Otome – Liebesjagd mit Hindernissen 2

Mayumi Yokoyama
Otome – Liebesjagd mit Hindernissen 2

Otomental 1, Japan, 2008
Panini Comics, Planet Shojo, Stuttgart, 06/2010
TB, Manga, Romance, Comedy
ISBN 978-3-86607-944-1
Aus dem Japanischen von John Schmitt-Weigand

www.paninicomics.de

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Das süß-freche Landei Otome glaubt, in einer städtischen Oberschule endlich ihren Traumprinzen finden zu können. Der attraktive Toyo lässt ihr Herz auch sogleich höher schlagen, aber die Romanze verläuft ganz anders, als Otome es sich ausgemalt hat: Nicht nur wird sie von den anderen Schülerinnen, die sich selbst Hoffnungen auf Toyo machten, gemobbt, der begehrte Junge freundet sich auch nur aus einem Grund mit ihr an: Er will verhindern, dass sie seine Geheimnisse ausplaudert. Tatsächlich ist der vermeintliche Draufgänger und Gang-Leader schüchtern, ängstlich und liebt kleine Tiere. Allein seinem guten Aussehen und seiner Eloquenz verdankt er es, dass er sich nie mit den Anführern anderer Banden schlagen musste. Dass die erste gemeinsame Nacht prompt ein Reinfall wird, überrascht nicht einmal Otome.

Dafür weiß ihr Sandkastenfreund Tokio zu verblüffen. Bisher sah er die rauflustigen Otome nie als Mädchen, doch der Rivale lässt ihn aufwachen. Tokio gesteht der langjährigen Kameradin seine Liebe, und obwohl Otome einräumt, dass Toyo sie nicht so liebt wie sie ihn und Tokio ihr all das geben möchte, wovon sie träumt, kommt sie gegen ihre eigenen Gefühle nicht an. Aber es kommt noch schlimmer: Nachdem Toyo beobachten musste, wie Tokio Otome küsst, lässt er sie fallen und will auch keine Erklärungen hören. Misao, Otomes erbitterte Konkurrentin, die die beiden Jungen gegeneinander ausspielte, hofft nun wieder …

Im zweiten und letzten Band von „Otome – Liebesjagd mit Hindernissen“ dreht sich das Liebeskarussell noch einmal, das Wirrwarr der Gefühle eskaliert, doch letztlich bekommt – fast – jeder das, was er oder sie sich am meisten gewünscht hat. Das Ende wird vielleicht nicht allen gefallen, weil sie andere Favoriten hatten, aber es ist rund, lässt keine Frage offen und passt zur quirligen Ausgangssituation. Die Story wendet sich an aufgeschlossene Leserinnen, die genug haben von den braven Schüler-Romanzen, die nach viel Herzensleid mit Händchenhalten und einem Kuss enden. Mayumi Yokoyamas Titelheldin Otome ist ein freches, selbstbewusstes Mädchen, das wie die Hauptfiguren aus den anderen Reihen der Mangaka, die Panini bereits veröffentlichte („Shiritsu“, „Galism“, „Einfach Liebe“, „High School Queen“), sich zu wehren weiß, von Kopf bis Fuß durchgestylt ist, großen Wert auf das Äußere legt – dann aber lernen muss, dass es hinter einer schönen Fassade ganz anders aussehen kann und Verliebtheit und Liebe zweierlei ist.

Otome macht eine Menge mit, um zu bekommen, was sie will. Beispielsweise prügelt sie sich mit Misao, hilft Tokio und seinen Kameraden tatkräftig aus der Patsche, wenn diese sich Ärger mit anderen Gangs eingebrockt haben, sie geht auf Toyos mitunter unverschämte Forderungen ein, sie offenbart ihm ihre Liebe und kassiert eine Abfuhr etc., was sich nicht immer für den westlichen Leser nachvollziehbar oder so lustig liest, wie es gemeint ist. Die Geschmäcker sind jedoch verschieden, und die abgedreht-humorige Handlung wird jene amüsieren, die die Story und das Verhalten der Protagonisten nicht hinterfragen, sondern eine spritzige, aufregende Romanze wünschen.

Diese wird in gewohnt ansprechenden Zeichnungen dargeboten. Die Charaktere sehen gut aus oder werden mit übertrieben wirkenden Attributen versehen, und auch gelegentliche superdeformierte Abbildungen muss man hinnehmen, was kein Problem für die Zielgruppe ist, die damit aufwuchs. Alles in allem kommen die Fans von Mayumi Yokoyama und abgedrehten Liebeskomödien, die im Schüler-Milieu spielen, wieder voll auf ihre Kosten und werden bestens unterhalten dank sympathischer Protagonisten, eine witzigen Story und hübschen Illustrationen.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Comments

  1. Wie bitte: „Tatsächlich ist der vermeintliche Draufgänger und Gang-Leader schüchtern, ängstlich und liebt kleine Tiere. Allein seinem guten Aussehen und seiner Eloquenz verdankt er es, dass er sich nie mit den Anführern anderer Banden schlagen musste. Dass die erste gemeinsame Nacht prompt ein Reinfall wird, überrascht nicht einmal Otome.“

    Manchmal habe ich das Gefühl, ich lebe auf einem anderen Planeten oder bin einfach zu alt für den Mist?

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