Science Fiction

Geschichten aus der Heimat

In 20 Kurzgeschichten spießt der russische, aber Putin-gegnerischer Autor die Systemschwächen eines Regimes auf, dessen privilegierte Angehörige allein den privaten Nutzen und Machterhalt im Auge haben, während der normale Bürger hilflos absurden bis tödlichen Gesetzen ausgeliefert ist: ein grandioses und virtuoses Buch, eine Abrechnung mit den korrupten Mächtigen, den Narzissten und Gierigen, die Russland und seinen Ruf in ihrer Maßlosigkeit, ihrem Hass, Neid und ihrer Missgunst zugrunde richten.

Himmelsfluss

Band 4 der „Bobiversum“-Serie führt diese zu einem Neustart, der zwar wichtige Handlungsstränge der Vorgeschichte nicht vergisst, aber eine Richtung einschlägt, der den Gesamtgeschehen Schwung verleiht, obwohl deutliche Anleihen an SF-Klassiker wie „Ringwelt“ (von Larry Niven) oder die „Gäa“-Trilogie (von John Varley) recht deutlich werden: bekömmliches Lesefutter für die Fans abenteuerlich-einfallsreicher Science Fiction.

Die Berechnung der Sterne

In einer alternativen Vergangenheit kam die Entwicklung der Weltraumfahrt katastrophenbedingt deutlich früher in Gang. Anders als in der Realität ist dies in dieser Geschichte zu einem Gutteil ein Verdienst von Frauen, die erfolgreich gegen zeitgenössische Vorurteile kämpfen: Dies ist ein Stoff, aus dem derzeit erfolgreiche Garne gestrickt werden – dieses Mal als herzerwärmendes „Social-Fiction“-Märchen im SF-Gewand.

Supernova

Die Kinder übernehmen den Planeten Erde. Sie spielen – und morden – und erschaffen eine ‚neue Welt‘ jenseits ‚erwachsener‘ Wertvorstellungen. Autor Liu nimmt diesbezüglich kein Blatt vor den Mund und beschreibt eine ganz und gar nicht ‚kindliche‘, d. h. ‚unschuldige‘ Zukunft. Tatsächlich ignoriert er jene Vorgaben politischer Korrektheit, die Kinder zu Engeln verklären. Das Ergebnis ist kein gelungener, aber interessanter Roman.