Star Trek: Nero

Robert Orci, Alex Kurtzman, Mike Johnson, Tim Jones
Star Trek: Nero

Star Trek: Nero, Paramount, USA, 2009
Cross Cult, Ludwigsburg, 05/2010
SC, Comic, SF, Action
ISBN 978-3-941248-48-9
Aus dem Amerikanischen von Christian Langenhagen
Titelillustration und Zeichnungen von David Messina

www.cross-cult.de
www.startrek.com
http://davidmessinart.blogspot.com/

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Begleitend zum neuen „Star Trek“-Film, der das Franchise nachhaltig verändern sollte, sind auch eine ganze Reihe von Comics erschienen. Während „Countdown“ die Vorgeschichte erzählt, widmete sich „Spock“ den letzten Jahren des Halbvulkaniers, der noch einmal aktiv in die Geschichte eingriff. „Nero“ beschäftigt sich nun mit der Zeit, die der Romulaner zusammen mit seiner Besatzung in der Vergangenheit verbrachte, um auf die Rückkehr von Spock zu erwarten.

Nach dem Kampf mit der U.S.S. Kelvin und dem Kamikazeflug von George Kirk hat auch Neros Schiff schwere Schäden davon getragen. Die Überlegung ist nun, den Racheplan weiter zu verfolgen oder aufzugeben und nach Romulus zurückzukehren, um dort im Verborgenen die Katastrophe aufzuhalten. Zum Reparieren des Schiffes kommen sie allerdings nicht, da kurz nach der Schlacht bereits Klingonen-Kreuzer auftauchen und das kampf- und relativ manövrierunfähige Schiff aufbringen. Auch Gegenwehr nutzt nicht viel, da die Männer viel zu geschwächt und geschockt von dem sind, was sie durchgemacht haben. Nero und seine Crew werden nach Rura Penthe gebracht. Man foltert sie, um mehr über die Geheimnisse des weit fortentwickelten Schiffes zu erfahren, doch niemand verrät wirklich etwas, vor allem nicht der Kommandant. Mehr als zwanzig Jahre werden die Romulaner gefoltert und gedemütigt. Aber getreu dem Sprichwort, dass alles, was einen nicht umbringt, umso stärker macht, geben sie sich nicht auf. Schließlich gelingt ihnen mit einem menschlichen Gefangenen die Flucht auf ihr Schiff. Doch können sie wirklich entkommen …?

„Nero“ ist der Versuch, auch dem Bösewicht des Films einen Hintergrund zu geben und damit seine Handlungsweise plausibler zu machen. Allerdings gelingt das nur bedingt. Man kann zwar seinen Schmerz über den Verlust von Frau und Kind nachempfinden und die unbändige Wut verstehen, die ihn am Leben erhält, aber das ganze bleibt recht oberflächlich und wirkt ziemlich aufgesetzt. Die Autoren gehen bei der ganzen Sache nicht über gängige Klischees hinaus und füllen die Seiten lieber mit fruchtlosen Drohungen seitens der Klingonen, um wenigstens etwas Spannung in die Geschichte zu bringen. Letztendlich ist man nach der Lektüre nur in einem schlauer und versteht nun, warum die Romulaner nicht schon früher die Macht ihres Schiffes eingesetzt und sich so lange still verhalten haben und warum sie nur noch Rache und Vergeltung wollen, aber im Grunde dann doch nicht mehr weiter leben.

„Nero“ füllt damit zwar einige Lücken aus dem Film, aber wirklich befriedigend ist die Geschichte nicht, zumal es auch einige kleine Logikfehler gibt. Wenn die Klingonen das Schiff gut zwanzig Jahre in ihren Klauen hatten, warum sind dann keine Spuren von ihnen auf dem Schiff zu finden? Warum haben sie nicht alles, was nicht niet- und nagelfest war, entfernt?

Insgesamt erweist sich „Nero“ als wenig überzeugender Zusatz zum Film. Dem Comic fehlt es vor allem an Tiefe, an weiteren Hintergründen, die man sich nicht schon selbst denken kann, und lässt zudem auch ein wenig Spannung vermissen. Eingefleischte Fans werden sich sicherlich freuen, viele andere aber enttäuscht sein, dass der Band nicht wirklich neue Informationen enthüllt.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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