Ousama Game – Spiel oder stirb 2

Nobuaki Kanazwa (Story) & Hitori Renda (Zeichnungen)
Ousama Game – Spiel oder stirb 2

(sfbentry)
Ousama Game, Japan, 2011
Carlsen Manga, Köln, 09/2013
TB, Manga, Mystery-Thriller, Drama
ISBN 978-3-551-78682-1
Aus dem Japanischen von Antje Bockel
Leseempfehlung: Ab 16 Jahre!

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Seit das „Ousama Game“ läuft, geht in der Klasse 1b der Tamaoka Oberschule die Angst um: Wer sich nicht an die Regeln hält oder sich weigert mitzuspielen, wird bestraft – mit dem Tod! Bereits vier Schüler mussten auf grausame Weise sterben, und nichts konnte sie retten.

Nachdem er seinen Freund Naoya schon einmal nur dadurch hatte vor dem Ende bewahren können, indem er eine Schülerin sterben ließ, ist Nobuaki erneut gezwungen, eine schwere Entscheidung treffen. Obwohl es ihn innerlich fast zerreißt, schließt er seine Freundin Chiemi mit Naoya ein und bittet sie, Ousamas Befehl zu gehorchen und miteinander zu schlafen, damit der Freund nicht getötet wird. Naoya weigert sich hartnäckig, weil er das als Verrat an seinen Freunden empfindet, doch letztlich siegt der Überlebenswille. Danach ist es Nobuaki selbst, dessen Kopf wegen eines Zahlenspiels in der Schlinge steckt. Sein Leben hängt ausgerechnet von dem Schüler ab, der heimlich in das Mädchen verliebt war, das wegen Nobuakis Trick hatte sterben müssen. Und Akira weiß, was Nobuaki getan hat …

Das „Ousama Game“, das harmlos-peinlich anfing und sich sehr schnell zu einem tödlichen Erpressungsreigen entwickelt hat, nimmt immer grausamere Züge an. Die Beteiligten werden gezwungen, Dinge zu tun, an die sie im Traum nicht einmal dächten. Dadurch verletzen sie nicht nur sich selbst, sondern auch die Person, die in die Aufgabe hineingezogen wird, und deren Freunde. Drastische Beispiele – einschließlich der Bestrafungen in diesem Tankobon wurden bereits fünf Schüler auf mysteriöse Weise ermordet – machten früh deutlich, dass sich niemand dem Spiel entziehen kann. Um am Leben zu bleiben, beugen sich schließlich alle den Befehlen.

Die Angst vor dem Tod bringt dabei die verborgenen Seiten des Einzelnen zum Vorschein: Die Schüler misstrauen einander, denn Ousama könnte einer von ihnen sein. Unterdrückte Animositäten brechen hervor. Das eigene Überleben ist wichtiger als moralische und ethische Normen. Die Furcht setzt das logische Denken außer Kraft, sodass die Schüler ihrem Peiniger sogar noch in die Hände spielen und die Chance verpassen, mehr über ihn zu erfahren oder ihn sogar ausfindig zu machen.

Nobuaki liebt seine Freunde Chiemi und Naoya von ganzem Herzen, sodass er die beiden dazu bewegt, miteinander zu schlafen, um Naoya zu retten. Da es sich ‚nur‘ um das Körperliche handelt und zwischen beiden keine tieferen Gefühle bestehen, ist Nobuaki fähig, dieses Opfer zu ertragen. Das gleiche gilt für Chiemi, die sich Naoya hingibt, um seinen Tod zu verhindern. Naoya wiederum steht nun noch tiefer in der Schuld des Freundes. Aber auch Nobuaki zeigt Angst wie alle anderen, als Ousama ihn ins Visier nimmt. Erst wird er aggressiv, dann fleht er, denn auch er will nicht sterben … sondern Ousama finden und dem bösen Treiben ein Ende bereiten. Seine Mitschülerin Ria erklärt, dies könne er nur schaffen, indem er Ousama tötet. In dem Fall wäre er aber kaum besser als dieser. Es stellt sich die Frage, ob er den entscheidenden Schritt über die Grenze nicht längst gemacht hat, als er Kana auslieferte, um Naoya zu retten. Nami glaubt, Ousamas Identität aufdecken zu können, indem sie sich selbst zum Opfer macht, doch ihr Plan geht nicht auf.

Mit diesem Cliffhanger endet der spannend-dramatische zweite Band des sechsteiligen Mystery-Thrillers, der den Leser genauso fesselt wie z. B. die vergleichbaren Serien „Limit“, „Doubt“, „Di(e)ce“ und „In these Words“. Wer wird noch alles sterben? Wer ist der geheimnisvolle Ousama, der so geschickt die Fäden zieht? Warum tut er das? – Man darf spekulieren. Die realistischen Zeichnungen sind gefällig und ergänzen gelungen die Handlung.

So ergibt sich in der Summe eine dicke Empfehlung für „Ousama Game“, das zu Recht an eine Leserschaft ab 16 Jahre adressiert ist.

Copyright © 2014 by Irene Salzmann (IS)

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