Schuld und Sühne

Nathan Edmondson
Schuld und Sühne
Black Widow 1
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All New Marvel Point 1: Predator + Black Widow 1 – 6: Raison D’Etre/Shanghaied/Foliage/Public Enemy/For the Birds/Paranoia (All New Marvel Point 1: Predator + Black Widow 1 – 6: Raison D’Etre/Der Shanghai-Job/Waldlauf/Staatsfeind/Alles für die Katz/Paranoia), DC, USA, 2014
Panini Comics, Stuttgart, 06/2015
PB mit Klappenbroschur
Comic, Superhelden, Action, Thriller
ISBN 978-3-95798-160-8
Aus dem Amerikanischen von Carolin Hidalgo
Titeilillustration und Zeichnungen von Phil Noto
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www.paninicomics.de
http://nathan-e.com
www.notoart.com

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Abseits ihrer Einsätze mit den Avengers und den Soloaufträgen für SHIELD, erledigt Natasha „Black Widow“ Romanova immer wieder Aufträge auf eigene Rechnung. Als Mann im Hintergrund fungiert der Anwalt Isaiah Ross, der ihr die Aufträge vermittelt und sich um das Finanzielle kümmert. Das Geld erhalten unterschiedliche Stiftungen. So hofft Natasha, sich irgendwann von den Sünden ihrer KGB-Vergangenheit befreien zu können.

Mit Nathan Edmondson als neuen „Black Widow“-Autor hat Marvel den Mann, der auch Kollege Frank Castle derzeit die Abenteuer auf den geschundenen Leib schreibt. Wer also den „Marvel Now!-Punisher“ mag, der wird auch an der neuen „Black Widow“-Serie Gefallen finden, zumal beide Reihen merklich ähnlich gestrickt sind. Angenehm fällt auf, dass Edmondson einen persönlicheren Blick auf die schöne Russin bietet, als es innerhalb übertriebener Weltenretter-Action mit den Rächern möglich wäre. So wurde auch bereits mit „Avengers“-Kollege „Hawkeye“ verfahren, in dessen eigner Serie (von Matt Fraction) man einen Blick auf den ‚Privatmann‘ Clinton Barton erhält. Doch zurück zu Genossin Romanova: Die hier geschilderten Einsätze funktionieren im Großen und Ganzen komplett, ohne dass der Leser die Ereignisse um die „Avengers“ überhaupt kennen muss. Der Band lässt sich damit perfekt alleine lesen, auch wenn es nichts schadet, schon einmal von SHIELD gehört zu haben.

Die Einsätze, die sich Edmondson für die kluge und taffe, doch auch gefühlsmäßig versteinerte Killerin ausdenkt, sind elegant geplant und würden auch der ‚Impossible Mission Force‘ (aus „Mission: Impossible“) gut zu Gesicht stehen. Immer wieder kommen falsche Identitäten, Verkleidungen und Masken zum Einsatz sowie nicht selten ein überraschender Story-Twist. der der jeweiligen Handlung nochmals einen ordentlichen Kick verpasst. Natürlich kommt die Action dennoch nicht zu kurz. Die ersten drei Hefte der mittlerweile fünften „Black Widow“-Soloserie schildern jeweils eine Einzelmission, bauen jedoch im Hintergrund eine durchgehende Backstory auf. Die Rolle des Anwalts Isaiah Ross wird erklärt, der als Vertrauter und ‚Manager‘ fungiert, seiner Klientin den Rücken freihält und lange nicht so harmlos ist, wie er zunächst scheint. Weiterhin wird schnell klar, dass Natasha eine einsame Seele ist, die außer ihren Einsätzen wenig hat, was das Leben lebenswert macht. Die Hefte 4 – 6 bieten eine zusammenhängende Story, in der Black Widow auf ihren alten Gegner Damon Dran, den Indestructable Man, trifft. Alles in allem bekommt man hier ein schönes Paket cooler Agentenaction mit durchaus ausbaufähiger psychologischer Tiefe geboten.

Was die Zeichnungen und die Farbgebung angeht, so ist auch hier die neue Schlichtheit Trumpf, die Marvel bei einigen „Marvel Now!“-Serien pflegt („Hawkeye“, „Punisher“, „Moon Knight“) und die diese Serien angenehm vom überzogenen Superheldenbombast abhebt. Dies bedeutet nicht, dass die Bilder von Phil Noto („Angel & Faith“, „Thunderbolts“) nicht künstlerisch anspruchsvoll wären, kann der ehemaligen Disney-Animationszeichner doch auch auf einige Soloausstellungen seiner Kunstwerke blicken. Als Sahnehäubchen enthält der Band neben den regulären Heftcovern noch eine Galerie, die mit Covervarianten von Frank Cho, J. G. Jones, J. Scott Campbell, Skottie Young und sogar von Milo Manara, dem Meister geschmackvoller Erotik, aufwartet.

Tolle Startnummer. Gute Geschichten auf dem Grat zwischen pointierter Action und psychologischer Tiefe, dazu eine elegante, unterkühlte Optik. Nicht nur für Fans des Edmondson-„Punishers“ eine Empfehlung.

Copyright © 2015 by Elmar Huber (EH)

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