Jiri – Der Junge aus dem Pfahldorf

Birgitt Flögel
Jiri – Der Junge aus dem Pfahldorf

Gerhard Hess Verlag, Bad Schussenried, 1. Auflage: 05/2011
TB, Kinderbuch, History, Adventure
ISBN 978-3-87336-381-6
Titelgestaltung von Kathrin Schüler
Abbildung im Innenteil von N. N.

www.gerhard-hess-verlag.de
www.birgitt-flögel-autorin.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Jiris Kindheit geht zu Ende. Er soll erstmals an einer Jagd, die sein Vater leitet, teilnehmen. Aufregung und Stolz sind sofort vergessen, als ein tragisches Unglück passiert: Noch während der Vater die Fallgrube ausbessert, gerät die Wildpferdherde in Panik und trampelt ihn zu Tode. Jiri, seine Mutter und Geschwister beklagen nicht nur den Verlust des geliebten Menschen, sondern müssen nun noch härter um ihr eigenes Überleben kämpfen.

Der Winter ist hart, und ein Feuer vernichtet einen Teil der Hütten und Vorräte. Zwar helfen sich die Nachbarn untereinander, doch der einzige, der hin und wieder frisches Fleisch bringt, ist der großmäulige Jäger Toto, der schon immer den Platz von Jiris Vater hatte einnehmen wollen. Notgedrungen erlaubt die Mutter ihm, an ihrem Feuer zu sitzen, doch nicht jeden freut das …

Die Handlung des Kinderbuchs spielt vor rund 5000 Jahren in einem jungsteinzeitlichen Pfahldorf am Bodensee. Leserinnen und Lesern ab 10 Jahre, die sich für Geschichte interessieren, wird mit Jiri eine Identifikationsfigur geboten, welche sie durch einige Höhen und Tiefen seines Lebens begleiten dürfen. Eingebettet in die dramatische Erzählung sind anschauliche Informationen über das Leben in jener Zeit, das hart und kurz war. Der Tod war ein ständiger und akzeptierter Begleiter, denn er ereilte Neugeborene und kleine Kinder, Erwachsene und Alte in Form von Unfällen, Feuersbrünsten, Hungersnöten, Krankheiten und Überfällen. Damit wenigstens ein Teil der Dorfbewohner überlebte, war es manchmal notwendig, die Schwachen und Kranken zu opfern.

Die Kinder mussten früh erwachsen werden, und wer sein 40. Jahr überschritt, galt als alt. Schon die Jüngsten wurden zu Arbeiten herangezogen, damit sie notwendige Fertigkeiten erlernten und ihren Beitrag zum Wohl der Familie und des Dorfes leisteten. Die Eltern gaben ihr Wissen und ihren Beruf an die nachfolgende(n) Generation(en) weiter. Dabei schuldeten die Jungen den Alten und Anführern Respekt und Gehorsam. Die Frau befand sich in einem Abhängigkeitsverhältnis und musste sich nach dem Tod ihres Gefährten einen neuen Partner suchen, der sie und ihre Kinder mit Fleisch versorgte.

Durch Birgitt Flögels flüssige und packende Erzählweise wird der Leser schnell in die Geschichte hinein gezogen. Die Autorin vermeidet unnötige und zu ausführliche Erklärungen und bedient sich (nicht zu) einfacher Formulierungen, die von der Zielgruppe problemlos verstanden werden. Nach der Lektüre kann man sich gut vorstellen, wie das Leben der Steinzeit-Menschen, die gerade erst sesshaft geworden waren, ausgesehen haben mag. „Jiri – Der Junge aus dem Pfahldorf“ ist ein spannender und informativer Roman, in den auch Erwachsene einen Blick werfen sollten, damit sie die Fragen ihrer Kinder leichter beantworten können; sie werden ebenfalls gut unterhalten. Außerdem kann man den Titel als Schullektüre für die Klassen 4 – 6 empfehlen.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.