Piraten – Jagd nach dem goldenen Tau

Julia Golding
Piraten – Jagd nach dem goldenen Tau

The ship between the Worlds, GB, 2007
cbj-Verlag, München, 2/2008
HC, Kinderbuch, Abenteuer, Fantasy, 978-3-570-13344-6, 224/1295
Aus dem Englischen von Anne Braun
Titelbild von Karl Müller-Bussdorf

www.cbj-verlag.de
www.juliagolding.co.uk/
www.basic-book.de/

Bis sie sich dazu entschied, freie Autorin zu werden, arbeitete Julia Golding für das britische auswärtige Amt in Polen und später für die Hilfsorganisation Oxfam.

Mit dem Zyklus um den „Bund der Vier“, den sie mit „Das Geheimnis der Sirenen“ begann, erlangte sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Oxford.

Auch „Piraten – Das goldene Tau“ wendet sich an Kinder auf der Schwelle zum Jugendalter. Sie spricht vor allem Jungen an, die sich wie der junge Held David noch für Flaschenschiffe begeistern können und von der abenteuerlichen Welt der Piraten träumen, weil ihr normales Leben nicht so viele Aufregungen bietet. Aber das seine ist nicht gerade einfach, da der Vater vor Jahren verschwunden ist und sich seine Mutter seither mit ihm und den Großeltern durchschlägt.

Als David wieder einmal mit dem kostbaren Schiff spielt, verschwimmt die Umgebung vor seinen Augen, und er findet sich mehr oder weniger freiwillig an Bord eines richtigen Schiffes und in der Vergangenheit wieder – und schon bald Auge in Auge mit der Furcht erregenden Piratenbande von Captain Fischer, der die Aufgabe übernommen hat, die auseinanderdriftenden Welten, die auf dem Zwischenmeer schwimmen, zusammen zu halten.

David hilft zunächst tatkräftig mit, doch man traut ihm nicht so recht, trägt er doch den gleichen Nachnamen wie Fischers Widersacher Kapitän Jones, der sich am Gold der Taue nur bereichern will und diese stiehlt, wo er kann. So bekommt der Junge schon bald alle Härten und Gefahren des Lebens auf See und unter Piraten in allen Details zu spüren, obwohl er ahnt, dass er der Einzige ist, der das sich anbahnende Unheil, das durch den Streit der Kapitäne verursacht wurde, verhindern kann…

Auch wenn die Geschichte in sich geschlossen ist, gibt es doch Möglichkeiten für die Autorin, sie weiter fortzusetzen. Sie variiert das durch „Fluch der Karibik“ beliebt gewordene Piraten-Thema immerhin auf sehr interessante Art und Weise, da sie es in einen Fantasy-Kontext bettet, der ihr genug Raum gibt, die skurrilsten Wesen auftauchen zu lassen – allerdings verliert die Geschichte zum Ende hin sehr an Fahrt.

Zum einen kann sie David nicht ganz so überzeugend schildern: Er redet und handelt oft, als sei er viel älter und dürfte deshalb den wenigsten Lesern wirklich als Identifikationsfigur dienen können. Zum anderen verliert sie am Schluss den Faden und verknüpft die einzelnen Stränge all zu nachlässig. Das Ende wirkt insgesamt recht unbefriedigend, da nur ein Bruchteil der Fragen beantwortet wird.

Alles in allem beginnt „Piraten – Jagd nach dem goldenen Tau“ recht lebendig und stimmungsvoll, lässt dann aber schlagartig nach, gerade weil man das Gefühl hat, nur eine Aneinanderreihung von abenteuerlichen Szenen ohne wirklichen Zusammenhang zu lesen. Schade eigentlich, denn das Setting hätte Besseres verdient. (CS)

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