Sternbilder der Liebe

Chisako Sakuragi & Yukine Honami
Sternbilder der Liebe

Tenoheira no Seiza, Japan, 2005
Carlsen Manga, Hamburg, 2/2009
TB, Manga, Boys Love, Romance
ISBN 9783551784551
Aus dem Japanischen von Jana Hartwig
2 Farbseiten
www.carlsenmanga.de

Mizuho und Enji waren als Kinder unzertrennlich, und Mizuho war glücklich, für seinen um ein Jahr jüngeren Cousin der Held zu sein – bis zu jenem Tag, an dem etwas passierte, das Mizuho bewog, sich aus gekränktem Stolz zurückzuziehen.

Jahre später begegnen sich die beiden wieder: Enji hat die Aufnahmeprüfung an einer Elite-Universität bestanden und studiert nun Astronomie. Wohnen soll er bei seinen Verwandten. Mizuho weiß nicht, wie er reagieren soll. Können sie nach so langer Zeit wieder Freunde sein? Es verunsichert ihn, dass Enji sehr viel reifer wirkt und seine Pläne trotz aller Hindernisse zu realisieren versucht, während Mizuho stets den Weg des geringsten Widerstands wählt.

Prompt bekommt er eine Abfuhr, denn Enji lässt ihn links liegen. Warum? Mizuho findet ein offenes Ohr bei seinem Freund Issei, was schließlich zu ungeahnten Verwicklungen führt. Und auch das Auftauchen von Enjis einstigem Privatlehrer Yoshimi, der sich zu seiner Homosexualität und seiner Liebe zu Enji bekennt, macht die Situation nicht einfacher. Die Geschichte spielt im Studenten-Milieu und stellt die Probleme junger Erwachsener in den Mittelpunkt, die auf der Suche nach ihrem Platz im Leben sind. Geschildert werden die Geschehnisse aus der Sicht Mizuhos, der seinen besten Freund aufgrund eines Missverständnisses verloren hat und nun nicht weiß, wie er den Vorfall von damals erklären und Enjis Zuneigung zurück gewinnen kann. Wieder einmal ist der Konflikt hausgemacht, denn keiner spricht mit dem anderen über seine Sorgen und Gefühle, auch nicht nach dem Wiedersehen.

Mizuho erlebt, was viele Altersgenossen durchmachen: Er lässt sich treiben und entscheidet sich grundsätzlich für die leichtere von zwei Möglichkeiten, selbst wenn das bedeutet, dass er seine Träume aufgeben muss. Natürlich wird Enji ihm von der Familie stets als leuchtendes Vorbild vorgehalten, denn der jüngere Cousin ist ihm in allem um eine Nasenlänge voraus. Mizuho bezweifelt, dass er Enji einholen kann und versucht es auch gar nicht; sogar dass Enji ihm aus dem Weg, akzeptiert er mit einigem Frust.

Hin und wieder gibt es kleine Annäherungen zwischen den beiden, aber die Reaktionen darauf fallen nicht so aus, wie es jeder von ihnen wünschte, und so wird die Kluft zunächst noch tiefer. Wie bei einem Jojo geht es mit der Freundschaft auf und ab. Issei und Yoshimi wirken schließlich wie ein Katalysator, denn erst ihre Aktionen bewegen etwas und machen Mizuho und Enji klar, wie viel sie einander bedeuten.

Das Ganze wird von Yukine Honami („Rin“, „Desire“ u. a.) in zarten Bildern erzählt, die vor allem auf romantische und gefühlvolle Momente setzen und erst den Schluss mit erotischen Szenen krönen, die jedoch nicht weiter ins Detail gehen. Mehr hätte die ruhige, nachdenkliche Atmosphäre nur zerstört.

„Sternbilder der Liebe“ ist ein Boys Love-Manga, der erfreulicherweise nicht im Schüler-Milieu angesiedelt ist und daher etwas andere Themen aufgreift, die mehr auf Leserinnen ab 16 Jahren zugeschnitten sind, obwohl es keine expliziten Szenen gibt. Es geht in erster Linie um die Sorgen, Sehnsüchte und Träume junger Menschen und nicht um Sex. Dadurch ist der Band auch interessant für ein Publikum, das sonst einen Bogen um das Genre macht. (IS)

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Sternbilder der Liebe

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