Thanos – Die Infinity-Offenbarung

Thanos – Die Infinity-Offenbarung
Marvel Exklusiv, Band 113

 

OT: Thanos  (2014) – Annual #1, Thanos – The Infinty-Revelation
Autor: Jim Starlin
Zeichnungen: Ron Lim, Jim Starlin
Tusche: Andy Smith,
Farben: Val Staples; e.a.
Ü: Alexander Rösch
Lettering: Walproject
Ausstattung: SC, 148 Seiten
ISBN: 9783957983428
Verlag: Panini Comics, 2015

 

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Thanos vom Titan, der wahnsinnige Avatar des Todes, steht wie kein anderer Superschurke des Marvel-Universums für kosmische Dimensionen, für Action jenseits von Zeit und Raum, für epische Schlachten mit Heerscharen von Helden, Verbrechern und mysteriösen Entitäten. Dass Thanos jedoch weit mehr ist als ein simpler Mörder und Weltenvernichter, dass er zu Marvels ambivalentesten, vielschichtigsten und – natürlich – mächtigsten Charakteren gehört und zuweilen sogar die Rolle des Anti-Helden ausfüllt, versucht sein Schöpfer, Jim Starlin, im vorliegenden Sammelband, welcher das „Thanos (2014) Annual #1“ – gleichsam als Prolog oder Einführung – sowie die Graphic Novel  „Thanos – The Infinty-Revelation“ enthält, herauszuarbeiten. Das Interesse an dieser Figur kommt dabei nicht von ungefähr, soll Thanos doch in zukünftigen Marvel-Kino-Filmen eine bedeutsame Rolle spielen.

Nicht länger verortet in den Sphären des Lebens und des Todes findet sich Thanos nach seinem Sturz und der Zerstörung des kosmischen Würfels im Reich der Verdammten, in Mephistos Domäne wieder. Das Angebot des Dämons, als sein Gesandter in den Dimensionen des Kosmos‘ das Böse zu verbreiten, lehnt der gefallene Gottgleiche jedoch ab; bevor Mephisto ihn für diesen Affront maßregeln kann, materialisiert ein Avatar Thanos‘ aus einer alternativen Realität und weist den Herrn der Hölle zunächst mit einer Geste in seine Schranken, um sein anderes Selbst dann über einen gewaltigen bevorstehenden Umbruch – möglicherweise das Ende aller Zeiten – zu unterrichten. Da der Blick in die Zukunft selbst mittels des Steins der Zeit mysteriöserweise nicht möglich ist, beschließt Thanos, der Ursache für die Veränderung und seine allgemeine Rolle in dem kosmischen Drama auf den Grund zu gehen.

So sucht er zunächst die Guardians auf, um sich mit Drax dem Zerstörer auszusprechen und reist in das Reich von Lady Death. Hier findet er zwar auch keine Antworten, bringt aus der Sphäre des Todes aber gleichsam per Anhalter ein Wesen mit in das reale Universum, das wie er selbst jenseits des Lebens und des Todes steht und das wie er selbst unzählige Male gestorben ist und wiedergeboren wurde: Adam Warlock. Gemeinsam setzten sie die Suche fort, eine Reise, die sie auf mächtige Helden wie den Silver Surfer oder die Annihilators reffen lässt, eine Reise, an deren Ende unendliche Macht und Wahnsinn für einen der beiden Unsterblichen warten.

Die Intention sowohl hinter dem Annual, als auch der Graphic Novel scheint weniger zu sein, eine neue Geschichte zu erzählen, als vielmehr erstens eine Kurzzusammenfassung vergangener Ereignisse, eine Tour de Force durch Thanos Vita zu liefern und zweitens nochmals die moralische und geistige Ambivalenz, den Status und die Macht des Quasi-Gottes zu exemplifizieren. Jim Starlin inszeniert dabei seinen Protagonisten – ganz zeitgemäß – nicht als die Personifizierung des Bösen, des Wahnsinns und der Allmachtphantasien, sondern eher als Zweifelnden, als Suchenden, als Getriebenen. Und wenn der Gott sabbernd auf seinem High-Tech-Thron sitzt, dann sieht der Leser darin keineswegs ein blutrünstiges Geifern sondern die kontemplative Gedankenleere eines Homer Simpson oder Patrick Starfish.

Die Handlung selbst wirkt mit ihren Zeit- und Dimensionssprüngen, der Vielzahl der Protagonisten sowie der Interaktion mehrerer Avatare Thanos‘ nur dann kompliziert, wenn man bemüht nach Plausibilitäten und Logik sucht. Lässt man sich als Leser ganz auf das surreale Moment ein und verzichtet auf Sinn- und Logiksuche, kann man befreit die kosmische Action, zahlreiche Rätsel sowie die Auftritte zahlreicher Heroen genießen.

Über das Artwork Ron Lims, welcher die Figur seit langem künstlerisch begleitet, muss man nicht viel schwafeln: klassischer, klarer und dynamischer Heldenstoff ohne nennenswerte Grim’n’gritty-Attitüde.

Fazit: Ein gefälliges, leichtes Artwork sowie eine Masse an Hintergrundinformationen zu einer der interessantesten Figuren des Marvel-Universums machen den Sammelband zu einer Empfehlung nicht nur für jene Leser, die Thanos‘ Auftritten in den neuen Marvel-Film-Projekten entgegenfiebern.

Copyright © 2015 by Frank Drehmel (FD)

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