Sekaiichi Hatsukoi 3

Shungiku Nakamura
Sekaiichi Hatsukoi 3

(sfbentry)
Japan, 2009
Carlsen Manga, Hamburg, 11/2011
TB, Manga, Boys Love, Romance, Comedy
ISBN 978-3-551-79143-6
Aus dem Japanischen von Mathilde Schmitz
2 Farbseiten

www.carlsenmanga.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Langsam gewöhnt sich Ritsu Onodera an den hektischen Alltag in der Abteilung für Shojo-Mangas des Marukawa-Verlags. Er hat schon so manches gelernt und lernt immer noch hinzu, wobei er sich hin und wieder über kleine Erfolge freuen darf, wenn sich ein Buch, an dessen Entstehung er beteiligt war, bestens verkauft. Dann wieder scheitert er an Aufgaben, die ihm unzureichend erklärt wurden oder weil sich jemand einen Spaß mit ihm erlaubt. Trotzdem gibt Ritsu nicht auf, zumal er beweisen will, dass er es auch ohne den Namen seines Vaters, in dessen Verlag er zuvor gearbeitet hat, schaffen kann.

Unterstützung erhält Ritsu von seinem Chef Masamune Takano, der nebenbei ein persönliches Interesse daran hat, dem Kollegen nahe zu sein. Vor Jahren waren sie ein Paar, doch irgendetwas ist passiert, an dem die Beziehung zerbrach. Jeder gibt dem anderen die Schuld, aber keiner spricht über die Geschehnisse. Takafumi Yokozawa ist alles andere als erfreut, dass Ritsu in Masamunes Leben zurückgekehrt ist und drängt eifersüchtig darauf, dass der junge Mann aus diesem schnellstens wieder verschwindet. Vergeblich beteuert Ritsu, dass er kein Interesse daran hat, sich mit seinem Ex einzulassen. Gleichzeitig schwankt er zwischen peinlichen Gefühlen und Ablehnung, wenn Masamune ihm Avancen macht, und Eifersucht, wenn er weiß, dass sein Chef sich mit Takafumi trifft.

Shota Kisa, ebenfalls Angestellter des Emerald-Labels, lernt in einer Buchhandlung einen Studenten, Kou Yukina, kennen, der sich mit erstaunlichem Eifer für den Verkauf von Shojo-Mangas einsetzt. Zwar besucht Shota den Laden als Kunde, aber in erster Linie möchte er den jungen Mann sehen. Als dieser ihn vor den Zudringlichkeiten eines ehemaligen Lovers rettet, ihn sogar spontan küsst, weiß Shota nicht, wie er reagieren soll. Er war noch nie verliebt, hatte niemals ernste Beziehung – und Kou ist deutlich jünger als er …

Wie auch in „Junjo Romantica“ führt Shungiku Nakamura nach und nach neue Charaktere ein, damit sich die Konflikte der ursprünglichen Hauptfiguren nicht zu schnell abnutzen. Verbindendes Element ist ihre Arbeit im Verlag bzw. mit Büchern. Sie sind entweder Kollegen aus verschiedenen Abteilungen oder lernen sich in einer Buchhandlung kennen. Freundschaften werden geschlossen, es entwickeln sich Romanzen, aber auch Animositäten. Wie üblich wird über die Probleme kaum oder gar nicht geredet, so dass hausgemachte Missverständnisse die Regel sind. Masamune lässt sich nur schwer abwimmeln und holt sich von dem unwilligen Ritsu das, was er haben will, notfalls mit sanfter Gewalt, was weder romantisch noch lustig ist. Die entsprechenden expliziten Szenen würzen eine Handlung, die kleine Einblicke in das Schaffen der Manga-Zeichner und in die Verlagswelt erlaubt.

Im Vordergrund stehen jedoch die Beziehungen, die stellenweise recht übertrieben anmuten. Während sich der Seme cool gibt und die Regeln bestimmt, reagiert der Uke meist hysterisch und unwillig, ist jedoch unfähig, sich konsequent zu wehren. Liest man außerdem „Junjo Romantica“, fallen die Parallelen und wiederkehrenden Konflikten noch stärker auf. Leider können die gewöhnungsbedürftigen Illustrationen nicht versöhnen. Die Figuren wirken skizzenhaft und hölzern. Da sie schon überzeichnet sind, könnte sich die Künstlerin die superdeformierten Abbildungen, mit denen sie heftige Emotionen betont, im Prinzip sparen.

Umso erstaunlicher, dass es sowohl „Sekaiichi Hatsukoi“ als auch „Junjo Romantica“ geschafft haben, als Anime adaptiert zu werden – aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Zu „Sekaiichi Hatsukoi“ findet man einen OVA und eine 12-teilige TV-Serie, zu „Junjo Romantica“ eine TV-Serie mit 24 Episoden. Beide Manga-Reihen sind mit 6 bzw. 14 Tankobons noch nicht abgeschlossen. „Sekaiichi Hatsukoi“ wird überdies von einer Novel-Serie begleitet, die gegenwärtig mit 4 Romanen aufwartet.

Es ist ratsam, in den Büchern Shungiku Nakamuras ein wenig zu blättern, um herauszufinden, ob man sich mit den Inhalten und dem Stil anfreunden kann. Die Wiederholungsrate bei den Handlungsabläufen sowie den Motiven und Problemen der Charaktere ist hoch, und es gibt hübscher gezeichnete Boys Love-Mangas, z. B. „Crimson Spell“, „Black Sun“ oder „Innocent Bird“.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

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