Nana & Kaoru

Ryuta Amazume
Nana & Kaoru: Fesselnde Liebe 3

Nana to Kaoru Vol. 3, Japan, 2010
Panini Comics, Stuttgart, 02/2011
TB, Planet Manga, Erotik
ISBN 978-3-86201-057-8
Aus dem Japanischen von Burkhard Höfler
Leseempfehlung: Ab 18 Jahre!

www.paninicomics.de
http://www33.ocn.ne.jp/~nichieto/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Schon seit einigen Wochen hat Kaoru seiner Nachbarin Nana nicht mehr zu ‚entspannenden Erlebnissen‘ verholfen. Als sie merkt, dass sie sich selber durch ihre Aufgaben als Vizepräsidentin des Schülerrats unter Druck setzt und die anderen Schüler durch zu hohe Anforderungen anlässlich des bevorstehenden Schulfests verärgert, wächst der Wunsch in ihr, sich wieder heimlich mit Kaoru zu treffen. Dieser gibt ihr jedoch kein Zeichen, dass er auf sie wartet, und so muss Nana den ersten Schritt selber tun. Aber darf sie ihn überhaupt noch in Anspruch nehmen? Seit Kurzem geht das Gerücht um, Kaoru träfe sich regelmäßig mit einem Jungen zum Laufen, und sie wären sehr vertraut miteinander. Kann es sein, dass er sich ‚anders orientiert‘ hat, nur weil er keine Freundin findet? Plötzlich nagt Eifersucht an Nana.

Als sie Kaoru zu sich bittet, scheint alles, wie immer zu sein. Er hat sogar etwas Besonderes für sie mitgebracht: einen Gag-Ball. Weil er jedoch ein wichtiges Requisit vergessen hat, kehrt er nochmal in seine Wohnung zurück, nicht ahnend, dass er dort von Ryouko Tachi – seine Laufpartnerin! – erwartet wird, die von ihm mit Nana bekannt gemacht werden möchte, weil sie gern mit ihr zu trainieren würde. Was sie an Sex-Spielzeugen bei ihm entdeckte, hat Tachi zutiefst verstört. Tut er all das ‚krankhafte Zeug‘ etwa Nana an? Nana und Kaoru versuchen, Tachi zu erklären, dass sie beide Spaß an diesen Praktiken haben, was das Mädchen überhaupt nicht nachvollziehen kann. Sie besteht darauf, bei einer BDSM-Session mitzumachen, nicht ahnend, worauf sie sich einlässt …

Der dritte Band von „Nana & Kaoru“ startet verhalten und erlaubt Einblicke in den Schulalltag der Hauptfiguren – BDSM von vorne bis hinten auf über 200 Seiten wäre doch etwas zu viel des Guten. Um den Leser auf das Kommende einzustimmen, wird vor Beginn der Session ausführlich erklärt, wie ein Gag-Ball und vergleichbare Knebel verwendet werden, um bei Bondage- und Dominanz-Spielen dem unterwürfigen Partner Lust zu bereiten. Durch die unerwartete Teilnahme von Tachi wird aus den geheimen Treffen von Nana und Kaoru eine ménage à troi, wenngleich Kaoru nach wie vor nur die Rolle des Regisseurs innehat, der sich eine Menge einfallen lässt, um seiner Sandkastenfreundin, in die er schon lange hoffnungslos verliebt ist, nahe sein zu dürfen. Dabei lebt er seine Phantasien aus, ohne jedoch selber zum Zug zu kommen.

Es geht allein um die Bedürfnisse von Nana und nun auch von Tachi, obwohl Kaoru zunächst nicht allzu begeistert darüber ist, eine Mitwisserin zu haben und ein Mädchen mit einzubeziehen, das er zwar mag, aber nicht liebt. Tatsächlich geht es Nana nicht anders, aber sie schweigt über ihre Gefühle, denn noch ist sie nicht bereit, Kaoru als festen Freund in Betracht zu ziehen. Demensprechend ist sie der zentrale Charakter, der auch grafisch stets zur Schau gestellt wird. Obwohl Nana nie nackt zu sehen ist, bleibt kaum etwas der Phantasie überlassen, da der hautenge Badeanzug alle körperlichen Details preisgibt und die Seile die Formen zudem betonen. Im Vergleich ist Kaoru kleiner und weniger attraktiv und wird oft superdeformiert dargestellt. Tachi ist ein völlig anderer Typ: Während Nana frauliche Rundungen besitzt, ist sie zierlich, sportlich und braungebrannt, hat eine gänzlich andere Figur und wird darum zunächst auch für einen Jungen gehalten.

Diesmal ist Tachi die Hauptfigur in Kaorus Inszenierung. Was er mit ihr anstellt, ist für eine Anfängerin ausgesprochen happig: Er lässt sie und Nana gefesselt und geknebelt für mehrere Stunden allein. Natürlich bleibt er in der Nähe und hat ein waches Auge auf die beiden, damit nichts schief geht (ein echter Panikanfall oder drohendes Ersticken). Die Zeit verrinnt nur langsam, und Nana, die mit BDSM bereits vertraut ist, genießt die neuen Erfahrungen. Für Tachi hingegen ist die Ungewissheit beängstigend. Außerdem hat sie etwas getrunken. Und so kommt es, wie es kommen muss …

Ryuta Amazume geht wieder einen Schritt weiter, und ob das wirklich noch nach dem Geschmack der Leser ist, sei dahingestellt. Wer „Nana & Kaoru“ sammelt, weiß natürlich, dass es hier nicht um Vanilla-Sex geht, aber jeder hat seine ganz persönlichen Grenzen und Hemmschwellen, die er nicht überschreiten möchte. Zu Recht ist dieser Band in Folie eingeschweißt, aber die Altersfreigabe ab 16 Jahre ist noch zu niedrig angesetzt – die Reihe gehört zu den 18+ Titeln. Es ist zwar nicht möglich, in den Bänden zu blättern, um zu prüfen, ob man sich mit dem Inhalt anfreunden kann, doch wer Spiele mit ‚Natursekt‘ ablehnt, lässt Bd. 3 besser im Regal stehen. Für den Fortlauf der Handlung dürfte es ohnehin unerheblich sein, ob man weiß, wie Tachi hinter das Geheimnis von Nana und Kaoru kam.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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