Süßes Gift 3: Ob ich schlafe oder wach bin

Mieko Koide
Süßes Gift 3: Ob ich schlafe oder wach bin

Netemo sametemo, Japan, 2006
EMA, Köln, 2/2009
TB, Manga, Boys Love, 978-3-7704-699176, 220/650
Aus dem Japanischen von Monika Hammond

www.manganet.de
http://www02.so-net.ne.jp/~pretty-c/

Yu Waku und Jin Tatewaki, die zusammen das erfolgreiche Pop-Duo Cross bilden, sind auch privat ein Paar. Ihre Liebe wird nun neuen Belastungsproben unterzogen:

Bei einem Sturz von der Bühne verliert Yu sein Gedächtnis und erinnert sich nicht einmal an Jin. Diesen nimmt das so sehr mit – wie kann Yu ihn einfach vergessen?! -, dass er sich zurück zieht und die Beziehung beenden will, auch nachdem Yu seine Erinnerungen zurückbekam.

Dann mischt sich auch noch der Schauspieler Shinya Kenzaki ein, für den Yu so schwärmt, dass Jin zu zweifeln beginnt, ob Yu, der früher viele wechselnde Beziehungen hatte, treu sein kann. Allerdings ist es Jin, der seine Standhaftigkeit beweisen muss, denn er und der Rivale sind alte Bekannte, und Ken würde ihn noch immer gern in sein Bett bekommen. Yu lässt sich auf eine dumme Wette ein, und Ken weiß, wie er Jin unter Druck setzen muss…

„Die Traum-WG“ ist eine eigenständige Story, die nichts mit den Geschehnissen zu tun hat, die bisher in „Süßes Gift 1 – 3“ geschildert wurden.

Der Vermieter von drei jungen Männern liegt im Sterben. Sein Angestellter will die lästigen Parasiten, als die er sie sieht, am liebsten sofort aus dem Haus werfen. In Folge haben Asuma, Taisei und Minami auch ein persönliches Interesse daran, Shiori, die verstoßene Tochter des Alten, zu finden und die beiden miteinander auszusöhnen. Tatsächlich bekommen sie die Adresse der jungen Frau heraus, müssen dort jedoch erfahren, dass Shiori vor fünf Monaten gestorben ist und Maki, die Enkelin des Vermieters, nicht verzeihen will…

Die Mainstory setzt die Geschichte von Yu und Jin fort, die nun ein Paar sind, aber immer wieder Vertrauen ineinander beweisen und die Klippen umschiffen müssen, die ihnen von anderen in den Weg geworfen werden. Nachdem man in Bd. 2 Näheres über die Protagonisten und ihre sehr unterschiedlichen Anschauungen erfuhr, gibt es diesmal kaum größere Überraschungen. Jin erweist sich erwartungsgemäß als sehr solide, aber auch als erpressbar, wenn es um das Wohl von Yu geht. Dieser wiederum ist nicht nur allgemein sehr flexibel und eine Frohnatur, sondern zeigt auch, dass er in der Liebe großzügig ist und nicht in jedem Lächeln gleich einen Treuebruch sieht.
Natürlich führt das zu Problemen – ohne wäre die Geschichte ja langweilig.

Dass es nicht immer Boys Love sein muss, beweist Mieko Koide in einer separaten Story, in der es darum geht, ein vor Jahren begangenes Unrecht zu korrigieren, aber es scheint dafür zu spät zu sein. Auch wenn die Protagonisten in einer WG leben: Es gibt keine Hinweise für Beziehungen, die über reine Kameradschaft hinausgehen; stattdessen sieht es eher so aus, als könne Maki den jungen Männern den Kopf verdrehen. Man erkennt auch hier die für die Künstlerin typischen Gesichter, aber die Figuren haben mehr Substanz, der Strich ist etwas kräftiger, für die Hintergründe wurde mehr Zeit aufgewandt.

Alles in allem bietet „Süßes Gift 3“ eine in sich geschlossene Fortsetzung der Hauptgeschichte, der man auch folgen kann, wenn man die vorherigen Geschehnisse nicht kennt. Genre, Setting und Thema der zweiten Erzählung sind völlig anders. Sie vermag sogar mehr zu überzeugen, da die Handlung nachvollziehbar und aus dem Leben gegriffen wirkt.

Wünscht man leichte Unterhaltung ohne explizite Szenen, liegt man mit „Süßes Gift“ richtig. Positiv fällt auf, dass hier junge Erwachsene agieren und keine Teenager – BL im Schüler-Milieu wurde einfach schon zu sehr ausgereizt. Man sollte ein wenig in dem Band blättern, um entscheiden zu können, ob Thema und Stil gefallen. (IS)

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Süßes Gift 03 – Ob ich schlafe oder wach bin

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