Red Sonja – Die Teufelin mit dem Schwert 2: Die Tochter des Pfeilmachers

Michael Avon Oeming
Red Sonja – Die Teufelin mit dem Schwert 2: Die Tochter des Pfeilmachers

Red Sonja – She Devil with a Sword 8 – 12, USA, 2007
Panini Comics, Stuttgart, 10/2008
PB mit Klappbroschur auf Kunstdruckpapier, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat, Fantasy, 978-3-86607-585-4,132/1495
Aus dem Amerikanischen von Bernd Kronsbein
Titelbild von Jim Lee
Zeichnungen von Mel Rubi, Pablo Marcos, Lee Moder & Stephen Sadowski

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Anders als „Conan“ ist die hyborische Heldin „Red Sonja“ keine Fantasy-Figur von Robert E. Howard selbst. Erst der Comic versetzte die Kriegerin, die eigentlich aus einer seiner historischen Erzählungen stammt,  in die Zeit des Barbaren. Red Sonja erhielt im Laufe der Jahre mehrere, wenn auch kurzlebige Comic-Serien und war eine immer wiederkehrende Figur in den „Conan“-Reihen. Michael Avon Oeming und Mike Carey belebten zusammen mit Mel Rubi die Legende vor ein paar Jahren aufs Neue.

Red Sonja zieht es nach Hause zurück, doch sie muss feststellen, dass sich nicht viel verändert hat. Noch immer durchstreifen marodierende Banden das Land und fügen den einfachen Bewohnern Schmerz und Leid zu. Immer wieder wird sie dabei an ihre eigene bittere Vergangenheit erinnert und sieht die Bilder vor sich, als sei alles erst gestern geschehen.

Die Erinnerungen werden besonders deutlich, als sie in den Ruinen eines Gehöftes als einzige Überlebende die Tochter eines Pfeilmachers findet, die körperlich ebenfalls nicht unversehrt blieb. Sonja wird für das verzweifelte Mädchen zu einem Leitstern, um mit der Vergewaltigung fertig zu werden. Die Waise möchte wie Sonja nicht die Hände in den Schoß legen und sich dem Schutz einer anderen Familie anvertrauen, sondern Rache nehmen an denen, die sie geschändet haben.

Die rothaarige Kriegerin, die dabei ein Deja-Vu nach dem anderen erlebt, hilft ihr, ihren Weg zu machen und dabei nicht zugrunde zu gehen, denn die Gegner sind nicht ganz so leicht zu besiegen, wie gedacht. Bei all dem muss sie oft genug ihre eigenen Emotionen überdenken und sich fragen, ob sie die Gefühle der Schmach und die Scham schon überwunden hat und nicht doch nur eine Maske trägt. Und kaum ist das alles überstanden, stellt sich ihr ein geheimnisvoller Jäger in den Weg…

Man merkt, dass sich der Comic auf die klassischen Anfänge besinnt, doch auf der anderen Seite auch ein paar moderne Ansätze sucht. Red Sonja trägt zwar wieder ihren Metallschuppen-Bikini und zeigt sehr viel nackte Haut, denkt aber auch mehr nach als früher – was man vor allem an den Rückblicken und Erinnerungen merkt, die ihre Parallelen in der Gegenwart finden.

Es ist in erster Linie interessant zu sehen, wie sie mit dem Schicksal des Mädchens umgeht, das ihrem eigenen so sehr gleicht. Die Geschichte selbst ist eher leicht zu durchschauen, da man eigentlich weiß, dass die Gerechtigkeit und Moral am Ende siegt. Dazu gibt es den Anfang des nächsten Abenteuers, um neugierig auf die weiteren Bände und einen gefährlichen Feind zu machen.

Zwar geht die Graphic Novel nicht mehr ganz so leichtfertig mit dem Thema Vergewaltigung um wie frühere Adaptionen, bleibt aber oberflächlich. Der Comic setzt weiterhin auf Action und Abenteuer mit einer schönen, rassigen Heldin, hat aber letztendlich eine wesentlich interessantere Handlung als die erste Ausgabe „Die Schwertkämpferin“. So kann man also hoffen, dass der Aufwärtstrend anhält.

„Die Tochter des Pfeilmachers“ ist damit um einiges besser als die erste „Red Sonja”-Graphic-Novel, auch wenn sie ebenfalls noch nicht mit früheren Auftritten der leicht geschürzten Kriegerin mithalten kann. Wer grafisch gelungene Sword & Sorcery-Kost mit einer ansehnlichen Heldin schätzt, wird dennoch auf seine Kosten kommen. (CS)

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Red Sonja, Bd. 2: Die Tochter des Pfeilmachers

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