Monster 5: Nach der Kirmes

Naoki Urasawa
Monster 5: Nach der Kirmes, Japan, 1995

EMA, Köln, 1. Auflage: 8/2003
TB, Manga, Psycho-Thriller, 978-3-89885-684-3, 222/650
(sfbentry)
Aus dem Japanischen von Mario Hirasaka

www.manganet.de

Der Arzt Kenzo Tenma befindet sich weiterhin auf der Flucht vor den Behörden, die glauben, dass er ein Mörder ist. Tatsächlich will er den wahren Täter finden und ausschalten: das „Monster“ Johann, dem er einst durch eine komplizierte Operation das Leben rettete und der seither alle tötet, die in irgendeiner Weise mit ihm zu tun haben.

Als Tenma Anlass zu der Vermutung erhält, dass Johann schizophren ist, nimmt er Kontakt zu einem ehemaligen Kommilitonen auf, der als Psychiater einen ähnlichen Fall betreut und durch diesen auf interessante neue Spuren stößt, die Tenma weiter helfen könnten. Zunächst jedoch will Dr. Gillen Tenma in eine Falle der Polizei locken – eine kleine Revanche für einen Vorfall während der Studienzeit.

Unterdessen ist Nina nicht untätig. Auch sie plant, ihren Bruder zu töten, weil er ihre Adoptiv-Eltern ermorden ließ. Tatsächlich stöbert sie den Auftragskiller auf, der mittlerweile seinen Ruhestand genießt, doch bevor sie an ihm Vergeltung üben kann, entdeckt sie, dass er nun offenbar auf der Abschussliste jener steht, die noch immer für Johann arbeiten…

Wie schon „Dr. Kimble“ befindet sich auch hier ein Arzt, der fälschlich eines Vergehens beschuldigt wird, auf der Flucht und hat einen hartnäckigen Verfolger. Er selbst jagt den wahren Täter, den er als kleinen Jungen kannte und der nun ein erwachsener Mann ist.
Allerdings ist ihm der hoch intelligente Johann immer einen Schritt voraus. Wider Erwarten bekommt Tenma regelmäßig Hilfe von Personen, die ihn identifizieren, ihn zunächst der Polizei ausliefern wollen, dann jedoch ihre Meinung ändern, da Tenmas Handeln sie von seiner Unschuld zu überzeugen vermag.

Es gibt mehrere Handlungsebenen, von denen jene, die von Tenma und Nina dominiert werden, die wichtigsten sind. Sie alle liefern immer neue Teile des großen Puzzles: wer sich eigentlich hinter dem Namen Johann verbirgt und was ihn zu dem „Monster“ machte, das er schon seit Jahren ist. Bevölkert werden die realen Szenarien – Orte in Deutschland, die getreulich nachgezeichnet wurden – von interessanten Charakteren, die nicht unbedingt schön, aber realistisch und nachvollziehbar gestaltet sind. Die Geschichte weiß regelmäßig durch unerwartete Wendungen zu überraschen und endet schließlich mit einem Cliffhanger.

An sich scheint der Psycho-Thriller wenig spektakulär zu sein, weil er gängige Themen des Genres verarbeitet, und doch wird man von ihm in den Bann gezogen, gerade weil der Künstler auf wilde Action-Szenen und unnötigen Splatter verzichtet. Er deutet an, und schließlich sieht man das Resultat – was nach dem vorgeblichen ‚Understatement’ umso mehr schockiert.

Der Titel wendet sich an ein reifes Publikum, das Serien wie „Go! Go! Heaven“, „Shonen Shojo“, „Goth“ usw. schätzt. (IS)

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Monster, Bd. 5: Nach der Kirmes

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