Dunkelmond

Susanne Picard
Dunkelmond

Bastei Lübbe, Köln, 1. Auflage: 02/2013
TB 20689, Fantasy, Adventure
ISBN 978-3-404-20689-6
Titelillustration von Arndt Drechsler
Karte von Dipl.-Ing. Nils Kreutzer

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Sanara arbeitet als Schankmagd in einer Taverne. Mittels dieser Identität hofft sie verbergen zu können, dass sie eine Tochter des Hauses Amadian ist. Ihre Kindheit endete brutal, als der Elbenprinz Tarind die Weihe ihres Bruders Sinan störte und alle tötete, die sich im Tempel befanden. Nur ihr gelang es mit Sinans Hilfe zu überleben. Seither befinden sich die Geschwister auf der Flucht. Tarind beschuldigt die Menschen, seinen Vater getötet zu haben. Nach dessen brutaler Ermordung wurde der Prinz zum neuen König gekrönt. Seither überzieht er die Welt mit Kriegen, unterjocht die Menschen und zwingt sie in die Sklaverei. Die Elben folgen ihm bereitwillig, denn auch sie sind der Ansicht, das Menschen nur dazu da sind, ihnen zu dienen.

Sanara und Sinan erweisen sich als letzte Hoffnung der Unterdrückten, da nur sie, die Kinder des Fürstenhauses Amadian, in der Lage sind, ein Siegel zu finden, das in der jenseitigen Welt versteckt wurde, um die Herrschaft der Elben zu beenden. Vor allem Sanara scheint dazu berufen, die Menschheit zu befreien, weil sie eine mächtige Seelenherrin ist. Allerdings ist sie nicht ausgebildet worden. Durch Verrat wird die junge Frau vom Elbenkönig gefangen genommen. Er versucht nun alles, um ihren Willen zu brechen, damit er ihre gewaltigen magischen Kräfte für seine Zwecke einsetzten kann. Der Bruder des Königs, der Heerführer Telarion, besitzt die Macht, Sanaras Geist zu brechen. Sinan und sein Freund, der Musiker Ronan, müssen schnell handeln, um Sanara zu befreien.

Die Welt, in der Sanara lebt, ist für Menschen sehr gefährlich. Die Elben regieren mitleidlos und begehen in ihrer Arroganz unglaublich brutale Taten. Ihr Ziel ist es, die Kinder des dunklen Mondes, wie sie die Menschen nennen, unter ihr Joch zu zwingen. Sie, die sich selber die Kinder des goldenen Mondes nennen, glauben, dass die Menschen dem Tod dienen und protzen darum damit, dem Leben verpflichtet zu sein. Die Bereitwilligkeit, mit der sie Menschen für nur geringfügige Vergehen bestrafen, zeugt aber von einer anderen Intention. In dieser Welt begegnen sich die verschiedenen Figuren, die die Autorin kreierte. Sanara wirkt dabei sehr authentisch, und man nimmt ihr ab, wie sie auf die verschiedenen Situationen und Protagonisten reagiert. Ronan, der Musiker, entwickelt sich ebenfalls zum Sympathieträger. Tarind ist der Bösewicht schlechthin und überzeugt mit gnadenloser Grausamkeit und einer Kompromisslosigkeit gegen alles, was sich seinen Plänen in den Weg stellt.

Telarion, sein Bruder, wurde als Heiler ausgebildet, muss aber nun in den Krieg ziehen und Leben vernichten. Seine Taten zeugen allerdings von einer Abscheu den Menschen gegenüber, so dass er eher als Antiheld gilt. Seine Taten sind nicht minder brutal als die seines Bruders, auch wenn er sich anschließend in Selbstmitleid suhlt. So werden Leser diesem Charakter keine große Sympathie entgegenbringen. Dazu sind seine Aktionen ohnehin nicht gedacht. Sinan, der Bruder Sanaras agiert, wenn es um seine Schwester geht, nicht sehr nachvollziehbar. So macht er ihr beispielsweise zum Vorwurf, dass sie als Gefangene die Kleidung des Feindes trägt und ihr Haar offen zu sehen ist. Das sind an den Haaren herbeigezogene Konflikte, die nur dazu dienen sollen, die Geschwister zu entzweien, doch wirken sie nicht sehr plausibel. Solche Anschuldigungen erinnern eher an Mitmenschen, die auch den Begriff ‚Ehrenmord‘ verwenden. Folglich wird Sinan zwar nicht gerade den Preis als ‚Bruder des Jahres‘ bekommen, allerdings sind seine anderen Taten durchaus als heldenhaft zu bezeichnen. Sein Charakter in der Story bietet einiges an Potential. Leider wurde ein Großteil davon verschenkt.

Leser dürften Schwierigkeiten haben, ihre Lieblingsfiguren zu finden, da das Handeln der einzelnen Protagonisten immer damit gerechtfertigt wird, indem der eine dem anderen Verrat oder Mord vorwirft. Allerdings erweist sich ein Charakter als äußerst interessant und vielschichtig. Um die Neugier zu erhalten, wird hier nichts darüber verraten.

Susanne Picard ist seit ihrer frühesten Kindheit ein Fan von Fantasy-Geschichten. Sie lebt in Bonn und ist eine von wenigen deutschen Autoren, die auf dem Fantasy-Sektor durchaus ihre Frau stehen werden. Sie braucht sich vor amerikanischen Kollegen und Kolleginnen keinesfalls zu verstecken. Auch wenn ihre Figuren nicht immer nachvollziehbar agieren, ist der Plot geeignet, um Leser, die fantastische Geschichten mögen, bestens zu unterhalten. Immerhin sind hier die Elben die Bösen; das allein ist schon Grund genug in die Story hinein zu schnuppern. Spannung und Erzählreichtum sind zudem ausreichend vorhanden. Die Figuren sind aufgestellt und haben Stellung bezogen. So können Bücherwürmer ab 16 Jahre gespannt auf den zweiten Teil warten, der den Titel „Goldmond“ tragen soll.

Copyright by 2013 © Petra Weddehage (PW)

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