The Life Eaters

the-life-eaters1The Life Eaters
David Brin & Scott Hampton

Cross Cult Verlag, 2009
ISBN 9783941248151
Comic, Hardcover, deutschsprachig
Originaltitel: Life Eaters, 2003
Übersetzer: Jens R. Nielsen
Story: David Brin
Zeichnungen: Scott Hampton
Umfang: 140 Seiten

www.cross-cult.de

Vorwort:
Bevor ich den Klappentext las, hat mich allein das Titelcover umgehauen. Adolf Hitler und ein übergroßer Held – ein rothaariger, muskelbepackter Kämpfer – stehen Seite an Seite auf einem Hügel aus amerikanischen Soldatenleichen. Dahinter weht die zerfetzte Stars-&-Stripes-Flagge der USA. Zwei Zeitepochen, die der nordischen Sagenwelt und die des Zweiten Weltkrieges, prallen aufeinander, bedeutungsschwer und unheildrohend. Mir war klar: Das ist eine Geschichte – eine Alternativweltgeschichte – ganz nach meinem Geschmack. Was wäre, wenn die Nazis den Krieg nicht verloren hätten, sondern… (Ich bitte zu beachten, dass Parallelwelten mich faszinieren. Ich bin kein Neonazi!)

Zur Geschichte:
Und tatsächlich ist es so gekommen. Der mystische Aberglauben der Nationalsozialisten, der arische Größen- und Rassenwahn und dunkle Magie lassen auf der Erde die nordischen Götter, die Asen, auferstehen. Als Helfer und Herrscher der Nationalsozialisten wenden Sie das Kriegsglück der Alliierten Streitkräfte und werfen diese mit im wahrsten Sinne des Wortes übermenschlichen Kräften nieder.

Es vergehen zwei Jahrzehnte Blutvergießen und Leid, bis sich die Armeen der Nazis, geführt von Odin und Thor und einer Vielzahl von Asenhelden einem neuen Feind entgegenstellen. Denn in Afrika und in den Weiten Russlands hat sich ein ebenso mächtiger Feind etabliert. Die heißen Götter, das perfekte Gegenteil zu den kalten Göttern aus dem Norden. Auch in Asien und Afrika sind die schrecklichen Götter alter Mythen und tropischer Blut-Kulte auferstanden, und sie leisten den Asen erbitterten Widerstand. Aber nicht, um die Menschheit vor der Versklavung durch die Nazis und Asen zu bewahren, sondern um selbst ihren Anteil an den Menschen zu ernten. Denn alle wiedererweckten Gottheiten haben nur ihre eigenen Ziele im Sinn, und da ist die Herrschaft über die ganze Erde nur ein Teil ihres Planes.

Die einzige Hoffnung der freien Menschheit besteht in einer Allianz aus Kämpfern aller Nationalitäten, die sich vorher bis aufs Messer über Jahrhunderte bekämpft hatten: Juden und Araber, Christen und Moslems, Amerikaner und freie Deutsche; sie alle bilden eine kleine, dritte Kraft, die verzweifelt um ihr Überleben – und das der ganzen Welt – kämpfen. Und sie erhalten Unterstützung von einem, dem sie nicht hundertprozentig trauen: Loki, ein Verräter an seinem Asengeschlecht. Er verfolgt ebenfalls eigene Pläne und diese sind nicht das Heil für die Menschen, wie er es ihnen verspricht.

Ich möchte an dieser Stelle nur noch so viel verraten: Wie und warum die alten Götter wieder auf Erden wandeln können, ist ein schreckliches Geheimnis. Fanatismus und Religion haben noch nie zum Guten geführt und hier schon erst recht nicht. Und die Geschichte bietet an mindestens zwei Stellen eine Wendung, die ich nicht erwartet hatte und das ist es, was ich von einer guten Geschichte mir erhoffe: ich möchte überrascht werden und das ist David Brin gelungen.

Zum Buch:
Wie anfangs erwähnt, ist das Titelcover ein Highlight, leider kann der Zeichner Scott Hampton diese Qualität im Inneren nicht halten, bzw. ist eine deutliche Vereinfachung festzustellen. Das ist doppelt schade, denn dass er es kann, zeigt er ja und das Gesamtwerk, wenn man diesen Begriff für einen Comic verwenden möchte, würde erheblich an Bildgewalt gewinnen. Die Story gibt mehr als genug Anlass zu faszinierenden Szenen. Ich vermute, dass entweder die Aufgabenstellung, Zeit- und Kostendruck hinter der abgeschwächten Zeichenqualität stehen. Vielleicht auch die innere Einstellung des Zeichners selbst, der nach dem Nachwort David Brins eine kleine Zeichenstudie mit den wenigen Worten schließt: Hey Leute! Hier geht´s nur um Comics!

David Brin als Autor hingegen hat seine Aufgabe sehr gut erfüllt. Er bietet eine packende Story, die endlich einmal nicht das ewige offene Ende lässt, sondern sauber abschließt. Der Autor ist mir im Genre Science-Fiction ohnehin mit den Romanen zum Uplift-Universum und einem weiteren Dutzend SF-Geschichten gut in Erinnerung.

Zum oben erwähnten – von mir nur vermuteten – Kostendruck sei noch angemerkt, das 25,– € auch in €-Zeiten ein fetter Brocken sind. Vielleicht sollte man sich hier tatsächlich noch mal vor Augen führen, dass dies einmal fast 50,– DM waren! Scheinbar tickt hier die Comic-Fangemeinde anders als die Freunde von geschriebenen Texten. Für weitere Publikationen sei dem Verlag nur angeraten, solche Preise auch mit einer Qualität zu rechtfertigen, welche das Coverbild verspricht.

Copyright (C) 2009 by Werner Karl

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The Life Eaters

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