandet. Der Winter kommt, die Nahrung wird knapp, und aus dem tiefen Wald greift eine böse Macht nach ihren hilflosen Opfern … – Eine tragische Episode der US-Geschichte wird mit phantastischen Elementen aufgeladen und ‚erklärt‘. Die Schilderung des harten Treckalltags überzeugt, während Story und Figurenzeichnung etwas zu deutlich auf eine zukünftige TV-Serie ausgerichtet sind: solides, aber wenig originelles (Psycho-) Gruselgarn.

Das erste Buch des Blutes

Band 1 der „Bücher des Blutes“, mit denen Clive Barker in den frühen 1980er Jahren seinen Durchbruch als Verfasser phantastischer Geschichten und Romane erlebte: sechs Storys, einst bahnbrechend, noch heute bemerkenswert in ihrer Mischung aus virtuoser, atmosphärisch dichter Handlung und drastischem Nebeneinander von Sex & Splatter, aber unverdient darunter leidend, dass allzu viele Nachahmer den ‚Barker-Stil‘ aufgegriffen haben.

Asche und Gold

Ein Historiker stößt bei seiner Suche nach den Wurzeln des Bösen auf eine uralte und weltweite Verschwörung, hinter der womöglich der Teufel persönlich steckt, und folgerichtig in lebensgefährliche Abenteuer … – Im Gewand eines Unterhaltungs-Thrillers steckt eine ‚metaphysische‘ Betrachtung des Bösen als elementare Kraft. Diese Schere klafft allerdings zu weit, um das von der Autorin gewünschte Ergebnis zu erzielen: trotzdem ein ungewöhnlicher und lesenswerter Roman.

Die Bewegung

Der junge Bewohner eines ‚besessenen‘ Hauses wird einerseits von spukhaften Erscheinungen verfolgt, während er andererseits in eine Art Traumwelt abdriftet, die ihn psychisch stark zu seinem Nachteil verändert bzw. manipuliert … – Spannender, durch diverse Gewaltszenen manchmal verstörender Roman, der Realität und Phantastik überzeugend miteinander verknüpft und gekonnt eine düstere Atmosphäre erzeugt.

Horror. Klassische und moderne Gruselgeschichten von Charles Dickens bis Ernest Hemingway

22 kurze und längere Geschichten erzählen von einem Schrecken, der nicht immer übernatürlich ist, sondern im Menschenhirn geboren wird, wo er sich monströs entwickelt und für einen realen Horror verantwortlich ist, vor dem jedes Gespenst kapitulieren muss. Die Herausgeberin gibt sich streng literarisch, liegt dabei keineswegs immer richtig, legt aber insgesamt eine Sammlung vor, die ihre Wirkung nicht verloren hat, obwohl (oder gerade weil) manche Story inzwischen nostalgisch tüchtig angestaubt = veredelt ist.