Trinity Blood 12

trinity-blood-12Sunao Yoshida (Autor), Thores Shibamoto (Charakter-Design) & Kiyo Kyujyo (Zeichnungen)
Trinity Blood 12

(sfbentry)
Japan, 2009
Panini Comics, Planet Manga, Stuttgart, 03/2010
TB, Manga, Horror, SF
ISBN 978-3-86607-884-0
Aus dem Japanischen von John Schmitt-Weigand

www.paninicomics.de
www.kadokawa.co.jp/toribla/index.php
www.wowow.co.jp/anime/toribla/
www.tokyopop.com/product/1840/
http://kku.ojaru.jp/

Titel erhältlich unter Buch24.de
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Sunao Yoshida (alias Sunao Matsumoto) ist der Schöpfer der Serie „Trinity Blood“, ursprünglich eine Light Novel-Reihe, die nach dem frühen Tod des Autors von Kentaro Yasui, einem guten Freund und Verfasser der „Ragnarök“-Novels, fortgesetzt wird und in Japan aktuell 13 Bände umfasst. Nach dem Charakter-Design von Thores Shibamato entstand ein Manga, der mit 12 Tankobons noch lange nicht abgeschlossen ist und von Kiyo Kyujyo gezeichnet wird. Ferner existiert ein Anime in 24 Teilen, der jedoch nur in englischer Sprache erhältlich ist. Nachdem Panini drei der Novels publizierte (Bd. 3 erschien 11/2007), ist es still um den Titel geworden. Auch der Manga schleppt sich nur zögerlich dahin mit ein, vielleicht zwei Bänden pro Jahr. Während bei Letzterem der Vorlauf aufgebraucht ist und der Verlag an dem unregelmäßigen Erscheinen keine Schuld trägt, scheint er bei den Romanen aufgegeben zu haben.

Auch Tokyopop, Carlsen und EMA dürften die Erfahrung gemacht haben, dass sich die Light Novels weniger gut verkaufen, da sie den Fans schöner Bilder zu textlastig und den Bücherfreunden inhaltlich und sprachlich zu simpel sind. Kennt man nicht das Original, lässt sich schwerlich sagen, ob dieses schon so war oder ob die Übersetzung zu viel vereinfacht hat. Als Sammler kann man nur hoffen, dass man das Ende der Serie erfahren darf, die sich vom Anime, der nur einen Bruchteil der Handlung modifiziert abdeckt, doch sehr unterscheidet. Esther wird seit den letzten Vorkommnissen als Heilige verehrt, was ihr zuwider ist, aber sie muss sich ihren Vorgesetzten von der katholischen Kirche fügen. Zusammen mit der Methusalem Scheherezade, der Gräfin von Babylon, deckt sie eine große Verschwörung auf, die gegen den jungen Papst und seine Schwester, die Kardinalin Sforza, gerichtet ist. Sie alle sitzen in derselben Falle und sollen sterben – Schehe als Erste …

Wer nicht seit Bd. 1 dabei ist, kann sich schwerlich in „Trinity Blood“ zurechtfinden. Zu viel ist passiert, zahlreiche Protagonisten sind involviert, und selbst treue Leser haben Probleme, den roten Faden nicht aus den Augen zu verlieren. „Trinity Blood“ ist ein Mix aus Horror und SF. Nach einem furchtbaren Krieg sieht die Erde anders aus als früher. Sie wird nicht nur von Menschen bewohnt sondern auch von Wesen, die offenbar aus dem All gekommen sind: die Methusalems – Vampire. Zwischen beiden Gruppen schwelt der Hass, denn die einen halten sich für die überlegene Spezies, und die anderen wollen einfach nur überleben und kein Schlachtvieh sein. Alle Versuche, einen Konsens zu finden, werden von Extremisten auf beiden Seiten immer wieder vereitelt.

Vor diesem Hintergrund spielen die Abenteuer der jungen Nonne Esther und Pater Abel Nightroad, der diesmal, auch wenn er Deus ex Machina spielt, nur eine kleine Rolle innehat und seine wahren Kräfte nicht entfaltet. Nachdem die eine Tragödie ihr Ende fand, werden schon die Weichen für das Kommende gestellt, und der Band endet mit einem Cliffhanger. Die Illustrationen sind sehr gefällig, sofern auf superdeformierte Abbildungen verzichtet wird, wenngleich Kijo Kyujyos Artwork nicht an das von Thores Shibamaoto heranreicht. Wer die Gelegenheit hat, das Artbook „Fabrica Theologiae Thores Shibamoto Trinity Blood Gashuu“ zu erstehen, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen. Der Prachtband mag teuer, aber jeden Cent wert sein! Auch das günstigere „Kiyo Kujou – Trinity Blood: Rubor“ sowie Nakajima Atsuko (Charakter-Design für den Anime „Trinity Blood“ u. a. m.) „Illustrations: Kirara“ sind sehenswerte Artbooks.

„Trinity Blood“ beeindruckt durch großartige Illustrationen und eine interessante Handlung mit vielschichtigen Charakteren, aber der unregelmäßige Erscheinungsrhythmus wirkt sich nachteilig aus. Der Titel ist nur noch etwas für Fans, die die Reihe seit Beginn verfolgen … und zittern, ob sie auch das Finale lesen dürfen.

Copyright 2010 © by Irene Salzmann (IS)

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