Warhammer 40.000 – Exterminatus

Dan Abnett & Ian Edginton
Exterminatus


Warhammer 40.000

Band: 3

Panini Comics

ISBN: 9783866078017

Umfang: 124 Seiten

Originaltitel: Warhammer 40.000: Exterminatus

Übersetzer: Hartmut Klotzbücher


Nach mittlerweile 20 Jahren braucht man wahrscheinlich keinem Science-Fiction-Fan, Strategiespieler – egal ob Brett, Diorama oder Internet – mehr zu sagen, was Warhammer oder Warhammer 40.000 ist. Nur für all diejenigen, welche sich in keine der vorgenannten Kategorien einordnen lassen: Warhammer ist mehr als ein Spiel, es ist eine eigene Welt und eine der brutalsten dazu. Eigentlich wundert es mich, dass die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hier noch nicht aktiv wurde, Sei´s drum.


Wir befinden uns rund 40.000 Jahre in der Zukunft, einer schrecklichen, tödlichen, also dystopischen Variante von Utopia: Die Menschheit wird von einem (guten?!) Imperator regiert, für Ordnung sorgen die Orden Seiner Heiligen Inquisition zu Terra und die Militärs, z.B. die Black Templars, den historischen Tempelrittern nachempfunden, aber ausgestattet mit weitaus mehr Macht und Waffen allermodernster Art. Inquisitoren der verschiedenen Orden und Templer reisen in Raumschiffen durch das All und stehen dort und auf tausenden Planeten mindestens ebenso mächtigen Gegnern gegenüber.


Mehrere der in den Krieg verstrickte Parteien führen Titanen – am ehesten für Uneingeweihte mit den Kampfmaschinen á la Transformers vergleichbar – ins Feld. Bis zur letzten Schraube bewaffnet, sind sie in der Lage, ganze Infanteriekontingente und mittelschwere Kampfvehikel in blutverschmierte Leichenberge und schwelenden Schutt zu verwandeln. In der Schlacht bei der Stadt Carrion Gulf auf dem Planeten Magnum Christi stoßen die Ordenstruppen auf den Grund für die umbarmherzige Hartnäckigkeit der Gegner: Sie versuchten zwei uralte Titanen zu erwecken, die den Augen der Psioniker und Astropathen des Imperiums entgangen waren.


Nach Vernichtung der Chaos-Truppen durch die Space Marines der Black Templars und der anschließenden gründlichen Untersuchung des Planeten entdeckt man neun weitere vergrabene Titanen. Dies lässt den Inquisitor Delius Alastor zu seinem letzten Mittel greifen, den Exterminatus: Die völlige Vernichtung des gesamten von Feinden verseuchten Planeten. Mit allem, was auf ihm noch am Leben ist, Feind und Freund… Doch danach muss er der Frage nachgehen, wie es dem Chaos gelang, die Titanen so effektiv und über eine so unglaublich lange Zeit vor dem Imperium zu verbergen.


Schon nach wenigen Seiten wünscht man sich, niemals eine solche Zukunft erleben zu müssen. Kein einziges Bild, kein Wort, keine Szene zeigt irgendetwas, für das es sich zu leben oder kämpfen lohnt. Aber darin liegt die Attraktivität von Warhammer. Das Böse ist immer und überall. Nichts für Weicheier oder schaumgespülte Langweiler. Ein halbes Dutzend Zeichner und zwei Koloristen haben an diesem Band gearbeitet, und leider liegt da schon der erste Makel begründet. Entweder war einer der Zeichner ein Anfänger oder schlichtweg ein Stümper. Die Gesichter der Protagonisten sind auf einigen Seiten kaum mehr wieder zu erkennen, erinnern an übelste SF-Titelbilder aus den 60er und 70er Jahren. Der Übeltäter ist aber nicht zu identifizieren, da die Auflistung am Anfang die Zeichner nach Kapitel nennt und nicht nach Seitenzahlen, welche ohnehin fehlen. Absicht? Nun sind Pathos und markante Sprüche in Comics schon fast Pflicht – siehe Frank Millers Adaption „300“ von König Leonidas´s Kampf gegen Xerxes Armeen – aber ich hörte auf den ersten zwanzig Seiten die Sprechblasen-Texte übertrieben pathetisch in meinen Ohren klingen. Na ja.


Was aber so richtig störend wirkt und mir deutlich die Freude am Gemetzel genommen hat, sind die winzigen Textfelder, die ausschließlich in Versalien gesetzte Schrift und einige unnötige Satzfehler. Zu allem Überfluss wären in fast allen Bildern mehr als genug große Flächen zur Verfügung gestanden, welche keine Bildelemente, sondern – in der Regel schwarze – Hintergründe zeigen. Anstelle also flüssig bild-gewaltige Schlachtenszenen genießen zu können, waren meine Hände ständig in Bewegung zwischen normalem Leseabstand und Lupenansicht. Nach 124 Seiten nervt das ziemlich. Dass es auch anders geht, zeigen die Sprachfelder der Handlungsträger im klassischen Schwarz-auf-Weiß.


Dazu kommt noch die übliche Comicsprache für Geräusche, teilweise bild-beherrschend groß. Wer sich aber an FASHHOOMM!, BRAKKABKRAKKABRAKKA oder auch SPANGG!TANNGG!CHINNG! nicht stört, kommt hier sicher auf seine Kosten. Sonst ist der Band handwerklich sauber gestaltet, angenehm sind die Klappen des Umschlags als mögliche Lesezeichen, der vollständig farbige Druck – was allerdings schon lange Standard ist -, und die US-Cover-Galerie im Anhang. Der Preis von 16,95 € ist – wie alles bei Warhammer – happig, zuckt den wahren Fan wahrscheinlich aber nur wenig. (Werner Karl)


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Warhammer 40.000, Bd. 3, Exterminatus


 

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