Tödlicher Kristall

thief-extraordinaireDaniel Gramsch
Tödlicher Kristall

Alina Fox – Thief Extraordinaire 2 (von 3)
Comicwerk, Berlin, 3/2054
Comicheft, Mystery, Adventure, 32/300
Titelillustration von Daniel Gramsch

www.comicwerk.de
www.alinafox.de

Die Diebin Alina Fox stiehlt aus einem Museum einen von 13 Kristallschädeln. Sie ist davon überzeugt, dass etwas an den Mythen dran ist, die besagen, dass die Artefakte der Schlüssel zur Weltformel sind. Fällt diese in die falschen Hände, droht eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes.

Auch eine Gruppe machthungriger Männer und Frauen forscht nach den Kristallschädeln und sendet einen Auftragskiller, der Alina das begehrte Objekt abjagt, sie und ihre Freunde niederschießt. Ihre Verletzungen halten Alina jedoch nicht lange im Krankenhaus: Sie will Rache und die Gegner aufhalten.

Die Spur des Mörders führt zu dem Mann, der vor Jahren Alinas Vater eiskalt erschossen hat – und weiter nach Mexiko, wo das Geheimnis der Kristallschädel gelüftet werden soll…

Der zweite Teil von „Tödlicher Kristall“ knüpft nahtlos an die Geschehnisse im ersten Heft an. Der Leser erfährt von Alinas Schicksal und dem ihrer Freunde, die durch den mysteriösen Kristallschädel in eine Angelegenheit hineingezogen wurden, die mindestens eine Nummer zu groß für sie scheint. Sie alle zahlen den Preis für ihren Mut. Trotzdem gibt Alina nicht auf – für ihre Freunde und für ihren Vater. Eine Rückblende verleiht der Protagonistin mehr Hintergrund und erklärt auch ihre Motive. Längst läuft der Wettlauf mit der Zeit, denn der Gegner besitzt alle Kristallschädel und beginnt mit dem Ritual.

Der Band endet mit diesem Cliffhanger, der neugierig macht, ob Alina rechtzeitig am Ort des Geschehens eintreffen wird, ob sie einen Freund befreien kann und ob das Geheimnis der Artefakte enthüllt wird. Eine kleine Galerie mit zusätzlichen Informationen zur Serie runden ab.

Die Handlung folgt dem bewährten Muster vieler Adventure-Comics: Ein tragischer Vorfall in ihrer Kindheit macht die Protagonistin zu der, die sie nun ist. Mit Hilfe zahlreicher Freunde, die stets zur rechten Zeit am rechten Ort sind und die über die gerade benötigten Mittel oder Kenntnisse verfügen, lässt sie sich auf ein gefährliches Abenteuer ein, mit dem Ziel, ein großes Unheil zu verhindern. Die Bösen sind böse, und die Guten bewegen sich in einer Grauzone. Dramatische Schusswechsel und Verfolgungsjagden wechseln sich mit emotionalen Momenten und dem Einflechten wichtigen Informationen ab, die Weichen fürs Finale werden gestellt. Dieses Schema mag nicht neu sein, aber es funktioniert, und die Leser sind zufrieden, da sie gut unterhalten werden.

Die Illustrationen sind dynamisch, gefallen vor allem durch die detailreichen Hintergründe und die ausgeprägte Mimik der Figuren, auch wenn die Gesichter oft noch etwas unausgereift wirken. Die Kolorierung ist gelungen und passt zur jeweiligen Atmosphäre der Bilder.

Sicher kann man „Alina Fox“ nicht mit Titeln amerikanischer Comic-Künstler vergleichen, die ihr Geld durchs Zeichnen verdienen, einen Stab Helfer und die besten Werkzeuge zur Verfügung haben. Dennoch sollte man die kleine Comic-Szene Deutschlands im Auge behalten, denn es gibt viele Autoren und Illustratoren, die gute Ideen und Durchhaltevermögen haben und sich außerdem weiter entwickeln. Daniel Gramsch gehört dazu, und mit „Alina Fox“ hat er gezeigt, dass er keine Eintagsfliege ist.

Wer sich für die Werke einheimischer Künstler interessiert, wird dem Titel gewiss gern eine Chance geben wollen. (IS)

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