Nana 6

Ai Yazawa
Nana 6, Japan, 1999

EMA, Köln, 1. Auflage: 10/2005
TB, Manga, Drama, Romance, 978-3-7704-6311-4, 190/500 (sfbentry)
Aus dem Japanischen von Christine Steinle

www.manganet.de
http://comics-news.shueisha.co.jp/common/nana/
www.s-nana.com/
www.ntv.co.jp/nana/
www.nana-movie.com/

Nana und Ren sind wieder ein Paar, und auch zwischen Nana/Hachi und Takumi scheint es gefunkt zu haben. Ob die Beziehungen von Dauer sein werden, bleibt jedoch abzuwarten. Ren ist ein Star, und er hat Verpflichtungen. Das trifft auch auf Takumi zu, für den die Band Trapnest an erster Stelle steht.

Ren und Takumi treiben auch prompt, ohne dass sie sich dessen bewusst sind, einen Keil zwischen die beiden Frauen. Nana verbringt immer mehr Zeit mit Ren, vor allem seit sie weiß, dass Hachi mit Takumi zusammen ist.
Tatsächlich ist Nana verletzt und wütend, weil schon wieder Trapnest bzw. Takumi ihr jemanden wegnehmen will, der ihr wichtig ist: erst Ren, jetzt Hachi.

Doch wird es wirklich dazu kommen? Schon bald erlebt Hachi Takumis andere Seite. Er kann freundlich und fürsorglich sein, doch auch ehrgeizig und unsensibel. Nachdem sie miteinander geschlafen haben, lässt er plötzlich nichts mehr von sich hören. Hachi ist enttäuscht und überlegt, ob sie ihm den Laufpass geben soll, zumal sich Nobu, einer von Nanas Kollegen von der Band Blast, sehr um sie bemüht…

Das Beziehungskarussell kommt nun richtig in Fahrt. Nana und Ren scheinen glücklich zu sein, solange es nicht um ihre Karrieren geht. Yasu verzichtet, da er weiß, dass er Ren nicht ersetzen kann. Hachi vergisst in Takumis Armen zunächst all ihren Kummer, doch dann macht sie sich Vorwürfe:
Hat er sie nur als One-Night-Stand betrachtet? Und liebt sie ihn überhaupt, wenn sie ihn so leicht gegen Nobu austauschen kann? Keiner weiß, was wirklich in Takumi vor sich geht, der Hachi mit einem anhänglichen Hündchen (Hachiko = beliebter jap. Hund, Nanas Spitzname für ihre Freundin) vergleicht und ziemlich flapsig über ihr Zusammensein redet, sie dann aber nicht aus seinem Kopf bekommt. Derweil entwickelt Nobu zunehmend Gefühle für Nana und reagiert heftig auf Takumis verbale Entgleisung. Auch Leila fühlt sich einsam und lässt sich auf ein Verhältnis mit dem minderjährigen Shin ein, der sich prostituiert, um über die Runden zu kommen.

In diesem Band beanspruchen die Emotionen und die Verbindungen der Protagonisten untereinander den meisten Raum. Man erfährt mehr über die einzelnen Charaktere, ihre Wünsche und Sorgen, aber noch nicht alles, so dass die Spannung gewahrt bleibt. Wieder einmal werden die Weichen für neue Konflikte und unerwartete Wendungen gestellt. Erst die nächsten Kapitel werden verraten, wo sich wahre Liebe entwickelt, wo lediglich einer Illusion nachgejagt wird und wo die Umstände zu Komplikationen führen.

Ai Yazawa hält die Fäden fest in der Hand, und mit jedem neuen Tankobon wird die Geschichte, werden die Figuren immer komplexer. Die Probleme der sympathischen Protagonisten sind nachvollziehbar, man nimmt Anteil an ihren Schicksalen. Ist das Buch zu Ende, möchte man am liebsten gleich das nächste zur Hand nehmen.

Die Cover und auch die Innenillustrationen mögen auf den ersten Blick hin weniger ins Auge stechen als die manch anderer Mangas, doch die Bücher sind echte pageturner – wenn man romantische Beziehungsdramen mag.

„Nana“ ist ein bisschen wie „Kaikan Phrase“, nur sehr viel schräger, und wendet sich in erster Linie an Leserinnen ab 13 Jahren. Wirklich zu schätzen weiß allerdings bloß ein etwas reiferes Publikum die vielen Feinheiten der Geschichte.
Angesichts der detailreichen Handlung und den vielen Akteuren ist es ratsam, die Serie bei Bd. 1 zu beginnen. (IS)

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