The Rocketeer

The Rocketeer
Alle Abenteuer in einem Band
von Dave Stevens
Album, Hardcover, vierfarbig, 160 Seiten
ISBN: 978-3-941248-36-6

www.cross-cult.de

Das Buch ist ein Fest! Up, up and away! Das habe ich ja lange nicht mehr gelesen. Dieser Spruch für krachige space operas passt natürlich auch auf dieses Geschichte. Hier wird pulp auf hervorragende Weise nachgeahmt. Das macht einfach Laune.

Dazu die Bilder: Der Autor und Zeichner orientierte sich an Pin Ups älterer Semester, adäquat zum Setting seiner Story. Die Personen, insbesondere die weiblichen (im Grunde ist ja eine Dame, die hier in Szene gesetzt wird) strahlen im besten Licht. Das wirkt sicher etwas theatralisch, kommt aber gut.

Allerdings sind das schon die Highlights der Rocketeer-Comics. Der Plot, die Story, das Drumherum, geben nicht allzu viel her, muss ich sagen. Es ist eine einfache Geschichte eines einfachen jungen Kerls, der in der Flugshow-Zirkusmilieu sein Glück sucht, durch einen dummen Zufall an ein streng geheimes Regierungs-Objekt gerät, weil er es Gangstern abnimmt, und sich dadurch ältlichen Gefahren aussetzt. Dabei versucht er nur, sein Glück zu machen, seiner Angebeteten zu imponieren und etwas Money zu verdienen. Ja, das war’s im Grunde.

Wer kein allzu großen Wert auf eine stimmige und vielschichtige Geschichte legt, aber dafür einfach tolle Bilder sehen möchte, ist mit diesem Band bestens betraten. Der Style der 30er und 40er hat ja auch was, aber man hätte mehr daraus machen können.

Dafür sind alle Geschichten aus den 80ern enthalten, dazu ein sehr informatives Nachwort. In Bälde wird es wohl auch Neues vom Rocketeer geben, auch wieder bei Cross Cult.

Comments

  1. Mich würde noch interessieren, auf was für einem Papier das gedruckt ist. Auf dem Comic-Salon hatte ich mal den „Ritter Ungestüm“ von cross-cult in Händen und fand das Papier ziemlich … ich möchte nicht sagen wie dickes Klopapier, aber nichts für einen anständigen Farbcomic oder etwas, wofür ich 30EUR berappen möchte.

    Davon abgesehen, deine Rezi und die tollen Zeichnungen (erinnern mich an Alex Raymond) machen Lust auf einen Ausflug mit angeschnallten Düsen 😉

  2. Und noch einer, der sich als Rocketeer-Fan outet: Nämlich ich!

    Heißt dieses Unter-Genre der SF nicht „Steampunk“? So á la „Sky Captain and the world of tommorrow“ mit Angelina Jolie. Oder dieses Bild hier: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Steamtop.jpg&filetimestamp=20091102001948 Mann könnte sich vorstellen, das Kapitän Nemo so einen Computer an Bord der Nautilus gehabt haben könnte.

    So langsam finde ich Geschmack an dieser Unterart der SF. Wer kann mir denn Romane in dieser Richtung nennen? Du vielleicht Micha? du hast doch bestimmt ein paar Tipps auf der Pfanne, oder?

    Ich merke gerade, wie in mir schon wieder eine neue Roman-Idee sich von Nebel in vage Puzzlesteine wandelt. Hah! Ich liebe es!

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl ;-))

    P.S. Ist doch einfach klasse, dass einem sogar eine Rezi zum Schreiben inspiriert.

  3. Und Mann ist absichtlich mit 2 nn geschrieben. Männer fahren doch auf sowas mehr ab, als Frauen.
    Oder gibt es auch Steampunk-SF-Fans weiblichen Geschlechts? Schreibt doch mal was, Mädels!

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl ;-))

  4. Das ist Steampunk? Ich dachte, er hätte sich einfach nur ’ne Düse umgeschnallt. Aber genaueres weiß nicht, zumal cross-cult keine Leseproben bereitstellt 🙁

    Ich selbst habe die DVD „Steamboy“ zu Hause; das ist einzige an Steampunk, was ich besitze. Und die hatte ich gekauft, weil sie von Katsuhiro Ôtomo ist, dem Zeichner von Akira.

    Der „Steamtop“ ist übrigens große Klasse ;-), den mechat ich a (… nicht den Metz Mecablitz!)
    Auf der Wikipedia-Seite findest du auch ein paar Bücher zum Genre. Verflixt, ein paar davon habe ich sogar und bisher noch gar nicht bemerkt, dass das SP war. Faszinierend!
    Ha, sogar Philip Pullmans Trilogie um Lyra!

  5. Nun ja, ROCKETEER würde ich jetzt nicht unbedingt zum Steampunk zählen. Steampunk bemüht die Optik und Settings aus dem 19. Jahrhundert, also der victorianischen (England) oder wilhelminischen (Deutschland) Epoche, so ca. bis zum Ersten Weltkrieg. Dabei wird die reale Geschichte verändert, also gehört Steampunk in erster Linie zum phantastischen Sub-Genre der Alterntive History.
    Rocketeer ist dageben in den 40er Jahren des 20. Jh. angesiedelt, lehnt sich entsprechend an die Gangster-Stories und -Filme, auch Abenteuerfilme dieser Zeit an und verweist optisch stark auf die Pin Up – Photos und Hefte dieser Zeit. Die reale Historie wird nicht verändert, halt nur genutzt als Plot-Hintergrund.

    Das Papier, das für das Buch verwandt wurde, ist – denke ich – sehr ok. Etwas fester, weiß, also kein „Klopapier“. Die Bindung ist ohnehin sehr gut; also kein Vergleich zu Klebebindungen aus den 90er Jahren, die beim bloßen Hingucken schon zerfielen (betraf aber nicht Cross Cult!).

  6. Danke für die Info, Thomas. Jetzt, muss ich zugeben, werden bei mir schon verstärkt Haben-Haben-Hormone ausgeschüttet :-).

    Aber es hilft nichts, erst werde ich meinen schönen Blueberry-Band durchschmökern.

  7. Hallo Thomas,

    die genaue Abgrenzungslinien zum Genre Steampunk sind mir sicher nicht geläufig und ich hatte meine Zuordnung ja mit einem Fragezeichen versehen. Allerdings ist das – was wir eben gerade wieder mal tun – so typisch deutsch: Ne´ Schublade suchen, Etikett drauf und gut ist´s. Ich finde diese ganze Genreabgrenzung eigentlich müßig und bin da auch recht großzügig.

    Ich bin sogar der Meinung, dass der Film „Wild Wild West“ mit Will Smith und Kevin Kline in die Sparte Steampunk fällt. Ist doch im Wilden Westen ein Irrer in der Lage, hausgroße Roboterspinnen zu bauen, fliegende Killerscheiben und dergleichen mehr. Also Technik aus dem technisierten Zeitalter in einer früheren Zeit. So grob – und locker – würde ich hier die Linien ziehen.

    Und eben bei Rocketeer ist das ebenso der Fall: Zum Zeitpunkt der Handlung gab´s diese Tecnik eben nicht. Und der Protagonist hat schon was von (Super)Held samt coolen Outfit. Ein strumpfhosiges Heroenkostüm wäre hier dann aber doch zu viel gewesen.

    Und die Pin-Ups im o.g. Titel finde ich ohnehin rattenscharf und super-kultig. Also ein Buch für mehr als nur Fans.

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉

  8. Lieber Galaxykarl! (Hey, übrigens: Was für ein Name!)
    Ja, na klar, das mit den Schubladen kann auch schnell zu einer Deklassifizierung führen. Gerade als SF-Fan kann man da ja ein Lied davon singen: SF ist ja a priori trivial in der Betrachtung der Hochliteraten…
    Andererseits hilft so eine Schublade ja auch, z.B. wenn man was sucht, was zu dem passt, was man mag.
    WILD WILD WEST ist auf alle Fälle Steampunk, wird ja auch in einschlägigen Listen etc. geführt; hier halt mit dem Western-Genre gemixt (und mal nicht in Mary Old England angesiedelt).
    Die Bezeichnung Steampunk stammt ursprünglich nicht aus Deutschland, diese Schubladisierung würde ich nicht so sehr nur den Deutschen zuschanzen. Ansonsten gebe ich dir gerne Recht, man muss sich da nicht so sehr an diesen Bezeichnungen halten und aufreiben. Doch es ist halt so ene Sache, wenn man bestimmte Assoziationen mit einem Begriff hat, den ein anderer nicht hat, kann in die Irre führen.
    So nebenbei: Für mich immer wieder interessant, wi z.B. STAR WARS einsortiert wird. Würde doch jedermann (und -frau) SF zu sagen, oder? Dabei bin ich mir da nicht sicher, denn mir erscheint das mehr als astreine Fantasy… Aber wie geschrieben: Ist eigentlich egal… 🙂

  9. Hi, Ti Eytsch, hahaha … dein Name auf denglisch ist doch auch obercool. 😉

    Galaxykarl? Ist ganz einfach: Als alter SF-Fan bin ich halt politisch, künstlerisch und überhaupt eben galaktisch eingestellt. Soll heißen, diese minimalistischen Wich…eien regionaler Politiker, z.B. welche Farbe die Steine auf dem Fussweg haben sollen, sind äh … ätzend unwichtig. Hab mich dann auch aus der regionalen Politik verabschiedet. Aber Politik ist eine ganz andere, traurige Geschichte.

    Logo gibt mein Lieblingshobby, eher schon Passion oder Zweitberuf vor, wie mein Nickname auszusehen hat. Und der Rest? Ist einfach mein Nachname.

    Nichtsdestotrotz bin ich stolz, der wahren Elite Bayerns anzugehören, nämlich Franken! Ich gehöre dem gleichen rebellischen Volksstamm an, der sich schon immer gegen die arrogante und herablassende Art der Münchner/Oberbayern gewehrt hat. So, á la Gallier gegen Rom. Trotz allem zählen gerade eine Handvoll Münchner zu meinen besten Freunden.

    Wie du in meinem Autorenporträt sehen kannst, bezeichne ich mich sogar als Zentralfranke. Was auf Gesamtdeutsch heißt: Ä echter Peterlesbou, also ein Nürnberger!

    Ein Mensch, von dem ich behupte, er gehört zu meinen Freunden, hat mich mal als phantastischen Realisten bezeichnet. Ich denke, dass trifft es ziemlich genau. Sonntags Knödel essen und Montags auf die Landung der Aliens warten. Hahaha

    Mit fränkisch-galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉 🙂 😉

  10. Jippieh! Karin, klasse Idee. Denn wer Knödel ist, kann kein böses Alien sein.

    Wenn die in die Atmosphäre eintreten, stell ich das Kloswasser schon mal auf den Herd …

    Mit fränkisch-galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉

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