Morgens, Mittags, Abends 2

morgens-mittags-abends-02Kotomi Aoki
Morgens, Mittags, Abends 2

(sfbentry)
Asa Mo Hiro Mo Yoru Mo Vol. 2, Japan, 2003
EMA, Köln, 12/2009
TB, Manga, Romance, Drama
ISBN 978-3-7704-7149-2
Aus dem Japanischen von Monika Hammond

www.manganet.de
www.aokikotomi.com/

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Seitdem Shinobu Suetsugu in der Mittelschule von einem Jungen bedrängt wurde, fürchtet sie sich vor Männern und geht ihnen aus dem Weg. Auf diese Weise kommt sie ganz gut mit ihrem Trauma zurecht, bis sie in der Oberschule auf einen Mitschüler trifft, der ihrem einstigen Peiniger zum Verwechseln ähnlich sieht. Jun Yokomizu versteht nicht, weshalb Shinobu, die ihn gar nicht kennt, regelrecht zu hassen scheint und immer zu weinen anfängt, sobald sie ihm begegnet. Schließlich vertraut sich Shinobu Jun an, denn für einige Schulprojekte müssen sie zusammenarbeiten, und ihr ist klar, dass er diese Ablehnung nicht verdient, aber sie kann einfach nicht anders. Jun zeigt sehr viel Verständnis, doch auch er kommt nicht gegen seine Gefühle an und gesteht ihr, dass er sich verliebt hat. Eine Umarmung und ein Kuss reißen einen neuen Graben auf, nachdem es fast schon so aussah, als fange Shinobu an, ihr Problem zu verarbeiten und Jun zu mögen. Als sie beobachtet, wie er mit anderen Mädchen flirtet, gefällt ihr das überhaupt nicht. Noch schlimmer ist, dass er die Frage der anderen, ob er eine Freundin habe, offen lässt. Aber auch Jun erweist sich als eifersüchtig …

Im Augenblick erscheinen sehr viele romantische Shojo-Mangas, die entweder im Schüler-Milieu spielen und sich an Leserinnen ab 12 Jahre wenden, oder die als Setting die Universität bzw. den Arbeitsplatz gewählt haben und das reifere Publikum ab 16 Jahre mit etwas anderen Schwerpunkten ansprechen. Der Zweiteiler „Morgens, Mittags, Abends“ gehört der erstgenannten Kategorie an. Das bedeutet, dass die Handlung ‚clean’ ist und das Paar nicht übers Händchenhalten und Küssen hinaus kommt. Wichtiger als das sind die Gefühle der beiden, ihre Hemmungen, Ängste und Wünsche, die sie (Shinobu) sich nicht immer gleich eingestehen können oder die sie (Jun) beherrschen müssen, um den anderen nicht zu erschrecken.

Shinobu hat zunächst ein Trauma zu überwinden, was ihr nach und nach gelingt, aber die Beziehung tritt weiterhin auf der Stelle, da es ihr nun peinlich ist, Jun beim Vornamen zu nennen, Hand in Hand mit ihm gesehen zu werden und ihm ihre Gefühle zu offenbaren. Es ist ja nichts Schlechtes, wenn sich ein Mädchen einem Jungen mal nicht an den Hals wirft – im Gegenteil! -, aber diese extreme Schüchternheit und Verklemmtheit wirkt wenig glaubwürdig und dient auch nur dazu, noch ein paar Kapitel aus der vorhersehbaren Geschichte herauszuholen.

Zum Schluss werden die Geschehnisse noch einmal kurz aufgerollt und aus Juns Sicht beleuchtet. Man erfährt, wann er Shinobu zum ersten Mal sah, wie er sich in sie verliebte und daraufhin alles versuchte, um ihr die Angst zu nehmen und ihr Herz zu gewinnen. Er lässt sich eine Menge gefallen, und auch das gibt es nur in einem Manga mit Happy End-Garantie. Sehr junge Leserinnen, die gerade aus dem „Tokyo Mew Mew“-Alter herausgewachsen sind und noch nicht viele First Love-Mangas gelesen haben, dürften die Illustrationen, die Hauptfiguren und die Geschichte von „Morgens, Mittags, Abends“ niedlich finden. Wer mehr Realitätsbezogenheit wünscht, ist mit anderen Titeln besser beraten.

Copyright © 2010 Irene Salzmann (IS)

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