Mystery

Tödlicher Schnee

Über einer US-amerikanischen Kleinstadt fällt ‚Schnee‘ der unheimlichen Art; er ist hungrig und saugt seinen Opfern die Körperflüssigkeiten aus. Ein Reporter, seine Freundin, zwei Wissenschaftler und der skeptische Sheriff versuchen dem Vampir-Schnee den Garaus zu machen … – Was sich liest wie das Drehbuch zu einem typischen SF-B-Movie der 1950er Jahre, hat es nie auf die Leinwand geschafft; schon damals fehlte wohl das erforderliche Quäntchen Originalität. Nichtsdestotrotz ist dieser vergessene Roman erstaunlich unterhaltsam und sorgt für wohlige Trash-Stimmung.

Das Heim

Eine neue Patientin bringt das Grauen mit in das Seniorenheim „Nebelfenn“. Dort breitet es sich aus, während der Sohn der Verursacherin und eine Pflegerin versuchen, Herkunft und Motiv der mysteriösen Macht zu erkennen, um sie austreiben zu können … – Viel zu gut gelingt dem Verfasser die Schilderung echter Missstände, wie sie in der modernen ‚Altenpflege‘ beinahe alltäglich sind. Der ‚echte‘ Horror hat vor diesem deprimierenden Hintergrund keine echte Chance zu erschrecken, sodass Autor Strandberg sich quasi selbst ein Bein stellt: immerhin gut bzw. eindringlich geschrieben.

Midnight, Texas – Nachtschicht

In Midnight, der etwas anderen, weil von übernatürlichen Bürgern bewohnten texanischen Kleinstadt, sorgt eine Selbstmord-Epidemie für Opfer. Eine junge Hexe wird unfreiwillig in Ereignisse entwickelt, die womöglich den Untergang der Welt zur Folge haben … – Der dritte Band der „Midnight“-Serie ersetzt die bewährte Mischung aus Atmosphäre und skurriler Handlung durch Horror-Action; ein Versuch, der nur bedingt glückt, aber dennoch in eine spannende Story eingebunden ist.

Yahi – Wald der Toten

In einem Urwald des US-Staates Washington wird die Leiche eines Wanderers gefunden. Tatwaffe scheint ein jahrtausendealter Speer zu sein. Wer könnte ihn mit übermenschlicher Kraft geschleudert haben? Als weitere Opfer auftauchen, bittet das FBI den Anthropologen Professor Oliver um Hilfe … – Der zweite Roman der Gideon-Oliver-Reihe stellt eine Mischung aus Krimi- und Science-Thriller dar, wobei die Wissenschaft auch im Dienst einer Botschaft steht, die sich aus der belasteten Kolonialgeschichte Nordamerikas speist: Mit manchmal zu deutlich erhobenem Zeigefinger erzählt der Autor eine oft eher interessante als spannende Geschichte.

Anansi Boys

„Fat Charlie“ Nancy, (allzu) menschlicher Sohn des Spinnengottes Anansi, lernt seinen Bruder Spider kennen; eine Bekanntschaft, die sein geruhsames Leben über den Haufen wirft und ihm die Bekanntschaft mit Gaunern, Geistern und einer gefährlichen Vogelgöttin beschert … – Diese Fortsetzung von „American Gods“ ist noch vergnüglicher und kurzweiliger als das Vorgängerbuch: eine prall mit skurrilen Ideen gefüllte Wundertüte!

Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Waisenkind Lewis wird von seinem Onkel Jonathan aufgenommen, der sich als Magier entpuppt, in dessen Haus eine Zauberuhr versteckt ist, die den Weltuntergang einzuläuten droht. Als Lewis versehentlich eine Hexe weckt, wird diese Drohung akut … – Dieser moderne Klassiker der Jugendliteratur verbreitet Mystery-Spannung, ohne in Kinder-Kitsch-Klischees zu versinken, und bereitet auch erwachsenen Lesern Freude; lange vom Buchmarkt verschwunden, sorgt die Verfilmung für eine Neuausgabe: erfreulich!

Kinder des Lichts

Gattinnen-Mörder Largwell trifft die ebenfalls flüchtige Joan; das ungleiche Paar gerät in ein Sperrgebiet des Militärs, das dort ganz besondere Kinder hütet, was auf keinen Fall öffentlich bekanntwerden darf … – Der Kalte Krieg schürte die Angst vor einem atomaren III. Weltkrieg. Dieser Apokalypse soll hier ein Schnippchen geschlagen werden, wobei die Moral im Trump-Stil zur Nebensache wird. Vergleichsweise betulich erzählt Autor Lawrence eine Geschichte, die wesentlich intensiver verfilmt wurde: typisch ‚langsamer‘, reichlich angestaubter britischer SF-Katastrophen-Roman.

Brüchige Siege

Im Kriegsjahr 1943 wird ein blutjunges US-Landei Baseball-Profi. Danny Boyle kämpft gegen Vorurteile, persönliche Probleme sowie spielerische Rückschläge und wird dabei allmählich erwachsen, wobei ihm ein besonderer Teamkamerad und Freund hilft: Frankensteins Monster … – Ungewöhnlicher „Coming-of-Age“-Roman, dessen Autor selbst für Laien spannend von einer besonderen Episode der Baseball-Geschichte erzählt und dem das Kunststück gelingt, das genannte ‚Monster‘ völlig überzeugend darin unterzubringen: seiten- und inhaltsstarkes Lesefutter!

Die Troja-Mission

Das Karibische Meer wird von Wirbelstürmen und Giftschlamm heimgesucht. Ermittlungen deuten darauf hin, dass ein Geheimbund aus uralten Zeiten nach der Weltherrschaft greift … – Troja ist eigentlich in England untergegangen, Odysseus kam immerhin bis Amerika, und die keltischen Druiden haben den Römern eine Nase gedreht: Dies sind nur einige der spektakulären Details, aus denen Clive Cussler das 17. Dirk-Pitt-Garn spinnt. Einmal mehr bietet dieses fröhlichen Abenteuer-Unfug mit Hightech-Thriller-Elementen, der sich flott liest und gelesen werden muss, damit die holprige Handlung gähnende Logikschluchten überwindet.

Mind Control

Nach Jahren im Koma erwacht „Mercedes-Mörder“ Hartsfield und entdeckt, dass er die Hirne seiner Mitmenschen manipulieren kann, was ihm die Gelegenheit verschafft, wieder als Killer tätig zu werden sowie Rache an denen zu nehmen, die ihn einst aufhalten konnten … – Der letzte Band der Bill-Hodges-Trilogie greift auf die Ereignisse des Auftaktromans zurück. Während der Krimi-Anteil so gut wie verschwindet, kehrt Stephen King zum Übernatürlichen zurück und legt ein routiniert geschriebenes Garn vor, das sich autorentypisch sehr gut lesen lässt, obwohl es keineswegs originell ist.