Mystery

Die Mumie

Nachdem ihre verbotene Liebe vor drei Jahrtausenden ein grausames Ende fand, versucht Frevel-Priester Imhotep in der Gegenwart (des Jahres 1932) ‚seine‘ Königin Ankhesenamen zu neuem Leben zu erwecken. Der vorgesehene Körper gehört der jungen Helen, weshalb ein magisches Tauziehen zwischen Imhotep, Helen und ihren Verehrer, dem Archäologen Frank, beginnt … – Sehr spät entstand dieser Roman zum Horrorfilm-Klassiker von 1932 (Titelrolle: Boris Karloff). Recht stimmungsvoll wird primär eine Liebesgeschichte erzählt, deren Horror-Elemente vor allem aus heutiger Sicht dezent wirken.

Der Atem einer anderen Welt

Neben der irdischen Realität existieren ‚Traumwelten‘, die den Naturgesetzen enthoben sind. Viele Kinder reisen dorthin, manche kehren unfreiwillig in die Wirklichkeit zurück und werden in einem besonderen Internat betreut. Als dort ein Mord geschieht, machen sich einige Insassen als Ermittler in das Traumland des Opfers auf … – „Der Atem …“ sammelt drei Kurzromane, von denen nur der erste überzeugen kann. Teil 2 ist vor allem Wiederholung des Bekannten, Teil 3 verzettelt sich in einer zunehmend die logische Bodenhaftung verlierenden, nur behaupteten Exotik.

Reise in die Unterwelt

Cugel der Schlaue nimmt an der Suche nach einem verschollenen Magier teil. Wie üblich ist er in erster Linie um das eigene Wohl besorgt und haut Freunde wie Feinde kräftig übers Ohr, wobei seine Pläne letztlich stets scheitern und Cugel kaum sein Leben retten kann … – Die Neubelebung des von Jack Vance geschaffenen Anti-Helden Cugel bietet abermals bunte, mit sarkastischen Seitenhieben nicht sparende Abenteuer-Fantasy, kann trotz schräger Einfälle nicht mit dem ‚Original‘ mithalten, ist aber dennoch unterhaltsam und amüsant.

War of Gods – Krieger des Nordens

Hadding, vertriebener Kronprinz von Dänemark, wächst zu einem gewaltigen Krieger heran, erobert sein Erbe zurück und führt manche Schlacht gegen machtgierige Feinde, wobei die Götter ihm zur Seite stehen oder ihm schaden; eine seltsame Beziehung, die Hadding erst nach seinem Tod aufklären kann … – Autor Anderson nutzt eine vorzeitliche dänische Legende und erzählt sie neu, wobei er den altertümlichen Sprachduktus behutsam übernimmt, inhaltliche Lücken füllt und sich erfolgreich bemüht, den grimmigen, die Macht des Schicksals beschwörenden Stil der Vorlage in einen spannenden Roman zu übertragen.

Eine Leiche zum Advent

Seit jeher werden zur Weihnachtszeit spannende und gruselige Geschichten erzählt bzw. heutzutage lieber gelesen. Herausgeber Otto Penzler präsentiert 49 Storys aus anderthalb Jahrhunderten. Einiges ist hoffnungslos veraltet, vieles sorgt noch heute für Vergnügen, und manches ist zeitlos genial. „Eine Leiche zum Advent“ bietet für jeden Leser Krimi- und Gruselspaß, der keineswegs auf die Weihnachtszeit beschränkt bleiben muss: eine vorzügliche, zudem fest gebundene und dennoch kostengünstige Sammlung.

Wolfsmond

Weiterhin ziehen Revolvermann Roland von Gilead und seine Gefährten dem Dunklen Turm entgegen, der Zentrum und Stütze des Universums darstellt. In der Mittwelt – Ort der Handlung – tun sich Dimensionsportale, Zeitfallen u. a. Hindernisse auf. Zusätzlich aufgehalten wird die Gruppe von den Bewohnern eines Grenzdorfes, das von einer Horde maskierter Finsterlinge belagert wird. Gemeinsam nimmt man den Kampf gegen eine gewaltige Übermacht auf … – Der fünfte Band der „Dark-Tower“-Serie ist ein Episoden-Epos mit enormen Längen, das Substanz durch Geschwätz, nur vorgeblich geheimnisvolle Andeutungen und das Recycling früheren King-Werken ersetzt. Zwar gelingen dem Verfasser durchaus fesselnde Szenen, die aber durch generellen Leerlauf entwertet werden: ein Buch für jene, die wissen wollen, wie‘s weitergeht.

Das Ding aus einer anderen Welt

Ein außerirdischer Gestaltwandler infiltriert eine isolierte Antarktis-Station. Er kann die Gestalt seiner Opfer fast perfekt annehmen, sodass niemand weiß, ob sein Gegenüber noch Mensch oder schon ein „Ding“ ist … – Daraus entwickelt sich die übliche Story aus verhängnisvoll falschen Verdachtsmomenten und Verfolgungsjagden, die hier jedoch angemessen simpel, spannend und temporeich erzählt wird: ein lesenswürdiges Buch zu einem klassischen B-Movie.

Riptide – Mörderische Flut

Auf einer kleinen Insel lockt ein vergrabener Piratenschatz, den allerdings raffinierte Todesfallen schützen. Per Hightech versucht ein Team von Spezialisten das alte Raubgut trotzdem zu bergen, wobei jeder Irrtum buchstäblich mörderische Konsequenzen nach sich zieht … – Auf dem Fundament einer realen Schatzinsel spinnt das Autorenduo ein eher generisches als spannendes Garn, das ebenso leichen- wie klischeereich einem spektakulären Finale entgegenstrebt: Lesefutter, dessen Energie das Leserhirn immerhin sporadisch anregen kann.

Der Tod ist schwer zu überleben

Nachdem er ihn eine Weile in Frieden ließ, kehrt der Tod zu seinem Schützling Martin zurück, um ihn endlich davon zu überzeugen, in seine Fußstapfen zu treten, was sein unfreiwilliger Schützling weiterhin verweigert, zudem gerade die Welt unterzugehen droht … – Fortsetzung des erfolgreichen Erstlings, die weiterhin unterhält, ohne dem Thema neue Aspekte zu entlocken: Lesefutter mit humoristischen Untertönen.

Tödlicher Schnee

Über einer US-amerikanischen Kleinstadt fällt ‚Schnee‘ der unheimlichen Art; er ist hungrig und saugt seinen Opfern die Körperflüssigkeiten aus. Ein Reporter, seine Freundin, zwei Wissenschaftler und der skeptische Sheriff versuchen dem Vampir-Schnee den Garaus zu machen … – Was sich liest wie das Drehbuch zu einem typischen SF-B-Movie der 1950er Jahre, hat es nie auf die Leinwand geschafft; schon damals fehlte wohl das erforderliche Quäntchen Originalität. Nichtsdestotrotz ist dieser vergessene Roman erstaunlich unterhaltsam und sorgt für wohlige Trash-Stimmung.