Tödlicher Kristall 1 (von 3)

Tödlicher Kristall 1Daniel Gramsch
Tödlicher Kristall
Alina Fox – Thief Extraordinaire 1 (von 3)

Comicwerk, Berlin, 6/2004
Comic-Heft, Mystery, Adventure, 32/300
Titelillustration von Daniel Gramsch
Autorenfoto von Jörg Pitschmann
www.comicwerk.de
www.alinafox.de
http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile& friendid=101957046
www.picturemania.de
(sfbentry)

Betrachtet man das Cover von „Alina Fox 1“ kommen einem spontan „Catwoman“ und „Tomb Raider“ in den Sinn. Im Vorwort erläutert der Autor und Zeichner Daniel Gramsch, dass ihm die Idee zu der dunkelhaarigen Diebin 1997 kam und Lara Croft damals noch kein Thema für ihn war, eher „Mission Impossible“ als Quell der Inspiration diente.

Die ersten Auftritte hatte Alina Fox im Internet und in „Hit Comics 31“, bevor sie 2004 nach einer gründlichen Überarbeitung ihr eigenes Heft bekam, ganz im Stil der ‚großen’ Verlage mit Hochglanzcover, vollfarbigem Inhalt und diversen Extras wie einer Cover-Galerie und Auszüge aus dem Sketchbook.

Die Story greift ein bekanntes Thema auf, das jüngst auch in „Indiana Jones 4“ verarbeitet wurde: das Geheimnis des Kristallschädels. Alina Fox ist eine Kunstdiebin, die einen solchen Schädel in ihren Besitz bringt. Ihr sind Gerüchte zu Ohren gekommen, dass, wenn man die Relikte alle vereint, eine ungeheure Kraft entfesselt wird. Sollte die so genannte Weltformel in falsche Hände geraten, sind die Folgen nicht absehbar. Obwohl sich Alinas Freunde skeptisch äußern, glaubt sie, dass etwas dran sein könnte und große Gefahr droht.

Schon bald zeigt sich, dass ihr der Diebstahl kein Glück gebracht hat. Jemand will ihr das Artefakt abjagen und verhindern, dass sie Näheres erfährt. Es gibt Tote…

Der Leser wird sofort in die Geschichte hinein gezogen, die mit dem Diebstahl des Kristallschädels beginnt. Die Charaktere werden eingeführt und das Thema ‚Weltformel’ in den Mittelpunkt gestellt. Die Episode endet mit einem Cliffhanger.

Natürlich kann man nach 24 Seiten Lektüre noch keine dichte Handlung und vielschichtige Protagonisten erwarten, aber der Künstler hat von den großen Vorbildern gelernt, er nutzt seine Möglichkeiten und schafft es, die Neugierde auf das Kommende zu wecken. Man darf in einigen ruhigen Szenen an Alinas Denken teilhaben, so dass die anschließenden Geschehnisse umso schockierender wirken.

Noch im Dunkeln bleiben Alinas Geschichte und ihre Motive: Eine altruistische Retterin der Welt scheint sie nicht zu sein, sondern in erster Linie persönliche Ziele zu verfolgen. Ihre Beziehungen zu Freunden und Feinden werden gleichfalls noch nicht näher ausgeführt. Das sind Punkte, die ebenso in den nächsten Bänden zu klären sind, wie das weitere Schicksal der Hauptfiguren und des begehrten Kristallschädels.

Die Illustrationen vereinen Elemente aus Superheldencomics und Mangas. Die Perspektiven und Proportionen sind überwiegend gut gelungen, während die Gesichter noch ein wenig schwächeln. Die Kolorierung in eher dunkleren Nuancen passt zur düsteren Atmosphäre.

Alles in allem ist „Alina Fox 1“ ein gelungener, viel versprechender Debüt-Band. Besonders jene Comic-Fans, die sich für die Werke dt. Künstler und Mystery-Adventures in der Tradition von „Tomb Raider“, „Indiana Jones“ oder „Die Schatzjägerin“ interessieren, sollten hier einen Blick hinein werfen. (IS)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.