Lieber Lehrer…

Yaya Sakuragi
Lieber Lehrer…

Nee, Sensei?, Japan, 2007
Carlsen Manga, Hamburg, 2/2009
TB, Manga, Boys Love
ISBN 9783551786081
Aus dem Japanischen von Jasmin Bojanowski
2 Farbseiten
www.carlsenmanga.de
http://caressya.blog20.fc2.com/

Der junge Lehrer Isa hat schon so manches erlebt, darum schockiert es ihn nicht sonderlich, dass einer seiner Schüler, Takashi Homura, statt des ausgefüllten Tests ein Liebesgeständnis abgibt. In den Nachhilfestunden kommen sie einander langsam näher, da Homura die Initiative ergreift. Tatsächlich ist der Teenager schon lange heimlich in Isa verliebt, denn dieser war mit seiner älteren Schwester befreundet und kümmerte sich damals gern um den Jungen. Auch Isa hat diese Zeit nicht vergessen. Aber kann die Liebe zwischen Schüler und Lehrer funktionieren?

Yuuji und Manabu besuchten einst zusammen die Schule. Jahre später arbeitet der eine in einer Imbiss-Stube, während der andere Polizist geworden ist. Regelmäßig lässt sich Manabu von Yuuji Nudeln liefern oder kommt an seinen freien Tagen zum Essen in den Laden. Ihre Freundschaft wächst, doch steht etwas zwischen ihnen, was Yuuji erst bewältigen muss.

Nach „Was zum Naschen!“ ist „Lieber Lehrer…“ der zweite Oneshot von Yaya Sakuragi, der im Carlsen Verlag erschienen ist. Der Band beinhaltet zwei von einander unabhängige Geschichten, wobei die Titel-Story die umfangreichere ist. Die Handlung ist im Schüler- bzw. Milieu junger Erwachsener/Angestellter angesiedelt und beschreibt die Beziehungen zwischen einem Lehrer und einem Schüler sowie einem Polizisten und einem Angestellten.

In beiden Fällen hält sich die Mangaka nicht lange mit Geplänkel auf, sondern lässt die Protagonisten schnell und ohne komplizierte Handlung zur Sache kommen. Dabei sind die jüngeren und auf den ersten Blick hin ‚unterlegen’ erscheinenden Charaktere jene, die die Situation vorantreiben und letztlich die Rolle des Seme für sich beanspruchen. Wer nach außen hin den Macho verkörpert, muss dies nicht auch im Bett sein. Die Abbildungen sind recht deutlich, obgleich die entscheidenden Stellen ‚weich’ gezeichnet oder durch Sprechblasen und andere Objekte überdeckt wurden.

Yaya Sakuragis Stil ist Geschmackssache. Die langen, schmalen Gesichter mit den breiten Mündern wirken immer leicht ‚sauertöpfisch’, die Posen der Figuren etwas hölzern. Die Hintergründe wurden meist sparsam ausgeführt, da die Personen, ihre Aktionen und Dialoge im Mittelpunkt stehen.

Wer noch immer alles sammelt, was unter das Genre Boys Love fällt, wird sicher auch diesen Band in sein Regal stellen wollen. Ist man wählerischer und sucht sich aus dem breiter gewordenen Angebot nur noch die Titel aus, die wirklich gefallen, dann muss man „Lieber Lehrer…“ nicht unbedingt haben, denn es gibt Reihen und Oneshots, die gefälliger gezeichnet sind und obendrein eine interessante Geschichte bieten (Youka Nitta: „When A Man Loves A Man“, Yamane Ayano: „Crimson Spell“, Hirotaka Kisaragi: „Brother x Brother“, Uki Ogasawara: „Black Sun“…). Leserinnen ab 16 Jahren sollten ein wenig in „Lieber Lehrer…“ blättern, bevor sie sich für oder gegen den Kauf entscheiden. (IS)

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