Science Fiction

Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv

Mit einem Team wagemutiger Historiker reist Madeleine Maxwell in die Vergangenheit. Die Missionen sind gefährlich und scheitern oft an Kleinigkeiten, zumal Ms. Maxwell weder geduldig noch übermäßig geschickt agiert … Auftakt einer bereits mehr als zehn Bände umfassenden SF-Serie, deren Autorin spannende und humorvolle (aber nicht hintergründige) Zeitreise-Garne spinnt: Leicht-Lektüre.

Der Stern von Granada

Ein Komet sorgt im 14. Jh. dafür, dass der Zeitstrom sich einen neuen Weg bahnt. In Spanien kann sich ein fortschrittliches und tolerantes muslimisches Reich gegen die kriegerischen christlichen Nachbarn behaupten. Es wird zum Zentrum einer Entwicklung, die gravierende Fehler der realen Historie vermeidet … – Sorgfältig recherchierte Mischung als Alternativwelt- und Historienroman, dessen Verfasser mit großem Geschick eine „Was-wenn?-Handlung abseits der üblichen Genreklischees erzählt.

The Colony – Ein neuer Anfang

Die letzten Menschen der zerstörten Erde siedeln sich auf einem fremden Planeten an. Verschwörer hintertreiben die Verständigung mit den intelligenten Einheimischen … – Die Frage nach dem Motiv sorgt für (kriminalromanähnliche) Spannung. Eingebettet in anschaulich beschriebene außerirdische Landschaften, weiß die Handlung (= Mittelteil einer Trilogie) zusätzlich durch gut gezeichnete Figuren zu gefallen.

Die siebte Geissel

1348 erforscht ein spanischer Arzt die Pest und gerät dabei ins Visier der stets misstrauischen Inquisition. Sechseinhalb Jahrhunderte später stößt eine Forscherin auf seine Präparate und entfesselt ahnungslos eine neue, dieses Mal globale Pestwelle … – Interessante, gut recherchierte Mischung aus Historienroman und Wissenschaftsthriller, die aber unter Klischees leidet und sich in einer „Against-All-Odds“-Lovestory vertändelt, ohne deshalb jedoch zu Boden zu gehen.

Alle diese Welten

Im Abschlussband der „Bobieversum“-Trilogie kämpfen der ‚Ur-Bob‘ und seine ‚Klone‘ erneut galaxisweit gegen hungrige Aliens, die sich die ohnehin stark reduzierte Menschheit in ihre Speisekammern hängen will. Zwar wird die Handlung zu ihrem Ende gebracht, wobei Schwung und Ideenreichtum weitgehend aufgebraucht wirken: vor allem für Leser der Auftaktbände unterhaltsam, aber insgesamt aufgrund allzu vieler versäumter Chancen auch enttäuschend.

Die verlorene Stadt

Im vierten Teil der „Mortal-Engines“-Serie führt Autor Reeve sämtliche Handlungsstränge zusammen, und die Schicksale der Hauptfiguren werden aufgeklärt. Das erfordert deutlich mehr Buchseiten als bisher, doch das Finale gelingt = wird spannend und einfallsreich vorbereitet und inszeniert, weshalb man als Leser mit einem lachenden und einem weinenden Auge bzw. dem Wunsch nach einer Veröffentlichung auch der Prequel-Trilogie zurückbleibt!

Jenseits der Zeit

Nachdem die Menschheit mit den gefährlichen Trisolariern lange friedlich und fruchtbar koexistiert hat, flammt der Konflikt erneut auf und droht das gesamte Universum zu erfassen … – Im dritten Teil seiner Trilogie dreht Autor Liu erneut am ganz großen Rad. Die Gesamtstory wird spannend fortgesetzt, doch das aus dem Startband bekannte Ideenfeuerwerk bleibt aus. Ebenfalls störend wirkt die für ein SF-Werk dieser (behaupteten) Bedeutung an den Tag gelegte Xenophobie: Letztlich ist die „Trisolaris“-Trilogie ein unterhaltsames SF-Spektakel, aber kein Leitstern einer ‚globalisierten‘ Science Fiction.

Der Besucher

Ein schiffbrüchiger Raumfahrer muss auf der Außenhülle eines außerirdischen Raumschiffs ‚mitreisen‘. Durch eine der Luken wird er Zeuge eines Geschehens, dessen Verursacher ihm nunmehr nach dem Leben trachten … – Die Story basiert auf einer berühmten Kurzgeschichte, die u. a. von Alfred Hitchcock verfilmt wurde. Sie funktioniert sowohl als Hommage, als auch als spannende Geschichte und bleibt dabei angenehm kurz.