Subway to Sally-Storybook

Olivia Vieweg (Hrsg.)
Subway to Sally-Storybook

EMA, Köln/Schwarzer Turm Verlag, Weimar, Originalausgabe: 3/2008
PB, dt. Comic/Manga in Schwarz-Weiß-Rot, Gothic, Horror, Splatter, 978-3-7704-6938-3, 224/1000
Titelillustration von Sandra Schwarz, Bachcover von Tara Starnegg
Texte von Michael Boden und Eric Fish
Innenillustrationen von verschiedenen Künstlern
Fotos von N. N.

www.manganet.de
www.schwarzerturm.de
www.subwaytosally.com/
www.venuskaio.de/

Die Potsdamer Band Subway to Sally existiert bereits seit 1990. Sie startete mit mittelalterlicher Folkmusik, in die zunehmend Metal einfloss. Die zunächst englischen und lateinischen Texte wurden schließlich von rein deutschen abgelöst. Ab 1994 folgte eine Single bzw. ein Album auf das andere, aber auch DVDs und sonstige Veröffentlichungen sind den eingefleischten Fans bekannt.

Für das vorliegende Storybook versuchten sich 19 Künstler und Künstlerinnen aus dem deutschsprachigen Raum an einer Auswahl von zumeist düsteren Texten, die in Comic- und Manga-Erzählungen umgesetzt wurden. Diese Idee ist nicht neu, denn schon immer ließen sich Autoren und Zeichner gern von (Zitaten aus) ihren Lieblingssongs inspirieren. Das kommt nach wie vor gut an, vor allem bei jenen, die mit dem zugrunde liegenden Lied und dem Thema etwas anfangen können.

Von daher sollte man auch für das „Subway to Sally“-Storybook mit der Band, ihrer Musik und den Texten vertraut sein – am besten, während der Lektüre die entsprechenden Stücke im Hintergrund abspielen. Der Fan vermag am ehesten zu beurteilen, ob die Comic-Adaptionen gelungen sind und die Atmosphäre transportieren können.

Wer nie von Subway to Sally gehört hat, bekommt ein Buch, das wohl so manche kryptische, aber auch nachvollziehbare Geschichten bietet, die allesamt sehr dunkel sind – das wird durch die schwarz-weißen Illustrationen, bei denen wenig Rot Akzente setzt, betont – und unbequeme Themen aufgreifen: Hass, Leid, Drogen, Vergewaltigung, Abtreibung, Tod auf mannigfaltige Art… Es wird nichts beschönigt, und es gibt auch keinen Ausweg, wenn man sich in der Spirale des Verderbens befindet.

Nicht immer wählten die Künstler einen mittelalterlich anmutenden Hintergrund wie in „Unterm Galgen“ und „Die Henkersbraut“; manche Storys sind zeitgenössisch interpretiert worden wie „Feuerkind“ und „Kleid aus Rosen“. Die Stile sind sehr vielfältig: Man findet nahezu alles von der abstrahierten Wort-Bild-Kombination in „Liebeszauber“, über jugendstilhaft gefälligen Zeichnungen in „Die Rose im Wasser“ bis hin zu aufwändigen, realistisch wirkenden Bildern in „Nägel im Kopf“.

Zu jeder Geschichte gibt es einen einleitenden Text, der mehr über das jeweilige Lied und seinen Hintergrund verrät. Abschließend findet man Informationen zu der Band und den Zeichnern, inklusive den URLs ihrer Homepages, so dass man sich auch dort umschauen kann, wenn man auf den Geschmack gekommen ist.

Das „Subway to Sally-Storybook“ ist in erster Linie ein Buch für die Fans der Band und jene, die sich für Musik dieser Art interessieren.

Wer als Freund des phantastischen Genres ohne diesen Hintergrund an den Titel heran tritt, erhält einen Comic/Manga, der düstere Impressionen beinhaltet, die man auf sich wirken lassen kann, zu denen man aber kaum dieselben Bezüge aufzubauen vermag wie ein Kenner der Songs. (IS)

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