Science Fiction

Die phantastische Reise

Um einen ins Koma gefallenen Wissenschaftler zu retten, wird ein Ärzteteam auf Mikrobengröße verkleinert und macht sich im Mini-U-Boot durch die Adern auf den gefährlichen Weg ins Gehirn … – Das Buch zum Kinoklassiker erzählt die spannende Handlung nicht einfach nach, sondern ergänzt sie durch Hintergrundinformationen, liefert ausführliche Charakterisierungen der Figuren und unternimmt sogar den (rührend gescheiterten) Versuch, die krude Story wenigstens ansatzweise plausibel wirken zu lassen: keine simple Beigabe zum Film, sondern ein eigenständiger, sehr lesbarer Science-Fiction-Roman.

Wir sind Götter

Der in unzählige Kopien ‚zersplitterte‘ Bob wird zum Fährmann einer Raumschiffflotte, die den kläglichen Rest der Menschheit ins All retten soll. Während dieser Reise stößt man auf eine aggressive Alien-Rasse, muss sich verteidigen und auch sonst mit vielen Schwierigkeiten fertigwerden … – Die Fortsetzung von „Wir sind viele“ setzt die ‚Bob-Chronik‘ abenteuerlich und handlungsreich fort, ohne allerdings eine innovative Handlung bieten zu können. Klischees tarnt der Autor gern als popkulturelle Anspielung, liefert aber erneut unterhaltsames Lesefutter.

Die Stadt im Meer

Viele Jahre nach einem globalen Weltkrieg wird Nordamerika neu besiedelt. Frauen regieren, weshalb es eine ausschließlich weibliche Expedition ist, die in den Westen des Kontinents zieht, um dort nachzuforschen, woher jener mysteriöse Mann kommt, der sich in ihre Kolonie verirrt hat … – Stimmungsvolle „Post-Doomsday“-Story, die einerseits die übliche Ruinen-und-Mutanten-Klischees bietet, während sie andererseits eine unerwartet ‚friedliche‘ Auflösung findet. Der Bruch mit zeitgenössischen Brutal-Visionen geht freilich mit einem ebenso zeitgenössischen, heute veralteten, manchmal sogar peinlichen Frauenbild einher: trotzdem lesenswertes Garn.

Mortal Engines – Jagd durchs Eis

An Bord des Luftschiffs „Jenny Haniver“ werden Hester und Tom von bekannten und unbekannten Gegnern gejagt. Sie werden auf den nordamerikanischen Kontinent verschlagen, wo sie in neue Konflikte verwickelt werden … – Sehr actionlastig sorgt Autor Reeve im zweiten Band der „Mortal-Engines“-Serie für durchaus gelungene Unterhaltung, die mit dem inhaltlich besser strukturierten Erstling nicht ganz mithalten kann.

Das sechste Erwachen

Die Besatzung eines Generationsraumschiffs erwacht zwischen den Leichen ihrer Klon-‚Vorgänger‘. Niemand weiß, was geschehen ist, oder kennt den Grund für den Massenmord, doch der Täter muss einer der ihren sein; da solidarisches Teamwork wichtig, aber Misstrauen lebensnotwendig ist, wird die Aufklärung zum existenziellen Problem … – Die ungewöhnliche Mischung aus Science-Fiction-Thriller und „Locked-Room“-Mystery spielt geschickt mit den Elementen beider Genres, ohne sich auf die Ereignisse vor Ort zu beschränken: Dem Leser wird nach und nach eine ebenso interessante wie spannende Vor- bzw. Hintergrundstory enthüllt.

Die fliegenden Bomben

Der moderne Fernverkehr ermöglicht Fahrgeschwindigkeiten von 850 km/h, was Unfälle in Katastrophen und Tragödien verwandelt. Drei-Personen-Streifen einer hochgerüsteten Polizei sollen dafür sorgen, dass die Strecken frei bleiben, was selten ohne Zwischenfälle gelingt … – Quasi dokumentarisch entwirft Autor Raphael eine Zukunft, die Verkehrsteilnehmern eine beinahe uneingeschränkte ‚freie Fahrt‘ gestattet – dies unter Berücksichtigung sämtlicher (spektakulärer) Konsequenzen: Obwohl diese ‚Zukunft‘ gründlich von der Realität überholt wurde, bleibt die Geschichte interessant.

Das Ding aus einer anderen Welt

Ein außerirdischer Gestaltwandler infiltriert eine isolierte Antarktis-Station. Er kann die Gestalt seiner Opfer fast perfekt annehmen, sodass niemand weiß, ob sein Gegenüber noch Mensch oder schon ein „Ding“ ist … – Daraus entwickelt sich die übliche Story aus verhängnisvoll falschen Verdachtsmomenten und Verfolgungsjagden, die hier jedoch angemessen simpel, spannend und temporeich erzählt wird: ein lesenswürdiges Buch zu einem klassischen B-Movie.

Ingenieure des Kosmos

Ende des 7. Jahrtausends retten zwei Weltraum-Reporter eine verschollene Wissenschaftlerin. Im Kryonik-Tiefschlaf hat sie die telepathischen Rufe der „Kosmischen Ingenieure“ vernommen, die am Rand des Universums mit bösartigen Chaos-Mächten ringen. Ein kleines Menschenteam macht sich durch Zeit und Raum auf, um den „Ingenieuren“ zur Seite zu stehen … – Ausgerechnet Clifford D. Simak, der später durch seine ‚ruhige‘ und jeglichem Gigantismus abholde Science Fiction berühmt wurde, legt als Frühwerk eine „Space Opera“ vor, die unbekümmert den Naturgesetzen trotzt und ebenso flach wie spannend unterhält: Nostalgie pur!

Tödlicher Schnee

Über einer US-amerikanischen Kleinstadt fällt ‚Schnee‘ der unheimlichen Art; er ist hungrig und saugt seinen Opfern die Körperflüssigkeiten aus. Ein Reporter, seine Freundin, zwei Wissenschaftler und der skeptische Sheriff versuchen dem Vampir-Schnee den Garaus zu machen … – Was sich liest wie das Drehbuch zu einem typischen SF-B-Movie der 1950er Jahre, hat es nie auf die Leinwand geschafft; schon damals fehlte wohl das erforderliche Quäntchen Originalität. Nichtsdestotrotz ist dieser vergessene Roman erstaunlich unterhaltsam und sorgt für wohlige Trash-Stimmung.

Mortal Engines – Krieg der Städte

In ferner Zukunft rollen gewaltige Städte durch öde Landschaften und bekämpfen einander. In London geraten Tom und Hester in ein Komplott, dessen Urheber die globale Alleinherrschaft ‚ihrer‘ Metropole planen und den Untergang der anderen Städte in Kauf nehmen … – Erster Band einer 2018 verfilmten Serie, die das eher abenteuerliche als trostlose Bild einer fernen, lebensfeindlichen Erde zeichnet: turbulent, einfalls- und anspielungsreich.