Lucky Luke gegen Phil Steel

 

Morris
Lucky Luke gegen Phil Steel
Lucky Luke 83

Lucky Luke et Phil Defer ‚Le Faucheux’, Frankreich, 1971
Egmont Ehapa, Köln/Berlin, 1. Auflage: 10/2008
HC-Album, Ehapa Comic-Collection, Adventure, Western, Funny, Satire
ISBN 9783770432158
Aus dem Französischen von Klaus Jöken
Mit einem Vorwort von Horst Berner
Titelillustration von Morris
www.ehapa.de
www.ehapa-comic-collection.de
www.lucky-luke.com
http://lambiek.net/artists/m/morris.htm

Die Nummerierung von „Lucky Luke“ ist ein Kapitel für sich. Zum einen scheinen 14 Bände zu fehlen, dann stimmt die Reihenfolge nicht mit dem chronologischen Erscheinen der Bände in Frankreich überein, aber auch die Geschichte des Helden, die u. a. durch Kindheitserlebnisse ergänzt wurde, folgt nicht dem zeitlichen Ablauf. Mehr Informationen findet man in den jeweiligen Alben – und auch hier:

Zunächst erschienen 14 Bände „Lucky Luke“ im Coralle-Verlag. Als Ehapa die Rechte für die weiteren Alben erhielt, musste mit Nr. 15 begonnen werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Später konnten die Coralle-Geschichten in die Ehapa-Comic-Collection integriert werden. Eine Übersicht verrät, unter welcher Nummer jene Bände zu finden sind. Bd. 83 wartet mit zwei Abenteuern aus der Frühzeit von „Lucky Luke“ auf, der zwar unverkennbar ist, hier aber noch nicht ganz sein markantes Profil hat:

In der Titel gebenden Story trifft er auf den Revolverhelden Phil Steel, der dem berühmten Schauspieler Jack Palance („Mein großer Freund Shane“, „Attila, der Hunnenkönig“, „Chatos Land“, „Das Geheimnis der fliegenden Teufel“, „Batman“ u. v. m.) nachempfunden ist. Phil Steel soll den Kleinkrieg zweier Saloon-Besitzer entscheiden. Lucky Luke ist zur rechten Zeit am rechten Ort, um mit einem Trick das Schlimmste zu verhindern…

„Lucky Luke und ‚Pille’“ ist eine Geschichte, die der Titelheld seinen Zuhörern am Lagerfeuer erzählt: ‚Pille’ wird per Zufall zum Sheriff befördert, und damit beginnt für ihn der Schlamassel, aus dem er wohl nicht mehr heraus kommt…

Interessanterweise wurden seinerzeit beide Geschichten für das Magazin „Spirou“ für zu gewalttätig befunden und erschienen stattdessen in „Le Moustique“, einer Radioprogramm-Zeitschrift aus dem gleichen Haus Dupuis. Diese Form von Zensur führte dazu, dass in „Lucky Luke“ niemand mehr sterben oder ernsthaft verletzt werden durfte, schon gar nicht durch die Hand des Helden. Dadurch wurde die Hommage an den Western erst richtig zur Parodie, denn was sonst in einer – tödlichen – Schießerei geendet hätte, musste nun durch neue Lösungen entschärft und durch Gags aufbereitet werden, was zweifellos kein leichtes Unterfangen war.

Man sieht aber bereits, wie wichtig der Humor für die Serie schon immer war und ist. So wird kräftig übertrieben, die Schwächen der Protagonisten werden gekonnt auf die Schippe genommen, Situationskomik und Wortwitz schwächen die ‚Gewalt’ ab. Zwar wird viel geschossen – aber was wäre ein Western ohne Schießerei? Man mag heute toleranter als damals sein, aber vielleicht hatte die Zensur letztlich doch ihr Gutes, denn wer weiß, ob „Lucky Luke“ sonst so witzig (auch dank der Zusammenarbeit von Morris und Goscinny) und erfolgreich geworden wäre.

„Lucky Luke“, ob frühe oder neue Abenteuer – die Serie ist stets ein großer Spaß für Jung und Alt. Vor allem für Sammler ist es reizvoll, die Entwicklung der Serie zu verfolgen und Hintergrundinformationen zu erhalten, die so manche offene Frage beantworten. Bd. 83 gehört darum in die Sammlung von jedem Fan. (IS)

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Lucky Luke 82: Am Fluss der rosa Biber

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