Krone und Schwert

Arvid Nelson & Eric J.
Krone und Schwert

Rex Mundi 4
Rex Mundi: crown and Sword, USA, 2007
Egmont Ehapa, Köln, 06/2008
HC, Ehapa-Comic-Collection, vollfarbige Graphic Novel im Comic-Format, Mystery, Fantasy, 978-3-7704-3202-8, 176/2000
Aus dem Amerikanischen von Joachim Stahl
Titelillustration und Zeichnungen von Juan Perreyra
www.ehapa-comic-collection.de
www.rexmundi.net/
www.ericj-art.com
http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile &friendid=8434417

Bereits in die Vierte Runde geht die Mystery-Serie von Arvid Nelson und Eric J., die in einem alternativen Europa des Jahres 1933 angesiedelt ist. Weil die Reformation im Keim erstickt wurde und die katholische Kirche ihre Macht bewahren konnte, blieben viele Länder Europas weiterhin Monarchien, und der Vatikan konnte seine Macht über die Menschen weiter ausbauen. Die Inquisition entscheidet auch heute noch über Ketzerei, Häresie und Hexerei. Dazu kommt, dass die Mauren nicht aus Spanien vertrieben worden sind und auch das Osmanische Reich immer noch das östliche und südliche Mittelmeer beherrscht.

In dieser Welt lebt der junge Arzt Julien Sauniere. Durch den Tod eines Freundes ist er auf ein Geheimnis aufmerksam geworden, das die Welt erschüttern könnte. Zusammen mit seiner Studienfreundin Genevieve Tournon gerät er in geheimnisvolle Intrigen und einen Krieg, der schon lange hinter den Kulissen geführt wird.

Gefangen zwischen den argwöhnischen Augen der Inquisition und dem Misstrauen von den Vasallen des mächtigen Herzogs von Lorraine findet er zusammen mit Pater Clarion in den Pariser Kirchen St. Sulpice und St. Germain Hinweise auf eine Wahrheit, die die Welt erschüttern könnte. Nicht nur, dass sich der Herzog von Lorraine als direkter Erbe der Merowingerkönige sieht, es gibt auch Hinweise, dass diese direkt von Jesus und Maria Magdalena abstammen. Wie sonst sind die geheimen Altäre zu erklären, die nicht nur die ehemalige Sünderin sondern auch Judas Ischariot als Heilige ansehen, und ein Gefäß, das zum Teil aus einem Schädel besteht?

Während der junge Arzt immer tiefer in die Mysterien eintaucht, steht Europa in Flammen. Angetrieben von dem machthungrigen Herzog von Lorraine hat Frankreich die Fürstentümer Navarra, Kastilien und Aragon annektiert und einen Krieg mit dem Emirat von Granada begonnen, das vom Omanischen Reich unterstützt wird. Aus Angst, Frankreich würde nun zu mächtig werden, haben das Preußische und das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ebenfalls den Krieg erklärt. Und die Bündnisse der Franzosen ziehen nun auch die Briten und Russen in die Auseinandersetzung. Um eine weitere politische Einmischung seines eigenen Königs zu verhindert, unternimmt der Herzog von Lorraine einen Putsch und setzt sich mit militärischer Macht an die Spitze des Staates.

Julien Sauniere bekommt derweil andere Probleme, denn plötzlich wenden sich der Erzbischof und die Inquisition gegen ihn und wollen nichts mehr von dem wissen, was er herausgefunden hat. Stattdessen klagt man ihn der Ketzerei und Häresie an und will ihm den Prozess machen…

In einer Bonus-Geschichte wird ein Blick in die Vergangenheit geworfen. Julien und Genevierve – beide noch Arztgesellen – bekommen es im Jahre 1925 in einem Schloss mit einem Wahnsinnigen zu tun, der ganz eigene Pläne mit den beiden hat.

„Krone und Schwert“ steuert auf einen ersten Höhepunkt zu, denn Geheimnisse, die in den vorigen Bänden die ganze Zeit vorbereitet wurden, werden jetzt enthüllt. Nicht nur Julien Sauniere kommt in seiner Suche nach den Geheimnissen um den heiligen Gral weiter, er findet auch heraus, dass Genevieve ganz offensichtlich ein seltsames Spiel treibt und er von Anfang an mehr in die Geschichte verwickelt war, als ihm bewusst gewesen ist. Weitere Facetten seines Charakters und seiner Vergangenheit werden enthüllt.

Auf der Bühne der großen Politik zeigt der Herzog von Lorraine sein wahres Gesicht. Der Putsch ist nur die Spitze des Eisbergs, denn er will viel mehr als nur die Macht über Frankreich. Dafür nimmt er auch einen Zwei-Fronten-Krieg in Kauf.

Beides ergibt einen Mystery-Thriller, der auch noch im vierten Band immer wieder für eine Überraschung gut ist und durch seinen gut durchdachten und sehr komplexen Hintergrund überzeugt. Wieder einmal zwingt Arvid Nelson seine Leser zum Mitdenken und sich Erinnern. Die Geschichte schlägt immer neue Haken und doch bleibt der rote Faden bestehen.

Auch die Zeichnungen sind herausragend. In fast fotorealistischem Stil erweckt der Künstler Juan Ferreyra die Welt von „Rex Mundi“ zum Leben. Sie werden immer dann dynamisch und fast Film reif, wenn Action ins Spiel komm, sind detailreich, wenn es darum geht, Rätsel aufzulösen und neue zu schaffen.

Im vierten Band „Krone und Schwert“ hat „Rex Mundi“ nichts von seiner Faszination verloren. Autor und Zeichner nutzen die Möglichkeiten ihres Fachs ganz aus und wissen durch Liebe zum Detail und den komplexen Aufbau ihrer Geschichte mehr als nur zu gefallen. Das macht das Warten auf den fünften Band sehr schwer. (CS)

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Rex Mundi 04: Krone und Schwert: 4

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