Schlimme Finger

schlimme-fingerRie Honjoh
Schlimme Finger

Yubisaki wa Koi no Aji, Japan, 2008
Tokyopop, Hamburg, 5/2009
TB, Manga, Boys Love, Erotik
ISBN 9783867196604
Aus dem Japanischen von Josef Shanel & Matthias Wisnet
Leseempfehlung: ab 18 Jahre!

www.tokyopop.de

Sie sind seit ihrer Sandkastenzeit unzertrennliche Gefährten gewesen. Nun aber, wo der Bart sprießt und die Hormone verrückt spielen, entdecken die Jungen, dass sie auch noch etwas anderes füreinander empfinden als nur Freundschaft. Das ist ein Thema, das immer wieder gerne von Mangaka aufgegriffen und umgesetzt wird, so auch von Rie Honjoh. Hajime und Eji sind schon seit dem Kindergarten die besten Kumpels und können einfach nicht ohne den anderen sein. Deshalb haben sch beide bemüht, auf die gleiche Highschool zu gehen und sich natürlich auch noch ein Zimmer im Wohnheim zu teilen. Gegenüber den anderen Schülern verheimlichen sie ihre innige – aber noch unschuldige – Freundschaft nicht.

Doch langsam aber stetig verändert sich etwas zwischen ihnen. Das spürt vor allem Eiji, der die Gefühle als Erster in Worte packt. Er gesteht Hajime schließlich seine Liebe. Der ist über das Bekenntnis zunächst wie vor den Kopf gestoßen und weiß nicht, was er davon halten soll. Deshalb stößt er den alten Freund zurück und will erst einmal nichts mehr von ihm wissen. Eiji ist am Boden zerstört, denn mit dieser Reaktion hat er nicht gerechnet. Und so traut er sich auch nicht mehr an Hajime heran. Verzweifelt und ziellos trudeln beide durch die kommenden Wochen und weichen einander aus. Doch kann das ewig so weiter gehen?

Auch andere Schulkameraden haben ihre Probleme, doch sie leben sie weitaus leidenschaftlicher und direkter aus, so wie Nakamura und Jinguji. Doch ist das der bessere Weg? Während sich die Beziehung zwischen Hajime und Eiji eher auf die Gefühle der beiden Jungen konzentriert, die sich erst einmal ihres Coming-Out bewusst werden müssen, ehe sie weiter gehen können, sorgen Nakamura und Jinguji für die bedeutenderen erotischen Szenen des Bandes und rechtfertigen so die Leseempfehlung ab 18.

Ansonsten ist leider alles beim Alten. Die Figuren arbeiten die gängigen Verhaltensmuster ab: Beide Partner empfinden zwar etwas füreinander, aber während der eine sie ausleben möchte, muss der andere erst durch Beharrlichkeit oder Gewalt zu seinem Glück gezwungen werden. Auch wenn die Geschichte lebendig erzählt wird und gut gezeichnet ist, so hat man doch das Gefühl, den Inhalt bereits zu kennen, was das Lesevergnügen etwas mindert.

Alles in allem richtet sich „Schlimme Finger“ an alle Fans der Boys Love, die es gerne etwas erotischer und expliziter mögen und vor allem von Geschichten zwischen Schülern noch nicht genug haben. Bei wem der Sättigungsgrad bereits erreicht ist, der sollte sich den Band vor dem Kauf lieber genauer ansehen. (CS)

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