Miss Endicott 2 – Der Aufstand

Bei Amazon.deMiss Endicott 2  – Der Aufstand

Serie: Miss Endicott, Band 2
OT: Miss Endicott 2
Szenario: Jean-Christophe Derrien
Zeichnungen: Xavier Fourquemin
Kolorierung: Scarlett Smulkowski
Ü: Martin Surmann
Lettering: Mirko Piredda
Ausstattung: 80 Seiten, HC, A4-Format
ISBN: 978-3-941279-33-9
Verlag: Piredda Verlag, 2009

Patricia Endicotts totgeglaubte Mutter, Maggie, ist zurück und enthüllt ihrer Tochter, dass ihre Beerdigung eine Inszenierung, eine Scharade war, um anschließend die aus Indien zurückkehrende Patricia als Lockvogel für den Meister missbrauchen zu können. Anders als ihre Tochter zeichnet sich die Alte nämlich durch ein cholerisches Temperament  sowie einen Hang zu Waffen, zu Rücksichtslosigkeit und drastischen Maßnahmen aus, so dass sich die beiden überwerfen, kaum dass sie einander begegnet sind.

Während Maggie, Wallace, Konrad und die beiden Stadtstreicher in den Tunneln unter London nach der Maschine des wahnsinnigen Erfinders suchen, erhält Patricia eine erschreckende Nachricht, die sie dazu veranlasst, gegen die Gruppe zu arbeiten und sie zu verraten: das ihr anvertraute Kind, Kevin, wurde von den Schergen des Meisters entführt, die damit drohen, dem Kleinen etwas anzutun, sollten Maggie und ihre Kameraden die Maschine finden.

Lediglich Kevins alter Hausdiener, Konrad, durchschaut Patricias Verrat, stellt die junge Frau zur Rede und erfährt so von der Entführung des Jungen.

Die junge Miss Endicott entscheidet sich dafür, den Knaben auf eigene Faust zu suchen, um ihn aus den Klauen seiner Entführer zu befreien. Tatsächlich dauert es nicht allzu lange, bis sie das Versteck auf dem Lande ausfindig gemacht hat. Der anschließende Kampf mit den Entführern verläuft allerdings etwas anders als erwartet, denn die Täter legen eine unerwartete Vorsicht im Umgang mit Kevin an den Tag, sodass es Patricia dank ihrer Kampfkünste nicht schwer fällt, ihn zu erretten, auch wenn nun neue Fragen auftauchen, die in das Haus des Kleinen weisen.

In London spitzt sich zwischenzeitlich die Lage zu: nicht nur, dass sich die Vergessenen unter dem Banner der Revolution endgültig gegen die überirdischen Bewohner der Stadt erheben, sondern auch dass Maggie  erneut auf ihre Nemesis, den Meister trifft.

Als Patricia und der Junge die umkämpfte Stadt schließlich erreichen, werden sie Zeuge eines tragischen Zwischenfalls, der Miss Endicotts Leben eine neue Wendung gibt.

Dadurch, dass die auferstandene Maggie sofort die Ermittlungen beziehungsweise den Kampf an sich reißt und ihre Tochter gleichsam auf ein Abstellgleis schiebt, beginnt der zweite Band mit einem Bruch, von dem er sich erst zum Ende hin erholt, denn im Gegensatz zu ihrer Tochter ist die Alte weder interessant, noch geheimnisvoll oder sympathisch, sondern ein regelrechter Kotzbrocken mit einer eindeutigen Affinität zu Gewalt. Schlussendlich führt der Auftritt der Mutter zu der Frage, wie eine solche Person die Position als Schlichterin überhaupt glaubhaft ausfüllen konnte, und geht damit zu Lasten der inneren Glaubwürdigkeit der Geschichte.

Während Patricia deutlich in den Hintergrund tritt, gewinnt die Action innerhalb des Settings zunehmend an Bedeutung, wobei der Erzählfluss insgesamt in einzelnen Szenen etwas stockend und richtungslos wirkt; zudem verliert die Story durch den neuen Schwerpunkt an zauberhafter Hintergründigkeit, gewinnt dafür andererseits deutlich an „steampunkiger“ Atmosphäre und auch an Härte.

Während sich die Geschichte selbst etwas orientierungslos ausnimmt, ist das leichte, klare , vom Seiten-Layout her traditionelle Artwork Fourquemins nach wie vor ohne Makel. Die äußerst lebhaft gestalteten, skurril überzeichneten Figuren sowie die leicht surrealen Architekturen und Maschinen nehmen in Verbindung mit der zurückhaltenden, stimmungsvollen Koloration  Smulkowskis den Leser von der ersten Seite an gefangen.

Zwar weniger originiell, dafür jedoch deutlich actionreicher als das erste „Miss Endicott“-Album, weiß auch dieser Abschlussband des Zweiteilers in Bezug auf Story und Artwork – sowieso – zu überzeugen … und macht nicht zuletzt Hoffnung auf einen neuen Zyklus.

(Frank Drehmel)

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