Thessaly – Alles wie verhext

Bill Willingham
Sandman präsentiert 2: Thessaly – Alles wie verhext

The Sandman presents: Thessaly – Witch for Hire 1 – 4, DC, USA, 2004
„Sandman” wurde erdacht von Neil Gaiman, Sam Keith & Mike Dringenberg;
„Thessaly“ wurde erdacht von Neil Gaiman & Shawn McManus
Panini Comics, Stuttgart, 02/2010
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat auf Kunstdruckpapier
Fantasy, Mystery
ISBN 978-3-86607-786-7
Aus dem Amerikanischen von Gerlinde Althoff
Titelillustration von Tara McPherson
Zeichnungen von Shawn McManus, Farbe von Pamela Rambo

www.paninicomics.de
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www.neilgaiman.com
www.mousecircus.com
www.gaimanmckeanbooks.co.uk/
www.samkeith.com/
http://www.lambiek.net/artists/d/dringenberg_mike.htm
www.shawnmcmanus.net/
www.taramcpherson.com/
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Titel erhältlich bei Buch24.de
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Thessaly, die letzte thessalische Hexe, vermochte nur deshalb viele Jahrhunderte zu überleben, weil sie sich in allen Zeitaltern anzupassen wusste und kompromisslos jeden, der ihr gefährlich werden konnte, auslöschte. Zu gern würde sie – in der Gegenwart – ein beschauliches Leben führen, aber früher oder später wird sie immer von blutrünstigen Monstern aufgespürt. Es gibt ein Blutbad, danach zieht Thessaly um, und das böse Spiel beginnt erneut. Endlich erfährt die Hexe, dass sie den ganzen Ärger dem Geist Fetch zu verdanken hat. Er ist der Ansicht, dass eine Menge Ungetüme eliminiert werden müssten, und Thessaly besitzt die Macht, dies zu tun.

Notgedrungen fügt sich Thessaly, denn was Fetch in Bewegung gesetzt hat, kann nur auf diese eine Weise zu Ende gebracht werden. Schließlich ist bloß noch die ‚tharmische Null‟ übrig. Was Fetch für relativ harmlos hielt, ist jedoch eine Kreatur, für die Thessaly keinen Zauber weiß. In der ihr verbleibenden Zeit beginnt die Hexe, intensiv zu recherchieren. Außerdem erhalten sämtliche Wesen, die sie für alle Ewigkeiten mit einem Bann belegt hatte, die Freiheit, damit sie nicht elend zugrunde gehen, falls sich Thessaly nicht länger um sie kümmern kann … Obwohl das erste „Thessaly“-Paperback, „Die Hexe lässt das Morden nicht“, in sich abgeschlossen ist, blieben einige Fragen offen, die nun im zweiten Band, „Alles wie verhext“, beantwortet werden.

Man erfährt, wer Fetch in Wirklichkeit ist und warum er Thessaly all die Monster auf den Hals gehetzt hat. Wer dachte, Rache, das einfachste Motiv, bestimme sein Handeln, sieht sich getäuscht, und auch die Hexe reagiert anders, als man erwartet hätte. Tatsächlich kann man beide nicht nach menschlichen Maßstäben messen. Bill Willingham, der sich dieser Figur, die von Neil Gaiman im Rahmen seiner „Sandman“-Reihe geschaffen wurde, annahm, legt großen Wert darauf, dies deutlich zu machen. Seine Protagonisten sehen die Welt aus ihrer ganz eigenen Perspektive und müssen sich an die Regeln der Magie halten. In Folge sind seine Hauptfiguren voller Widersprüche. Beispielsweise wirkt Thessaly wie ein langweiliger Bücherwurm, der keiner Fliege ein Haar krümmen kann, dabei fürchten selbst Götter ihre Macht, und sie kennt keine Skrupel, wenn es um ihr eigenes Leben geht.

Fetch ist für einen Geist sehr lebhaft und an irdischen Dingen interessiert. Keiner von ihnen bringt aus Spaß Unheil über andere oder tötet; sie zeigen sogar Mitleid und Gnade, was jedoch sehr wohl zweischneidig sein kann. Thessalys Gegner sind Fabelwesen, die bereits viele Menschen getötet und ihr Ende verdient haben. Durch einen Fehler von Fetch gerät die Hexe schließlich an eine Kreatur, der sie nicht gewachsen scheint, denn die tharmische Null gilt als unzerstörbar. Thessaly trifft Maßnahmen für den Fall der Fälle, gibt aber nicht auf, und auch Fetch zeigt, dass er besser ist, als sie angenommen hat. Können die beiden es schaffen? Erneut erzählt Bill Willingham die Geschichte aus der Perspektive von Fetch und wechselt zwischen Gegenwartshandlung und Rückblenden, so dass der Leser mehr gefordert wird als von einer stringenten Handlung. Dennoch fällt die Storyline gegenüber der ersten etwas ab, da „Alles wie verhext“ nun bereits bekannten Mustern folgt und dem gängigen Abenteuer gegenüber der Genre-Parodie den Vorzug gibt. Trotzdem wird man gut unterhalten und hat sein Vergnügen an dem vielschichtigen Comic, der zudem ansprechend gezeichnet ist.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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