Nana 4

Ai Yazawa
Nana 4, Japan, 1999

EMA, Köln, 1. Auflage: 8/2005
TB, Manga, Drama, Romance, 978-3-7704-6309-1, 190/500 (sfbentry)

Aus dem Japanischen von Christine Steinle

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Nana Komatsu, Hachiko genannt, und Nana Ozaki sind nach Tokyo gezogen, um ihr Glück zu finden. Während Hachi davon träumt, mit ihrem Freund Shoji eine Familie zu gründen, möchte Nana wieder singen und kommt erneut mit den Mitgliedern der Band Blast, mit denen sie früher auftrat, zusammen.

Als Hachi Shoji von der Arbeit abholen will, lässt er sie wissen, dass sie etwas bereden müssen. Hachi hat keine Ahnung, worum es geht, doch dann ist kein Wort mehr nötig, denn sie sieht völlig unvorbereitet, aus welchen Gründen Shoji zuletzt kaum noch Zeit für sie hatte: Er ist in seine neue Kollegin verliebt. Hachi gibt ihrem untreuen Freund sofort den Laufpass und will sich nie wieder verlieben.

Ein kleiner Trost für Hachi ist, dass sie zwei Karten für ein Trapnest-Konzert, erste Reihe, bekommen hat. Sie lädt Nana dazu ein und hofft, dass Ren seine frühere Freundin im Publikum entdecken und sie in die Arme schließen wird. Doch ist das wirklich, was die stolze Nana will?

Das Drama, das sich in Bd. 3 andeutete, eskaliert gleich auf den ersten Seiten. Hachi findet heraus, dass Shoji sie betrügt und ist derart enttäuscht, dass sie weder eine Erklärung hören, noch um ihn kämpfen will. So oft sie schon verliebt war, nie hatte sie Glück, dass ihre Gefühle vorbehaltlos erwidert wurden. Trost findet sie bei Nana, die für sie eintritt und weit mehr den Märchenprinz verkörpert, von dem Hachi immer geträumt hat, als Shoji oder einer seiner Vorgänger.

Um sich abzulenken, stürzt sich Hachi in ihre neue Arbeit, trifft sich mit Freunden und entwickelt sich zu einem richtigen Nana-Fan. Prompt ist sie eifersüchtig auf Misato, die ebenfalls für Nana schwärmt, und fühlt sich ausgeschlossen, als die beiden Frauen ohne sie bei gemeinsamen Unternehmungen Spaß haben. Hachi befürchtet, dass ihr nun auch Nana weggenommen wird. Einige Szenen spielen vage mit Yuri-Elementen, zielen aber nicht konkret in diese Richtung.

Schließlich erfährt Hachi von Nanas Liebe zu Ren und möchte die beiden wieder zusammen bringen, doch das ist nicht so einfach, wie gehofft. Ob es gelingen wird oder ob Nana im letzten Moment kneift, verrät erst der nächste Band.

Die Freundschaft der Nanas unterscheidet sich kaum von den Beziehungen, die sie zu den Männern, die sie lieben, haben. Es gibt Höhen und Tiefen, Momente der Eifersucht und inniger Zuneigung, Umarmungen und Tränen. Hachi bewundert Nana und möchte sie glücklich wissen. Nana wiederum ist von Hachis aufrichtiger Anhänglichkeit beeindruckt und möchte ihr ihre Unschuld bewahren. Allerdings sind beide mit eigenen Problemen belastet, so dass es fraglich ist, ob sie wirklich immer für einander da sein können.

Die Fortsetzung dürfte endlich die Musiker von Trapnest präsentieren, von denen ständig die Rede ist, die aber bislang nie in Erscheinung traten, von Ren in Rückblenden und kurzen Szenen einmal abgesehen. Bewusst spannte die Mangaka ihre Leser auf die Folter und stellte nebenbei die Weichen für Begegnungen, die reichliches Konfliktmaterial bieten.

Je weiter die Serie voran schreitet, umso stärker fühlt man sich in die Welt der Nanas eingebunden. Ai Yazawa hat viele komplexe Charaktere geschaffen, deren Hintergrundgeschichten für sich schon interessant sind und die durch ihre Beziehungen untereinander noch an Reiz gewinnen. Nachvollziehbare Sorgen und Hoffnungen lassen die Figuren real erscheinen, so dass man automatisch Anteil an ihrem Schicksal nimmt und erfahren möchte, wie es weiter geht.

Die Illustrationen sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber irgendwann wird man von der Story so sehr in den Bann gezogen, dass man den eigenwilligen Stil der Künstlerin akzeptiert. Er passt zur Geschichte und ergänzt die Dialoge durch ausdrucksvolle Gestik und Mimik.

Vor allem Leserinnen ab 13 Jahren, die romantische vielschichtige Dramen mögen, dürften großes Vergnügen an der Lektüre von „Nana“ haben. (IS)

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