Love Cotton 1

love-cotton-1Chan Kashinoki
Love Cotton 1

Kabushikigaisha Love Cotton, Japan, 2007
Tokyopop, Hamburg, 8/2009
TB, Manga, Comedy, Romance
ISBN 9783867197489
Aus dem Japanischen von Kenichi Kusano und Radek Matuzak
2 Farbseiten

www.tokyopop.de

Eine besondere Faszination scheinen japanische Mangaka an dem Ausgangsthema zu haben, dass Eltern einfach in die Weltgeschichte reisen und ihre Kinder in der Obhut von Verwandten, allein oder in einem Internat zurück lassen. Ob das in der Wirklichkeit so möglich ist, sei dahin gestellt, aber es gibt ihnen die Möglichkeit, dass die Mädchen und Jungen schon früh ihre Flügel ausstrecken, um flügge zu werden. Auch in „Love Cotton“ bleiben Naru und ihr kleiner Bruder Furu zu Hause zurück, weil die Eltern unbedingt nach Kenia reisen wollen. Das Mädchen hat keine Lust, sich schon wieder eine neue Umgebung anzutun und will auch ihr Geschwisterchen, das noch mitten im Babyalter ist, beschützen. So zieht sie mit ihrem Bruder zu ihrer Oma, die Mühe hat, sie alle drei zu versorgen, weil ihre Boutique eher schlecht als recht läuft.

Da hat Naru eine Idee. Sie will auf eigenen Füßen stehen und bald Karriere machen. Und warum nicht im Bereich der Mode? So sieht sie sich genauer unter ihren Mitschülern um, überredet die hübsche Rin, bei ihr als Verkäuferin und Model zu arbeiten, gewinnt den schüchternen und unscheinbaren Tadashi als Schneider und den kunstsinnigen Mirai als Designer. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind die vier von der Idee begeistert und beschließen, sie in die Tat umzusetzen. Am Tag der Eröffnung tut auch der süße kleine Furu seinen Teil dazu, um die passenden Kundinnen anzulocken und die „Love Cotton“ wird ein voller Erfolg. Auch wenn noch nicht so viel Geld in die Kasse kam – der Grundstein für ein ganz besonderes Modelabel ist gelegt.

In der Bonusgeschichte „Heldengeschichte einer Heulsuse“ gewinnt ein Mädchen, das in eine Jungenklasse kommt, die Mitschüler für sich, indem sie einfach weiter so bleibt, wie sie ist, und sich nicht krampfhaft zu verändern bemüht. „Love Cotton“ ist ein Manga, der weniger auf Liebesgeschichten setzt als auf Freundschaft und Zusammenhalt zwischen denen, die sich zusammen tun, um etwas gemeinsam aufzubauen. Das ist vor allem in der Hauptgeschichte bemerkbar, die märchenhaft und ohne sonstige Schwierigkeiten zeigt, dass man nur einen starken Willen, Durchhaltevermögen und Ehrgeiz braucht, um sein Ziel zu erreichen. Und in der Bonusgeschichte zeigt sich, das Jungen auch ganz nett sein können, wenn sie jemanden zum Beschützen haben. Romanzen deuten sich zwar an, sind aber kein Hauptthema.

Wie kein anderer Manga atmen diese Geschichten den typischen japanischen Geist, was manchmal auf westliche Leser etwas befremdlich und reaktionär wirken mag, aber trotzdem recht unterhaltsam sein kann. Alles in allem richtet sich der erste Band von „Love Cotton“ an jüngere Manga-Leserinnen, denen Freundschaft und Träume noch viel wichtiger sind als die erste Liebe und die gerne immer wieder über ihre Lektüre lachen möchten.

Christel Scheja (CS)

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