Peking Reijin Sho 2

Natsuki Sumeragi
Peking Reijin Sho 2

Peking Reijin-Syo 2. Jyoji-Jyo, Japan, 1995
EMA, Köln, 10/2008
TB, Manga, Drama, Geschichte, 978-3-7704-6877-5, 192/750
Aus dem Japanischen von Claudia Peter

www.manganet.de
www.roy.hi-ho.ne.jp/nasuga/

Peking in den 1920er Jahren – zwischen Tradition und Moderne:

Caipin wurde bereits als kleines Mädchen dem Sohn einer befreundeten Familie als Braut versprochen. Als sie ins heiratsfähige Alter kommt, soll sie einen jungen Mann als Gatten akzeptieren, den sie nicht kennt, von dem sie bis dahin noch nicht einmal wusste. Caipin will weglaufen und gerät auf der Straße prompt in Schwierigkeiten. Ein junger Mann rettet sie – und Caipin verliebt sich tatsächlich in Yan, ihren Bräutigam. Diesen jedoch umgibt ein gefährliches Geheimnis, und das ist noch nicht alles…

Jinhua soll mit einem älteren Mann verheiratet werden, der bereits eine Hauptfrau und mehrere Gespielinnen hat. Madame Wang scheint keine Eifersucht zu kennen und stellt sich Jinhua freundlich als ihre ältere Schwester vor. Das junge Mädchen hat keine andere Wahl, als sich zu fügen. Als ihre Freundinnen zu Besuch kommen, bekennt sie, dass sie ihren Mann nie wird lieben können, aber das Leben in dem großen Haus sehr angenehm findet. Caipin und Min Hong verstehen weder Jinhua, die für den Luxus auf Liebe verzichten will, noch Madame Wang, die die anderen Frauen duldet. Natürlich kennen sie nicht die Beweggründe der Hauptfrau, und selbst die folgende Tragödie entzieht sich ihrem Verständnis…

Yixuan verliebte sich als Studentin in einen Kommilitonen. Da er zu schwach war, um seine arrangierte Ehe aufzulösen, musste Yixuan ihn aufgeben und sogar das gemeinsame Kind ihrer Rivalin überlassen. Nun sind einige Jahre vergangen, die Familie hat weitere Kinder bekommen, und Yixuan wünscht sich nichts sehnlicher als die Liebe ihrer Tochter, die seither vernachlässigt wird…

Für eine allein stehende Frau, die sich aus eigener Kraft durchschlagen muss, ist das Leben schwer. Danniang stellt sich als Aktmodel zur Verfügung, was neue Probleme bringt…

Natsuki Sumeragi zeichnet ein sehr realistisches Bild vom Leben in China, nachdem die Ch’ing-Dynastie abgesetzt und das Land zu einer Republik geworden war. Während die einen an den alten Werten festzuhalten versuchten und kein Verständnis für die Neuerungen hatten, versuchten vor allem jene, die sich bislang strengen Regelungen beugen mussten, mehr Rechte einzufordern und selbst über ihr Leben zu bestimmen. Vor allem für junge Frauen war dies sehr schwierig.

Wie schon im ersten Band schildert die Künstlerin mehrere Schicksale, nur werden die einzelnen Geschichten diesmal nicht durch die Figur des Schauspielers Yang Luoxiang miteinander verknüpft sondern durch die junge Caipin, die zunächst selbst eine Betroffene, später mehr oder minder aktive Zuschauerin ist. Alle Episoden beschreiben Geschehnisse, wie sie wohl vielen widerfahren sind und die dem Leser zu Herzen gehen – realistisch, unbeschönigt, nicht immer mit einem glücklichen Ende.

Außer der bemerkenswerten Authentizität der Storys (im Anhang finden sich noch einige Erläuterungen der Mangaka) sind auch die Illustrationen der Erwähnung wert.
Sie sind realistisch, sehr detailreich und wirklich wunderschön. Auch Comic-Fans, die kein Interesse an Mangas haben, dürften von den ansprechenden Bildern fasziniert sein.

Die beiden Bände von „Peking Reijin Sho“ kann man durchaus getrennt lesen, denn sie bauen nicht aufeinander auf. Kennt man einen, dann möchte man unbedingt auch den anderen – und am liebsten noch mehr Mangas von Natsuki Sumeragi. Inhaltlich und stilistisch können ihre Werke überzeugen und gefallen vor allem jenen Lesern, die gehobenere Lektüren bevorzugen, sich für (Kultur-) Geschichte interessieren und Freude an schönen Illustrationen haben. (IS)

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Peking Reijin-Sho 02

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