Rebirth 24

lee-kang-wooLee Kang-Woo
Rebirth 24

Südkorea, 2009
Panini Comics, Stuttgart, 6/2009
TB, Planet Manwha, Action, Dark Fantasy, Horror
ISBN 9783866077256
Aus dem Koreanischen von Udo Lee

www.paninicomics.de

Auch wenn der koreanische Zeichenstil dem westlichen Geschmack näher kommt als der japanische, haben die Manwhas doch nie die Akzeptanz und Ausbreitung erlebt, wie die Mangas. Nur wenige Reihen haben sich lange halten können, gerade in den letzten Jahren sind viele eingestellt worden, weil sie ganz offensichtlich nicht so viele Leser begeistern konnten. Zu diesen Serien, die nun kurz vor ihrem Abschluss stehen, gehört „Rebirth“.

Viel Zeit ist vergangen, seit das junge Mädchen Remy auszog, um den Tod ihres Vaters an dem skrupellosen Deshwitat zu rächen und sich dafür einer Gruppe von Kämpfern anschloss, die dem Vampir im Auftrag des Vatikans den Garaus machen wollten. Inzwischen ist klar geworden, dass der als Vampir geborene Deshwitat im tiefsten Inneren seines Herzens und seiner Seele gar nicht so böse ist, wie alle vermutet haben, und sogar so etwas wie Liebe empfinden kann. Durch Einblicke in seine Vergangenheit hat Remy erfahren, dass er von zärtlichen Eltern geboren wurde, die gar nicht so sehr dem Bild der Vampire entsprachen, und Zeit seines Lebens nach Freunden gesucht hat. Einen fand er in dem einsamen Kalutika, der bereits als Kind unter der Tatsache litt, dass sein Lebensweg von Anfang an vorbestimmt war und seine Familie daher hohe Erwartungen hatten.

Deshwitat begegnete auch der schönen Lillith, die ihn bald so sehr liebte wie er sie. Doch allem, was er gewonnen hatte, war kein langes Glück beschieden, denn das Schicksal holte ihn und Kalutika ein. Dessen freiwilliges Opfer verwandelte ihn in ein höheres Wesen – in einen fanatischen Racheengel, der nur einen Weg kannte und kennt, um die Erde von der Dunkelheit und Sünde rein zu waschen: ihre Zerstörung. Nach mehr als drei Jahrhunderten ist Kalutika nun als Halbgott zurückgekehrt, um den Untergang der Menschheit einzuleiten. Nur einer kann ihn aufhalten – ein Wesen, das so sehr Dunkelheit ist wie er Licht. Doch Deshwitat ist noch weit davon entfernt, ein ebenbürtiger Gegner zu sein. Er hat zwar die Anlagen, aber nicht die Macht eines Vampirlords. Aus diesem Grund hat er auch an einem Turnier teilgenommen, wo dieser neu bestimmt werden sollte. Auch wenn sich das ganze als gigantische Falle für die Vampire heraus stellte, gelang es ihm doch, in die ferne Dimension zu reisen, in der er das nötige Wissen finden konnte.

Und nun im vierundzwanzigsten Band – als die Zerstörung bereits begonnen hat – kehrt er, von Kalutika unbemerkt, zurück. Nur seine Freunde, die Angehörigen des Sankt-Michaels-Ordens und Grey, ein Handlanger Kalutikas (und pikanterweise auch noch Deshwitats und Lilliths Sohn) bekommen das mit. Weil sich die beiden bekämpfen, schreitet die plötzlich auftauchende Lillith ein und offenbart ihre eigene schreckliche Macht. Nur die Angehörigen des Sankt-Michaels-Ordens können sie nun noch ausbremsen. Sie starten das Projekt NOA, mit dem sie auch Kalutika ablenken, und geben so Deshwitat und seinen Freunden die Chance, ihren Gegenschlag vorzubereiten. Zwar steht auch in „Rebirth“ zuallererst die Action im Vordergrund – so wurden und werden regelmäßig Kämpfe zelebriert, aber im Gegensatz zu anderen Serien hat der Künstler bisher die Übersicht über seine Geschichte behalten und führt die Ereignisse konsequent weiter. Es gibt keine schwer wiegenden logischen Fehler und Ungereimtheiten, und noch fügt sich alles ineinander, so dass die Tragik der Geschichte nicht ganz in der diesmal sehr dominanten Action untergeht.

Man merkt, dass das Ganze auf den Showdown zusteuert, da sich die Situation zuspitzt, die gegnerischen Partien einander gewahr werden, denn geplant sind nur noch zwei Bände, die die Geschichte würdig abschließen sollen. Dementsprechend darf man gespannt sein, wer ein Happy End erleben darf und wer nicht – denn noch sind alle Möglichkeiten offen und die Karten nicht ausgelegt. Allein die Figuren treten etwas in den Hintergrund und bleiben sehr blass, da ihrer Entfaltung nur wenig Raum gewährt wird.

Alles in allem richtet sich „Rebirth“ an die Freunde spannender und etwas erwachsenerer Fantasy-Action, da es überwiegend ernst zugeht, nur einige wenige Scherze die Geschehnisse auflockern und die Atmosphäre eher düster und bedrohlich ist. Und auch der 24. Band hält noch das, was er verspricht. Wer „Berserk“, „Chonchu“ oder die „Warcraft“-Serien mag, die ebenfalls Fantasy und Action munter mit einander vermischen, wird auch an der Saga um Deshwitat und Kalutika seinen Spaß haben. (CS)

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