Science Fiction

Projekt Raumstation

Ständig wird der Bauplatz der ersten Raumstation von Spionen und Saboteuren heimgesucht. Bomben, Gift, Überfälle: Die mutigen Verteidiger werden auf harte Proben gestellt, aber da sich hier wackere US-„Jungens“ (und ein „Mädchen“) zusammentun, haben die Strolche letztlich keine Chance … – Trash-SF vom gar nicht Feinsten; hier gibt es weder Logik noch Verstand, sondern ausschließlich Action und Pathos, was sich viele Jahre später selbstentlarvend lustig liest: DIESE Zukunft ist ein Witz (mit zwei Fortsetzungen).

Der sechste Mond

Schwierigkeiten in einer Schürf-Kolonie auf dem Saturnmond Titan rufen Erd-Colonel Benedict auf den Plan. Begleitet von Sohn Tuck bemüht er sich, zwei verfeindete Kolonisten-Gruppen zu befrieden. Während der Colonel erfolglos bleibt, freundet sich Tuck mit einem Einheimischen an. Gemeinsam decken sie das gefährliche Geheimnis der Kolonie auf … – Science-Fiction-Abenteuerroman, der (damals) aktuelles astronomisches Wissen mit einer ‚lehrreichen‘ Handlung verknüpfte, wobei Autor Nourse nicht so plump vorging wie andere SF-Kollegen: kein Klassiker, höchstens nostalgisch angestaubte Unterhaltung.

Komet – Der Einschlag

Als sich der Komet Hamner-Brown der Erde nähert, wird dies zunächst als Medienereignis und Neustart für die Raumfahrt gefeiert. Doch der ‚Gast‘ aus dem Kosmos trifft den Planeten und löscht den Großteil der Menschheit aus. In den Ruinen müssen Menschen entscheiden, wie weit sie gehen wollen, um zu überleben … – Auf den Spuren des klassischen Katastrophenromans beginnt die Handlung vor dem Einschlag. Viele Personen werden uns vorgestellt; sie stehen stellvertretend für „die [US-] Menschheit“ vor dem Untergang. Ausführlich und (viel zu) langsam beginnt das Drama, nimmt nach dem „Hammerfall“ Tempo auf, um nach der Katastrophe in „Mad-Max“-Drastik und Redseligkeit zu verebben: Lesefutter mit sämtlichen Klischees des Genres und eigentlich die Idealvorlage für eine TV-Serie.

Brennende Himmel

Als Wissenschaftler entdecken, dass die Sonne zur Nova entarten wird, bricht weltweit Panik aus. Ein junger Wissenschaftler meint eine Möglichkeit gefunden zu haben, die Apokalypse zu stoppen, doch die misstrauische Regierung, ein feiger Industriemagnat, eine schnippische Geschäftsfrau und aufgehetzter Pöbel drohen die Rettung zu verhindern … – Wie in einem zeitgenössischen B-Movie rollt eine ebenso aktionsreiche und dramatische wie absurde, mit Klischee-Figuren besetzte und gerade deshalb unterhaltsame Schauermär ab: Trivial-Science-Fiction mit beachtlichem Technobabbel-Faktor.

Strahlen aus dem Wasser

Nicht Abenteuer im Weltall oder auf fernen Planeten oder der Kampf gegen glotzäugige Invasoren, sondern die Versorgung einer zukünftigen Menschheit mit Wasser, Nahrung und Post stehen im Mittelpunkt dieser ungewöhnlichen SF-Kurzgeschichten. Zur einfallsreichen, heute reizvoll veralteten Darstellung entsprechender ‚Supertechnik‘ kommen ‚gefährliche‘ Zwischenfälle, die für Spannung sorgen: kuriose Blicke in eine Zukunft, die gegenwärtige Alltagsprobleme durchaus andeutet.

Früher war alles besser

Einer der im „Star-Trek“-Universum beinahe üblichen Zwischenfälle sorgt für eine Begegnung zwischen Seven of Nine (aus der „Voyager“-Serie) und Captain James T. Kirk von der ‚originalen‘ Enterprise. Der Versuch, den ‚Gast’ zurückzuschicken, ist ebenso schwierig wie gefährlich, zumal Verräter und Finsterlinge Seven bzw. ihr Wissen um die Zukunft für sich beanspruchen … – Ein weiteres „Crossover“ kombiniert beliebte Figuren unterschiedlicher „Star-Trek“-Serien, um sie durch ein simpel gestricktes, aber spannendes SF-Abenteuer zu hetzen, das durch den Rückgriff auf Episoden der klassischen TV-Serie aufgepeppt wird: solide Franchise-Kost.

Tod vom 5. Planeten

Eine Weltraum-Expedition bringt keine neuen Erkenntnisse, sondern eine unbekannte Seuche zurück zur Erde. Während Mediziner fieberhaft, aber lange vergeblich nach einem Heilmittel suchen, beginnen sich nicht nur Tod und Angst, sondern auch Panik und Aufruhr in der Bevölkerung zu verbreiten … – Der Katastrophen-Thriller mischt sich mit der Science Fiction; quasi dokumentarisch schildert Autor Harrison eine globale Katastrophe, die durch eine kleine Gruppe tapferer Fachleute (und Soldaten) in letzter Sekunde abgewendet werden kann.

Das Marsrätsel

Auf der irdischen Marskolonie gehen unsichtbare Eindringlinge um. Wider Erwarten sind es nicht die vor Äonen verschwundenen Marsianer, sondern Flüchtlinge aus einem fremden Sonnensystem, die sich in zwei einander spinnefeindliche Lager gespalten haben … – Science-Fiction-Abenteuer „für die Jugend“, d. h. nicht ‚nur‘ spannend, sondern auch ‚lehrreich‘ zumindest aus zeitgenössischer Sicht; heute gerade noch nostalgisch, weil ein so nie existierender Mars einfallsreich beschrieben wird, was die naiv-simple Handlung und Figurenzeichnung halbwegs ausgleicht.

Eine Leiche zum Advent

Seit jeher werden zur Weihnachtszeit spannende und gruselige Geschichten erzählt bzw. heutzutage lieber gelesen. Herausgeber Otto Penzler präsentiert 49 Storys aus anderthalb Jahrhunderten. Einiges ist hoffnungslos veraltet, vieles sorgt noch heute für Vergnügen, und manches ist zeitlos genial. „Eine Leiche zum Advent“ bietet für jeden Leser Krimi- und Gruselspaß, der keineswegs auf die Weihnachtszeit beschränkt bleiben muss: eine vorzügliche, zudem fest gebundene und dennoch kostengünstige Sammlung.