So zeichnet man Superhelden

Stan Lee & Danny Fingeroth, Keith Dallas, Robert Sodaro (Coautor)
So zeichnet man Superhelden

(sfbentry)
Stan Lee’s How to Draw Superherors, Dynamite Entertainment, USA, 2013
Panini Comics, Stuttgart, 07/2015
PB mit Klappbroschur im Alben-Format
Sachbuch, Zeichnen, Comics, Superhelden, SF, Urban Fantasy, Action
ISBN 978-3-95798-248-3
Aus dem Amerikanischen von Jon Dinter
Titelillustration von Ardian Syaf
Illustrationen im Innenteil von John Buscema, Steve Ditko, Jack Kirby, Alex Ross u. a.

www.paninicomics.de
www.powentertainment.com
http://dannyfingeroth.com
http://ardian-syaf.deviantart.com
http://ditko.blogspot.com
http://kirbymuseum.org
www.alexrossart.com

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Wir hatten vor Kurzem schon eine Rezension zu diesem Titel, möchten euch aber auch diese zweite Rezi nicht vorenthalten. (Anm. d. Redaktion).

Auf die Grundlagen des Comiczeichnens muss Stan Lee in seinem Buch „So zeichnet man Superhelden“ an sich nicht mehr eingehen, das, so betont er augenzwinkernd, könne man seinem Zeichenkurs „So zeichnet man Comics“ (in Deutschland ebenfalls bei Panini erschienen) entnehmen. In aller Kürze gibt er dann doch einen Überblick über die wichtigsten Punkte (z.B. Perspektive, Aufbau komplexer Figuren und Objekte aus wenigen Grundformen), um sich daran anknüpfend an die Ausarbeitung der verschiedenen Charaktere, Fahrzeuge und Utensilien zu  machen. Neben den Hauptakteuren werden Mitstreiter, Sidekicks und Nebenpersonen entworfen, ebenso wie Widersacher oder sonstige Bösewichte aller Art. Leser und zukünftige Kreative in Sachen Superhelden, die den ersten Band dieser „Stan Lee“-Reihe nicht besitzen, sollten unbedingt ein paar Grundlagen sowohl des Figurenzeichnens im Allgemeinen als auch des Comiczeichnens im Besonderen beherrschen. In diesem Buch geht es, wie der Titel verspricht, eben hauptsächlich um das Kreieren von Superhelden und ihres besonderen Ökosystems, das für sie gleichermaßen Lebenselixier und Rechtfertigung ihrer Existenz bedeutet. An dieser Stelle ein Lob an den Autor, der dieses Ziel konsequent verfolgt und nicht mit haufenweisen Zeichengrundlagen, die man zur Genüge in allgemeineren Zeichenkursen findet, Seiten schindet.

„Stan Lee: so zeichnet man Superhelden“ zielt insbesondere darauf ab, den Lesern ein Gefühl für das Wesen und die Welt eines – männlichen wie weiblichen – Superhelden zu vermitteln und zusammen mit dem Zeichnen in den Vordergrund zu stellen. Jedes der Kapitel enthält daher meist zwei, selten mehr ausführliche und gut nachvollziehbare Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Ausarbeitung einer Figur oder Objekts vom Scribble, das allerdings schon sehr exakt die Konturen definiert, bis zur finalen kolorierten Zeichnung. Außerdem gibt es einiges zu lesen und noch mehr zu sehen. Der humorvolle, lockere Schreibstil und das farbige, oft großformatige Artwork der verschiedenen Comickünstler trägt viel dazu bei, die Lektüre schlichtweg zu genießen, ohne sich die Mühe zu machen, bei den Schritt-für-Schritt-Anleitungen selbst aktiv zu werden. Große Klasse sind die doppelseitigen Splashpanels, die zu Beginn jedes Kapitels auf das Thema einstimmen. Die Zeichnungen stammen von vor allem aus dem Superhelden-Genre bekannten Künstlern wie Jack Kirby, Frank Miller, John Byrne, Joe Schuster, Alex Ross u.a. Sogar ein Porträt des Spirit hat seinen Weg ins Buch gefunden, denn nach Stan Lees Ansicht passt Will Eisners Serienheld durchaus ins Superhelden-Schema.

Die Auswahl der Kapitel beginnt mit einem Blick auf „Ursprung und Geschichte der Superhelden“ und spannt einen Bogen von den klassischen Epen, Legenden und Überlieferungen über Bücher und Filme bis hin zu den ersten Superhelden-Comics. Da es nicht direkt zum Erscheinungsbild eines modernen Superhelden beiträgt, ist dieses Kapitel auch das einzige ohne Zeichenanleitungen. Es folgen die Kapitel „Helden“, „Heldinnen“ sowie „Sidekicks und jugendliche Helden“, die sich mit den Hauptakteuren und primären Identifikationsfiguren auseinandersetzen. Stan Lee legt hier den Rahmen fest, innerhalb dessen ein Held zum Superheld wird, auf der einen Seite begrenzt durch den Superman-Typ für männliche Figuren bzw. den Wonder Woman-Typ für weibliche. Für das andere Extrem hat sich der Autor Batman bzw. Elektra als Referenztypen ausgesucht. „Schurken“, „Rohlinge und Verführerinnen“ und „Monster“ repräsentieren die dunkle Seite der Superhelden-Universen und „Nebenfiguren“, „Roboter, Androiden und Cyborgs“ und „Tiere, groß und klein“, stehen Heldinnen und Helden mal als Freund, mal als Feind oder auch indifferent gegenüber. In den letzten drei Kapiteln wird sich noch um die „Fahrzeuge“ gekümmert, „Das Superhelden-Geheimquartier“ ausgestattet und „Das Superteam“ zusammengestellt, wo dessen Zweck und die Ausprägungen diskutiert werden.

Einen reinrassigen Zeichenkurs hält man mit „Stan Lee: So zeichnet man Superhelden“ nicht in Händen. In jedem Kapitel kommt man Superhelden und Konsorten zwar auch zeichnerisch nahe, aber hauptsächlich entfaltet Stan Lee deren Ursprung, Wesen und Motivation anhand des toll illustrierten und informativen Textes, was mindestens genauso wichtig ist wie die grafische Ausarbeitung bzw. stark damit verknüpft.

Copyright © 2015 by Michael Bahner

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