Sexy Effect 96 – Love Sexual 3

Jun Mayama
Sexy Effect 96 – Love Sexual 3

Sexy Effect 96 Vol. 3 – Love Sexual, Japan, 2008
EMA, Köln, 8/2008
TB, Manga, Boys Love, Krimi, 978-3-7704-6915-4, 200/650
Aus dem Japanischen von Ai Aoki
www.manganet.de

Kommissar Koshiro Kirino wird aufgrund seiner Verdienste in die Ermittlungskommission der Hauptstelle versetzt. Darüber freut er sich sehr, denn damit schließt er langsam auf zu seinem Vorbild und Lover, dem erfolgreichen Staatsanwalt Shuichi Suda.

Der neue Job ist mehr als nur anstrengend, denn Sudas Cousin Kazuma Shibamoto ist Kirinos neuer Vorgesetzter und macht ihm das Leben zur Hölle, nachdem er erfuhr, dass die beiden ein Paar sind. Selbst dass Sudas Vater ihnen seinen Segen gab, ist belanglos.

Shibamoto geht sogar soweit, dass er Kirino von einem heiklen Fall abzieht, der ähnlich geartet ist wie jener, dessen Opfer Suda einst war. Handelt es sich bloß um einen Trittbrettfahrer bei dem Täter – oder um jemanden aus Sudas Umfeld, der den Anwalt im Visier hat und das perverse Spiel wiederholen will? Kirino ignoriert die Anweisungen und ermittelt auf eigene Faust…

Viele Boys Love-Mangas, die in Deutschland erscheinen, sind im Schüler-Milieu angesiedelt und/oder stellen Jungen zwischen 15 und 18 Jahren in den Mittelpunkt der meist nicht zu expliziten Geschehnisse („High School Nights“, „Takumi-kun“, „Gakuen Heaven“ u. a.). Selten sind die Protagonisten älter und die Genres andere („When A Man Loves A Man“, „Love Hustler“, „Ludwig II“ etc.) – und besonders rar ist die Kombination mit Krimi-Elementen („Yellow“, „New York, New York“, „Finder Series“ usw.).

„Sexy Effect 96“, zunächst als One-Shot geplant, dann zur Trilogie mit in sich abgeschlossenen Bänden ausgebaut, gehört dazu. Natürlich darf man nicht zu viel erwarten, denn im Vordergrund stehen eindeutig die romantische Beziehung der Hauptfiguren und die daraus resultierenden persönlichen Probleme. Die Krimi-Handlung liefert das Drumherum und verleiht der Geschichte ein ganz eigenes Flair – und ist im Gegensatz zum Schulalltag weit davon entfernt, überstrapaziert zu werden.

Die Ereignisse werden aus der Sicht Kirinos geschildert, was ebenfalls eine Abwechslung ist, denn die Mehrheit der BL-Künstlerinnen zieht die Perspektive des Uke vor. Der eigenwillige, ehrliche Kirino hat es nicht leicht, denn er ist ein Aufsteiger aus eigener Kraft, dem niemand den Weg nach Oben ebnete. Seine tiefen Gefühle für Suda lassen ihn auch die größten Hürden nehmen, die ihrer gemeinsamen Zukunft in den Weg gelegt werden. Selbst wenn er gelegentlich zweifelt und die eigenen Motive hinterfragt, stets findet er die richtige Lösung – und das auch im Rahmen seiner Polizeiarbeit.

Die Story nähert sich zielstrebig ihrem spannenden Höhepunkt und dem gewünschten Happy End, das etwas expliziter ausfällt, so dass der Band in Folie eingeschweißt ausgeliefert und den Leserinnen über 16 Jahren empfohlen wird.

Die Illustrationen sind Geschmackssache, da der Stil nicht ganz so gefällig ist, die Figuren etwas überzeichnet wirken (sehr große, langgliedrige Protagonisten mit fedrigen Haaren, schmalen Augen und spitzem Kinn), die Proportionen und Perspektiven nicht immer stimmen und die Hintergründe spärlich gestaltet sind. Am ehesten vergleichen lässt sich der Manga, unabhängig von den Genres, mit Titeln wie „Highschool Love“, „Junjo Romantica“ oder „Martini for Two“.

Man sollte ein wenig in „Sexy Effect 96“ blättern, um feststellen zu können, ob man sich mit der Story und dem Stil der Zeichnungen anfreunden kann. Die Illustrationen mögen zwar kleine Schwächen haben, doch das Krimi-Element und erwachsene Charaktere sorgen inhaltlich für Abwechslung und erotisch-spannende Unterhaltung. (IS)

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